Wenn’s mal nicht das Oktoberfest sein muss

Im Haus der Kunst: Die Goldene Bar, Foto: Goldene Bar
Foto: Goldene Bar

Ausgehen – aber nicht auf die Wiesn?

An 16 Tagen im Jahr bestimmt das Oktoberfest das Lebensgefühl vieler Münchner. Nicht nur für jene, die allabendlich auf die Theresienwiese fahren. Sondern auch für die Besucher der vielen Bars und Clubs an der Isar. Denn wenn auf der Wiesn die Bierzelte schließen, wird oft in der Innenstadt noch weiter gefeiert. Aber wer mal einen Abend lang weder Dirndl noch Lederhosn sehen mag, wird in München ebenfalls fündig.

Am Hauptbahnhof: Café Kosmos

Am Hauptbahnhof: Café Kosmos, Foto: Markus Büttner
Foto: Markus Büttner

Das Café Kosmos ist eine Bar, die auf sich schaut, nicht auf Trends. Vielleicht gibt es diese Institution am Hauptbahnhof auch deshalb schon seit 11 Jahren. Im Kosmos trinkt man auch mal Hamburger statt Münchner Bier – und das auch noch zu Preisen, die mehr als moderat und angenehm sind. Von Anfang an entschied sich Betreiber Florian Schönhofer, während des Oktoberfests den Besuchern mit Tracht rigoros den Einlass zu verwehren. „Die Preise und die Lage sorgen einfach dafür, dass der Laden eh knüppelvoll ist“, erklärt er. „Wir wollen eine Oase der Ruhe bieten, in der man auch während der Wiesn ein normales Leben führen kann.“ Das wissen nicht nur Stammgäste zu schätzen: „Der US-Schriftsteller Bret Easton Ellis war vor einigen Jahren zur Wiesn in München und verbrachte die meiste Zeit nur bei uns“, so Schönhofer.

Im Haus der Kunst: Die Goldene Bar

Im Haus der Kunst: Die Goldene Bar, Foto: Goldene Bar
Foto: Goldene Bar

Die Sonnenuntergänge auf der Terrasse der Goldenen Bar im Sommer, die exquisiten Drinks oder auch die Einrichtung im Inneren des historischen Gebäudes sind außergewöhnlich. Und die Tür-Politik während des Oktoberfests ist es auch. „Wir schließen prinzipiell niemanden in Tracht aus“, sagt Betreiber Klaus Rainer. „Und wenn jemand noch fit und nett ist, kommt er auch in Dirndl und Lederhosn bei uns hinein. Aber aus Erfahrung wissen wir, dass 9 von 10 Besuchern in Tracht nach der Wiesn eher nicht mehr in eine klassische Bar gehen sollten. Und deshalb haben wir auch in diesem Jahr zur Wiesn wieder Türsteher.“
 

Glockenbach: Goldener Reiter

Glockenbach: Goldener Reiter, Foto: Goldener Reiter
Foto: Goldener Reiter

Nachdem das Awi in der Müllerstraße seine Tore im April geschlossen hatte, ritten die Betreiber um Felix Ruëff mit dem Goldenen Reiter nur ein paar Straßen weiter in die Theklastraße. Seitdem versorgen sie dort Woche für Woche das Szene-Publikum mit elektronischer Musik und allgemein anspruchsvollem Sound. Im Herbst soll noch ein Kunstraum für Vernissagen dazukommen. Zur Wiesn wollen die Betreiber jedoch ganz bewusst „eine Insel ohne Tracht“ sein. Felix Ruëff: „Es gibt schließlich noch genügend andere Läden in München, in denen die Menschen mit Tracht nach der Wiesn noch weggehen können. Wir wollen einer der Läden sein, der den Gästen die Möglichkeit gibt, auch während der Wiesn ganz normal zu feiern.“

Gärtnerplatz: Rodman

Gärtnerplatz: Rodman, Foto: Markus Büttner
Foto: Markus Büttner

Der Hip-Hop- und Szene-Laden Rodman in der Rumfordstraße wirbt sogar offensiv damit, eine „Anti Social Wiesn Bar“ zu sein. „Wir sind wie unser Namensgeber, die Basketball-Legende Dennis Rodman“, erzählen John Angulo und Robert Kretschmer. „Wir sind anders – und wir machen einfach unser Ding. Gegen den Strom zu schwimmen ist für uns normal.“ Dass man dann vielleicht auch auf den einen oder anderen Stammgast in Lederhosn und Dirndl verzichten muss, ist den beiden bewusst. Deshalb auch die Werbung im Vorfeld. Eben damit sich nach der letzten Wiesn-Mass keiner dorthin verläuft.


Text: Markus Büttner
Fotos: Goldene Bar, Markus Büttner, Goldener Reiter

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