Diese Kunst kennt keine Kompromisse: Im Haus der Kunst kreist die Ausstellung „Procession“ (2.2.-3.6.2018) von Kiki Smith um das Schwerpunktthema „menschlicher Körper“ und stellt dabei existenzielle Fragen.

Künstlerisches Schaffen ohne Schamgrenzen

Haus der Kunst im Winter ohne Schnee, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Alter und Tod, Verwundung und Heilung, Fragmentierung, Sexualität und Erinnerung – die Arbeiten der radikalen amerikanischen Künstlerin Kiki Smith (*1954 in Nürnberg) nähern sich der menschlichen Natur auf existenzieller Ebene. Von Schamgrenzen will Smith bei ihrer Kunst nichts wissen. Die Kunst-Karriere wurde Smith praktisch in die Wiege gelegt: Schon ihr Vater Tony Smith (1912-80) war ein renommierter Bildhauer des amerikanischen Minimalismus. 

Ausgestellt sind Skulpturen, die isoliert einzelne menschliche Körperteile zeigen. Auch Körperflüssigkeiten stehen im Fokus ihres Werks. So zeigt die Arbeit „Glass Stomach“ einen Magen als durchsichtiges Gefäß. Die Botschaft: Der Magen als Laborgerät, in dem chemische Vorgänge stattfinden. Oft sind auch verschiedene Motive miteinander verbunden: Die Skulptur „Head of Bird“ (Bild) zeigt einen abgetrennten Kopf auf dessen Kinn ein Rabenvogel sitzt. Interpretationsvorschlag unsererseits: Die Begegnungen zwischen Mensch und Kreatur als Symbol für die Vertrautheit zur Natur.

Erstmalig Serie von zwölf Tapisserien vollständig ausgestellt

Kiki Smith "Sky", Foto: Kiki Smith, courtesy Pace Gallery
Foto: Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Im Haus der Kunst wird außerdem ihre Serie von zwölf Tapisserien erstmalig vollständig ausgestellt. (Bild: Jacquard-Tapisserie "Sky"). Darin erzählt Smith eine Art Schöpfungsgeschichte, in der unter anderem Eva, Adam, Berge, Flüsse, Meer und Gestirn verwoben sind. Immer wieder wirft die Künstlerin in Ihren Arbeiten die Frage auf, wie sich der Mensch gegenüber der Natur verhalten sollte.

Der Name der Ausstellung „Procession“ ist vom lateinischen Wort „procedere“ hergeleitet, was „vorbeischreiten“ bedeutet und in Anlehnung an die Arbeit „The Modern Procession“ des Künstlers Francis Alÿs gewählt wurde: Alÿs trug im Jahr 2002 Repliken bedeutender Werke durch New York – getragen wurde auch Kiki Smith, die auf einem Thron saß.

Rahmenprogramm zur Ausstellung

Bei einer Lesung am Dienstag, 13.3. um 20 Uhr mit dem Titel „Kiki Smith's Favorite Poems“ liest Euch die Schauspielerin Sophie von Kessel zeitgenössische Poesie vor. Am Dienstag 29.3. führt die Schweizer Psychoanalythikerin Jeannette Fischer durch die Ausstellung. Falls also das eine oder andere Werk Euch etwas seltsam vorkommen sollte, könnt Ihr aufdrängende Fragen vor Ort mit der Expertin besprechen.

 

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