Als München bunt wurde

Ganz besondere Einblicke in Münchens Geschichte: Die Ausstellung "München farbig, 1948-1965" zeigt bis zum 16.9.2018 Farbfotografien aus der Nachkriegszeit. Hier erlebt Ihr München von einer selten gezeigten Seite - mit dem Alltag in der zerstörten Stadt, vertrauten Orten in Schutt und Asche und auch vergessenen Wahrzeichen.

Frühe Aufnahmen von München in Farbe

Ausstellung "München farbig" - Stachus 1953, Foto: Sebastian Winkler
Foto: Sebastian Winkler

Wie hat München nach dem 2. Weltkrieg ausgesehen? Die meisten kennen die Bilder nur aus Geschichtsbüchern oder wackeligen Schwarz-Weiß-Filmen. Eine neue Ausstellung mit dem Titel „München farbig – vom Trümmerfeld zum U-Bahnbau", zeigt die frühe Nachkriegszeit in München jetzt aber bunt. Die Architekturgalerie trägt erstmals Farbfotografien der zerstörten Stadt zusammen. Die meisten Bilder haben dabei übrigens keine professionellen Fotografen gemacht - größtenteils haben US-Touristen und Besatzungssoldaten den Auslöser gedrückt. Um so unmittelbarer sind die Eindrücke aus dem Stadtleben, die der Münchner Fotosammler Sebastian Winkler über viele Jahre zusammengetragen hat.

Die Bilder erzählen vom Alltag der damaligen Zeit, zu der auch Feiern und Vergnügen gehörte. Gleichzeitig zeichnen die Bilder aber auch ein düsteres Bild. Sie zeigen die Trauer der Menschen zwischen Trümmern, Bombenschutt und Ruinen: Die schwer zerstörte Glyptothek, das Hertie-Hochhaus oder die zerbombte Sonnenstraße. In der Ausstellung entdeckt Ihr aber auch Dinge, die heute im Stadtbild nicht mehr zu sehen sind - etwa die Kuppel der ehemaligen Hopfenpost, die als Gerippe die Stadt bis 1959 prägte. Viele eingeschossige Behelfsbauten, die heute verschwunden sind, wirken aus heutiger Perspektive ebenso außergewöhnlich wie Autos und Mode – oder ein Blick auf das Oktoberfest.

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