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Premiere im Februar: Die britische Regisseurin Katie Mitchell vereint Béla Bartóks einzige Oper mit seinem Spätwerk: am 1. Februar öffnet sich der Vorhang erstmals für „Judith: Konzert für Orchester/Herzog Blaubarts Burg“ im Nationaltheater.

Abgründige Einblicke

Der sagenhafte Blaubart-Stoff entstammt der Märchensammlung des französischen Schriftstellers Charles Perrault (1628-1703) und wurde seitdem für zahlreiche Werke adaptiert. Der ungarische Komponist Béla Bartók schuf zusammen mit seinem Librettisten Béla Balzás eine Oper, die mit großer symbolischer Kraft die schicksalhafte Beziehung zwischen Herzog Blaubart und seiner Gemahlin Judith auf die Bühne bringt. Obwohl ihr dreimal die Möglichkeit zur Umkehr gewährt wurde, entscheidet sich Judith in der finsteren Festung ihres neuvermählten Herzogs zu bleiben und besiegelt dadurch ihr verhängnisvolles Schicksal. In der Hoffnung nach mehr Licht und Wärme verlangt sie nacheinander die Öffnung von sieben verschlossenen Türen. Mit jeder geöffneten Tür gibt Blaubart einen weiteren Einblick in seine abgründige Welt und zeigt immer mehr von seiner wahren Persönlichkeit. Als Judith schließlich auch die geheimnisvolle siebte Tür zu öffnen verlangt, wird sie mit ihrem unausweichlichen Schicksal konfrontiert.

Werkgeschichte und Neuinszenierung

Béla Bartóks einzige Oper entstand im Jahr 1911 in Ungarn. Als sein Heimatland gegen Ende der 1930er immer mehr unter den Einfluss der Nationalsozialisten geriet, emigrierte Bartók in die USA. Dort schuf er sein Konzert für Orchester als Auftragswerk, in dem er über dreißig Jahre später Motive aus Herzog Blaubarts Burg verarbeitete. Die britische Regisseurin Katie Mitchell verwendete für die Neuproduktion an der Bayerischen Staatsoper Bartóks finale Version, die in einer Überarbeitung erst kurz vor seinem Tod entstand. In ihrer Neuinterpretation rückt Mitchell die Portagonistin Judith ins Zentrum, die dem Abend nun auch den Titel gibt. Die Neuproduktion ist eine Zusammensetzung von Bartoks Operneinakter Herzog Blaubarts Burg (1911) und seinem Konzert für Orchester (1943). Beide Werke weisen eine starke musikalische Verbindung auf, die das Konzert für Orchester zu einer „dramatisch perfekten Einstimmung“ auf die darauffolgende Oper macht.

Auf der Bühne des Nationaltheaters werden Nina Stemme (Judith) und John Lundgren (Herzog Blaubart) die Hauptpartien singen. Die musikalische Leitung hat Oskana Lyniv.

Die Bayerische Staatsoper

Bayerische Staatsoper, Nationaltheater, München, Foto: Wilfried Hösl
Foto: Wilfried Hösl

Künstlerisch tonangebend - wirtschaftlich erfolgreich: Mit Aufsehen erregenden Neuinszenierungen und hochkarätigen Künstlern schafft es die Bayerische Staatsoper immer wieder zu überraschen.
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