Heute würde man von einer "Undercover"-Oper sprechen. Zwei adelige Damen langweilen sich und wechseln inkognito ins Angestelltenverhältnis. Doch das sorgt für jede Menge Chaos. Ein wahres Opernvergnügen von Friedrich von Flotow.
Lady Harriet langweilt sich in ihrem Schloss, und so rät ihr ihre Vertraute Nancy, sich zu verlieben. Lord Tristan jedoch, der sie mit Anträgen verfolgt, ist nicht der richtige Mann für ein Liebesabenteuer. Als die Lady von ihrem Fenster aus die Leute zum Markt von Richmond strömen sieht, heckt sie den Plan aus, sich zusammen mit Nancy als Magd zu verdingen. Die beiden hübschen "Mägde" erregen das Interesse Plumketts, eines reichen Pächters, und seines Pflegebruders Lyonel. Zum Schein lassen sich die beiden Frauen anwerben und stellen mit Entsetzen fest, dass sie sich durch die Annahme eines Handgeldes an die beiden Männer gebunden haben, die sie sogleich mitnehmen.

Zwar stellt sich heraus, dass die beiden neuen Mägde für die Hausarbeit völlig ungeeignet sind, dennoch verliebt sich Plumkett in Julia (alias Nancy) und Lyonel in Martha (alias Lady Harriet). Als Lyonel seiner Martha einen Heiratsantrag macht, weist sie ihn zurück und flieht in derselben Nacht mit Nancy. Zurück im Schloss, kann Lady Harriet den schmucken Lyonel nicht vergessen. Doch als sich die beiden unverhofft begegnen und Lyonel sie umarmen möchte, weiterhin in dem Glauben, sie wäre seine Magd, lässt sie ihn festnehmen und erklärt ihn für verrückt. Ob da noch ein Happy End möglich ist?

Friedrich von Flotows berühmte Oper orientiert sich kompositorisch am französischen Stil der Opéra comique. Mit "Martha" schuf er einen biedermeierlichen Spieloperntypus, der durchzogen ist von beschwingten Tänzen und kantablen Liednummern. Gerade die Melodienfülle sorgte letztendlich für die große Popularität des Werkes, das selbst heute noch einen vergnüglichen Opernabend garantiert. Im Gärtnerplatztheater ist die Oper in der Kult-Inszenierung von Loriot zu sehen, die erstmals 1986 am Staatstheater Stuttgart zu sehen war. Mit viel Witz und akribischer Detailverliebtheit in Bühnenbild und Kostümen sowie in der szenischen Behandlung der Chorpassagen hat sich der Humorist als Opernregisseur bestens bewährt. Obgleich die Inszenierung schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat, so bezaubert sie ihr Publikum immer wieder aufs Neue.
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