Ein komplexes Ineinander von Sound, Zeichnungen, Licht und Objekten: Das Lenbachhaus zeigt noch bis 19.6.2016 die erste museale Einzelausstellung der Münchner Künstlerin Michaela Melián. Ihre multimedialen Installationen beziehen sich stark auf die räumliche Umgebung und weben gleichzeitig ein vielschichtiges Netz kultureller und sozialer Bezüge. Bis zum 3.6. ist der Eintritt in die Ausstellung kostenlos.

Olympia-Installation in „Electric Ladyland“

Michaela Melián: Electric Ladyland, Foto: Michaela Melián, VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Foto: Michaela Melián, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Kernstück der Ausstellung ist die Installation "Electric Ladyland". Sie nimmt die halbe Fläche des Kunstbaus ein und setzt sich mit dessen Raum in Dialog. Ein zentrales Element ist Klang, der einen spielerischen  Kontrast zu Zeichnungen, Objekten und Licht aufbaut. Melián problematisiert die Geschichtsschreibung, in der bedeutende Frauen marginalisiert werden. Dazu bezieht sie sich auf die fiktive Figur „Olympia“ aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Olympia, eine bewegliche Puppe, wächst ihrem Erfinder über den Kopf und wird schließlich wieder von Menschen zerstört. Ausgehend von der Arie der Olympia kreierte Melián einen neuen Soundtrack, der bei Performances während der gesamten Ausstellungsdauer zur Aufführung gebracht wird.

Michaela Meliáns andere Werke

Installation von Michaela Melián, Foto: Lenbachhaus, Installation: Michaela Melián, VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Foto: Lenbachhaus, Installation: Michaela Melián, VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Neben der großen Installation besteht die Ausstellung noch aus weiteren Teilen: Sie präsentiert frühere Werke Meliáns wie „Speicher“ (2008), „Föhrenwald“ (2005) und „Lunapark“ (2011). Speicher ist eine Rauminstallation aus Klängen und Projektionen von Texten und Bildern, die eines der ersten intermedialen Kunstwerke würdigt: "VariaVision – Unendliche Fahrt“ von Alexander Kluge, Edgar Reitz und Josef Anton Riedl. Föhrenwald behandelt den Wandel der Wohnsiedlung Waldram bei Wolfratshausen, die als Arbeitermustersiedlung, als Lager für Zwangsarbeiter, als Camp für jüdische Displaced Persons und als Wohnort für Heimatvertriebene genutzt wurde. In Lunapark stehen von einem Diaprojektor beleuchtete Glasobjekte und Musik im Mittelpunkt.

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