An diesem Abend stehen zwei symphonische Highlights auf dem Programm, die sich musikalisch wie inhaltlich mit geistlicher Musik auseinandersetzen. Den Anfang macht Strawinskys Psalmensymphonie, gefolgt von Mahlers monumentaler „Symphonie der Tausend“.

Die Uraufführung von Gustav Mahlers Werk auf einem Münchner Ausstellungsgelände im Jahr 1910 war ein Massenspektakel der Superlative. Anlässlich der 850 beteiligten Choristen und 170 Instrumentalisten warb der Veranstalter für Mahlers Achte mit dem Slogan "Symphonie der Tausend". Es war wirklich ein Mega-Event: Zu dem überdimensionalen Orchester mit mehrfachen Bläserbesetzungen, mit Orgel und weiteren Tasteninstrumenten gesellten sich zwei gemischte Chöre, ein Knabenchor und acht Solisten. Das Werk erhielt durch diese Vokalgruppen den Charakter einer Kantate oder eines Oratoriums. Oft warf man der achten Symphonie Effekthascherei vor und übersah dabei Mahlers subtile und nicht-grelle Handhabung der Klangmassen.

Die zwei Teile der Symphonie scharen sich jeweils um recht unterschiedliche Texte. Im Zentrum des ersten Teils steht ein Pfingsthymnus aus dem 9. Jahrhundert "Veni, creator spiritus", den zweiten Teil bildet die Vertonung der Schlussszene aus Goethes Faust II, die Verklärung des Helden. In nur zwei Sommern verfasste Mahler dieses metaphysische Werk, das er seiner Frau Alma widmete.
Programm:

Igor Strawinsky
"Symphonie de psaumes" (Psalmensymphonie)

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 8 Es-Dur "Symphonie der Tausend"
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