Richard Wagners "Lohengrin" steht wieder auf dem Spielplan der Bayerischen Staatsoper. Das romantische Meisterwerk aus dem 19. Jahrhundert revolutionierte aufgrund seines leitmotivischen Charakters die damalige Musikwelt.

Hoffnungsträger in unsicheren Zeiten

Nach dem Tod des Herzogs und dem mysteriösen Verschwinden des Kronprinzen bleibt der Thron verwaist. Dem Reich droht Krieg und die Sehnsucht im Volk nach einem mächtigen Heilsbringer ist groß. In unsicheren Zeiten erscheint wie aus einer anderen Welt ein heldenhafter Ritter. Ohne seine Identität preiszugeben wird er zum Hoffnungsträger für die zu Unrecht des Brudermords angeklagte Herzogstochter Elsa und das ganze Land. Als der geheimnisvolle Schwanenritter Lohengrin auf Verlangen Elsas dem Volk seine Herkunft verkündet, löst sich der Zauber um das führungslose Herzogtum und der verfluchte Thronfolger Gottfried kann als Herrscher von Brabant zurückkehren. 

Inszenierung eines Gesamtkunstwerks

Den tragischen Verlauf der Liebesbeziehung zwischen Elsa und Lohengrin symbolisiert Richard Jones in seiner Inszenierung mit der Planung, dem Bau und der letztendlichen Zerstörung eines Hauses. Mit dem Scheitern der Liebe und des Hausbaus schwindet schließlich auch die Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderung. Die sagenumwobene Oper basiert auf Wolfram von Eschenbachs Versepos Parsifal.

Das in Zeiten großer politischer Unruhen entstandene und 1850 in Weimar uraufgeführte Werk Richard Wagners markiert auch musikalisch eine Revoltution. Im Lohengrin überträgt Wagner erstmals dem Orchester eine für sein Gesamtkunstwerk typische Leitfunktion, die sich durch klangliche Motive in der gesamten Handlung und im Seelenleben der Figuren widerspiegelt.

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