Regisseur Christopher Rüping hat für die Münchner Kammerspiele gleich zwei Versionen des Brecht-Stückes verfasst. Einmal als Liebes-, einmal als Revolutionsgeschichte. Beide Inszenierungen werden im Wechsel aufgeführt.

Andreas Kragler wird nun schon seit vier Jahren vermisst. Seine Verlobte Anna hält ihn für verloren und heiratet den Korbfabrikanten Murk. Der hat sie bereits geschwängert. Doch da steht plötzlich Kragler in der Tür. Alle sind fassungslos. Die beiden Männer gehen auf einander los und wollen um ihre Braut kämpfen. Diese ist von ihrem Ehemann Murk angewidert. Kragler zieht sich zurück, will seine Verlobte aber wieder haben - auch mit Kind.

Dann fallen Kanonenschüsse. Wir befinden uns mitten in der Revolution von 1918/1919. Andreas Kragler will nicht für eine Idee sterben, will nicht politisch vereinnahmt werden. Er hat den Krieg satt. Das Einzige, was ihn noch am Leben hält, ist der Gedanke an seine Anna...

1922 erhielt Brecht für sein in München uraufgeführtes Erfolgsstück „Trommeln in der Nacht“ den Kleist-Preis. Er zeigte darin deutlich seine Enttäuschung über den Verlauf der deutschen Novemberrevolution. Eine Inszenierung von Christopher Rüping.
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