Totale Mondfinsternis über München

Mondfinsternis über München am 28.9.2015, Foto: picture alliance / dpa
Foto: picture alliance / dpa

"Lange Nacht" mit Programm in München

(11.7.2018) Am 27.7.2018 erlebt Ihr die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts. Zum sogenannten „Blutmond“ gibt es in der Volkshochschule, der Volkssternwarte, im ESO Supernova und im Deutschen Museum eine "Lange Nacht der Mondfinsternis" mit Teleskopbeobachtungen und Vorträgen. Wann Ihr das Schauspiel am besten seht und welches Programm Euch erwartet - die Organisatoren haben die wichtigsten Fakten vorgestellt...

Was Ihr zur Mondfinsternis wissen müsst

Mond über dem Marienplatz., Foto: picture alliance / blickwinkel
Foto: picture alliance / blickwinkel

Was ist an dieser Mondfinsternis so besonders?
Blutmond! Hört sich gefährlich an, ist aber harmlos, faszinierend und wunderschön. Dabei taucht der Mond in den Kernschatten der Erde ein und erscheint als rötliche Scheibe am Nachthimmel. Die Mondfinsternis im Juli ist mit einer Länge von 103 Minuten die längste des 21. Jahrhunderts. Wer einen noch längeren Blutmond sehen will – der braucht gute Gene. Erst am 9.6.2123 gibt es eine Mondfinsternis, die noch zwei Minuten länger dauert. An sich ist das Himmelsphänomen keine Seltenheit und kommt etwa zweimal im Jahr vor, allerdings ist das Schauspiel nicht immer von überall auf der Erde sichtbar.

Was passiert bei einer totalen Mondfinsternis? 
Am 27.7. könnte sie in München aber nicht besser liegen: Zur Primetime am Freitagabend, zwischen 21:30 Uhr und 23:13 Uhr befindet sich der Mond während der Finsternis vollständig im Kernschatten der Erde. Sie steht also zwischen Mond und Sonne, sodass der Mond daher kein Sonnenlicht erhält. Dadurch wird das Licht auf eine besondere Art und Weise gebrochen, insbesondere die langwelligen roten Anteile. Der Mond ist dann noch schwach sichtbar und steht als sogenannter Blutmond oder roter Mond am Himmel.

Wann ist die nächste totale Mondfinsternis?
Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, damit die Himmelsgucker das besondere Ereignis auch beobachten können. Falls Ihr es verpasst oder die Wolken das Schauspiel verdecken, dann müsst Ihr Euch ein bisschen gedulden bis zur nächsten Chance, das Himmelsereignis mit eigenen Augen zu sehen. Die übernächste totale Mondfinsternis findet am 21.1.2019 statt. Auch sie wird über Deutschland zu sehen sein.

Ablauf der totalen Mondfinsternis

Mondfinsternis, Foto: Marco Sproviero / munichspace.de
Foto: Marco Sproviero / munichspace.de
  • 19:15 Uhr Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde beginnt
  • 20:25 Uhr Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde beginnt
  • 20:48 Uhr Mondaufgang in München
  • 20:57 Uhr Sonnenuntergang in München
  • 21:30 Uhr Beginn der Totalität
  • 22:23 Uhr totale Mondfinsternis maximal
  • 23:13 Uhr Ende der Totalität
  • 00:19 Uhr Mond hat den Kernschatten der Erde verlassen
  • 01:29 Uhr Mond hat den Halbschatten der Erde verlassen

Programm zur Mondfinsternis

ESO Supernova in Garching bei Nacht, Foto: ESO/P.Horálek
Foto: ESO/P.Horálek

Geplant sind zahlreiche Aktionen an vier Standorten in und um München. Die Münchner Volkshochschule im Einstein 28, die LMU-Fakultät für Physik, das Deutsche Museum mit der Beobachtergruppe der Sternwarte, die Volkssternwarte und das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum in Garching nehmen dieses Naturschauspiel zum Anlass für „Die lange Nacht der Mondfinsternis“ - die sich auch bei bewölktem Himmel lohnt. Vorträge, Führungen, Teleskopbeobachtungen oder Planetariums-Vorstellungen – in dieser Nacht steht der Mond im Mittelpunkt.

Und auch der prominente Astrophysiker und TV-Moderator Harald Lesch begleitet die besondere Nacht. Er sagt: „Über den Mond griff die Menschheit nach den Sternen. Darüber, über den Mond als Trabant und Begleiter der Erde und als Ziel der Astronauten vor fast 50 Jahren werden wir reden. Hoffentlich kommen viele, um zu sehen und zu hören“.

Münchner Volkshochschule im Einstein 28: (Einsteinstraße 28)
18:30 bis 20 Uhr - Natur- und kulturwissenschaftliches Begleitprogramm zur Mondfinsternis: halbstündige Kurzvorträge, z.B. „Unser Mond – ein ganz besonderer Trabrant“, „Was wir sehen und wie wir uns täuschen: Mondbeobachtung“, „Der Mond: Sprungbrett zum Mars?“, „Literarische Reise zum Mond“
20.45 bis 23.15 Uhr – Mit Lesch live dabei: Die lange Nacht der Mondfinsternis Prof. Dr. Harald Lesch und Dr. Cecila Scorza (LMU Physik) kommentieren die Live-Bilder zur Mondfinsternis

Deutsches Museum: (Museumsinsel 1)
Ab 18.30 Uhr – Öffnung der Weststernwarte mit Teleskopbeobachtung (nicht die Mondfinsternis)
19.30 Uhr, 20.30 Uhr, 21.30 Uhr – Halbstündige Führungen durch die Abteilung Astronomie
19 Uhr, 20 Uhr, 21 Uhr – Halbstündige Sondervorführungen im Planetarium
18.30 bis 24 Uhr – Öffnung der Planetariumsterrassen
Ab 20.30 Uhr – Öffnung der Oststernwarte mit Teleskopbeobachtung (betreut von der Beobachtergruppe)
Ab 20.30 Uhr – Aufstellung und Betreuung von Teleskopen durch die Beobachtergruppe im Sonnenuhrengarten

Volkssternwarte: (Rosenheimer Straße 145h Rgb.)
Ab 19.00 Uhr – Teleskopbeobachtung auf der Dachplattform der Volkssternwarte & Halbstündige Kurzvorträge über Geschichte und Entstehung von Mondfinsternissen & Kurzvorstellungen im Planetarium der Volkssternwarte, mit Simulation einer Mondfinsternis & Öffnung der Ausstellung mit Modellen zu Erde, Mond und Sonne sowie zum restlichen Sonnensystem

ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum: (Karl-Schwarzschild-Straße 2 in Garching)
Ab 18.30 Uhr – Kinderprogramm & Live-Show im Planetarium zur Mondfinsternis & Planetariumsvorführung „Back to the Moon for Good“ & Beobachtung des Mondes mit Teleskop auf der Dachterrasse

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