Das amerikanische Städtchen Salem im Jahr 1692: Einige Mädchen werden der Hexerei bezichtigt. Um aus dem Schlamassel herauszukommen, beschuldigen die Mädchen vor Gericht unschuldige Mitbürger. Ein Schauspiel von Arthur Miller.

Pfarrer Parris ertappt seine Nichte Abigail und ihre Freundinnen dabei, wie sie nackt im Wald miteinander tanzen. Ein harmloses Pubertätsritual, um die Kindheit zu verabschieden, bevor sich die Mädchen verheiraten. Doch aus Angst vor harter Bestrafung werden die Freundinnen so panisch, dass sie im Dorf den Eindruck erwecken, vom Teufel besessen zu sein. Der Pfarrer schickt die Mädchen zu einem Exorzisten und ihnen bleibt nur der Ausweg, sich als Besessen zu bekennen und in Zukunft andere Hexen und Satanisten zu erkennen und zu denunzieren.

So kehren in dem kleinen Dorf mittelalterliche Verhältnisse ein. Die Mädchen schnuppern die Luft der Macht über Andere und finden Gefallen daran. Sie denunzieren wahllos unbescholtene Bürger, um sich an ihnen für erlittene Demütigungen zu rächen. Die Denunzierten enden fast immer am Galgen; ohne Prozess und ohne andere Beweise als die Aussage von gewissenlosen Mädchen im Machtrausch.

Arthur Millers Stück aus dem Jahre 1953 ist längst zu einem Bühnenklassiker avanciert. Basierend auf wahren Ereignissen verfasste es der US-amerikanische Autor als Kommentar zur Kommunistenjagd in der McCarthy-Ära. Er warnt mit diesem Stück vor Ignoranz, Bigotterie und Fanatismus, die gemeinsam eine scheinbar demokratische Gemeinschaft zerstören.
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