Das Oktoberfest-Tagebuch 2018

Impressionen vom dritten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Die Wiesn 2018 ist vorbei - wenn Ihr sie verpasst habt oder nochmal in Erinnerungen schwelgen wollt, werft einen Blick in unser Tagebuch! Denn: Das größte Volksfest der Welt schreibt immer noch die besten Geschichten...

Sonntag, 7.10.: Wiesn-Finale mit Traumwetter, Stars und Böllerschießen

Böllerschießen auf dem Oktoberfest, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Der letzte Oktoberfest-Tag bescherte uns noch mal perfektes Wiesn-Wetter - wie auch an so vielen Tagen zuvor. „Wir hatten zur Wiesn ein Traumwetter - wie man es sich besser gar nicht vorstellen kann. Man verspürte wieder viel Lust auf die Wiesn. Dirndl und Lederhosn waren wieder angesagt“, so Wiesn-Chef Josef Schmid heute bei der Bekanntgabe des vorläufigen Oktoberfest-Schlussberichts.

Apropos: 6,3 Millionen Gäste kamen zum 185. Oktoberfest, „Cordula Grün“ ist der Wiesn-Hit 2018 und nach Aussage der Brauereien tranken die Besucher dieses Jahr insgesamt 7,5 Millionen Maß Bier. Und beim Böllerschießen läuteten die Schützen am letzten Wiesntag traditionell um Punkt 12 Uhr mit einer Blaskapelle das Ende des Oktoberfests ein. Auch die Stars des FC Bayern München ließen es sich trotz der Heimpleite am Vortag gegen Gladbach nicht nehmen, traditionsgemäß auf der Wiesn zu feiern.

Samstag, 6. Oktober: Das Flachmann-Geheimnis des Wiesn-Chefs

Wiesn-Chef Josef Schmid., Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle 2018
Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle 2018

Schon seit einigen Tagen lässt sich Wiesn-Chef Josef Schmid mit einem vermeintlichen Hirschfänger blicken. Eigentlich ist so ein Messer ja verboten. Josef Schmid verstößt natürlich nicht gegen die Regeln, denn tatsächlich handelt es sich nicht um einen Hirschfänger, sondern um einen Flachmann – gefüllt mit Wasser. „Falls mir bei meinen vielen Reden mal die Stimme wegbleibt, muss ich momentan immer etwas Wasser dabei haben. Ich bin beim Reingehen aufs Oktoberfest noch jedes Mal kontrolliert worden. Und es trägt jedes Mal zur Erheiterung bei, wenn die Security dann sieht, dass es sich nicht um einen Hirschfänger, sondern um einen Flachmann mit Wasser darin handelt“, so Schmid.

Zu Höhenflügen war den Mitarbeitern der Aicher Ambulanz heute zumute. Sie vergnügten sich in ihrer einsatzfreien Zeit im Skyfall-Tower – hat man von oben doch einen hervorragenden Überblick.

Freitag, 5.10.: Keine Chance für Wehmut

Sonne vor dem Herzkasperl-Festzelt, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Allmählich biegt die Wiesn auf die Zielgerade ein, aber wir geben der aufkeimenden Wehmut keine Chance. Dafür ist einfach alles zu schön: Der Sonnenschein, die gutgelaunten Leute, das herumschwirrende Kettenkarussell. Hört man sich in den Festzelten um, so scheinen die Besucher auch nach fast zwei Wochen Wiesn-Gaudi kein bisschen müde zu sein - wie unsere neue Umfrage nach dem Wiesnhit beweist. Wer hätte gedacht, dass der Radio-Hit "Dancing in the Moonlight" mal eine Karriere im Bierzelt hinlegt?

Übrigens: Das anstehende letzte Wiesn-Wochenende soll wieder weitgehend sonnig und freundlich werden. Ihr könnt Euch also durchaus noch mal auf blauen Himmel freuen, mit nur leichter Bewölkung zwischendrin - zumindest Stand jetzt. Ebenfalls am Sonntag verkündet Wiesn-Chef Josef Schmid dann die Abschlussbilanz des Oktoberfests - und nach allem, was man so hört, dürfte die dieses Jahr ziemlich erfreulich ausfallen. Unklar ist, ob in den Statistiken auch die Zahl der vom Riesenaffen vor dem neuen "Dschungelcamp" nassgespritzten Besucher auftaucht. Oder die Zahl der zur Freude der Zuschauer auf dem Toboggan gestrauchelten Wagemutigen. Das wären doch mal "Hard Facts", die uns interessieren!

Donnerstag, 4.10.: Treffen sich zwei Bands unterm Riesenrad...

Seiler + Speer und LaBrassBanda auf dem Oktoberfest 2018, Foto: muenchen.de / Leonie Liebich 2018
Foto: muenchen.de / Leonie Liebich 2018

Zwar ist es noch zu früh für ein Fazit, gefühlt kann man aber festhalten: In diesem Jahr war die Wiesn mit dem Wettergott im Bunde! Auch heute wieder: Strahlender Sonnenschein, gut gelaunte Besucher, beste Stimmung. Ideale Bedingungen für das Treffen zweier erfolgreicher Bands mit Wiesn-Stallgeruch: Seiler & Speer und LaBrassBanda kamen im Museumszelt zusammen - eigentlich, um ein gemeinsames Konzert im nächsten Jahr auf dem Königsplatz anzukündigen. Aber wenn man schon einmal da ist, kann man ja auch vor dem Riesenrad posieren. "Einmal im Jahr muss die Wiesn mindestens sein", sagte uns LaBrassBanda-Frontmann Stefan Dettl. Sehen wir genauso.

(Auf dem Foto: Seiler & Speer als 3. und 4. von links zwischen den Mitgliedern von LaBrassBanda)

Wer die beiden Bands zufällig beim Wiesn-Rundgang gesehen und vielleicht sogar ein Selfie ergattert hat, durfte sich glücklich schätzen. Weniger Glück hatte ein 53-jähriger Bielefelder, der es in der Nacht auf Donnerstag auf ein schönes Paar Wiesn-Schuhe abgesehen hatte. Er hatte einem 18-jährigen, der auf einer Parkbank schlief, bereits das Schuhwerk ausgezogen - da lief er Taschendiebfahndern der Münchner Polizei in die Arme. Merke: Schuster, bleib bei deinen Leisten, genieße die letzten Tage des ganz normalen Wiesn-Wahnsinns und freue dich über das Kaiserwetter, das zumindest am Freitag noch anhalten soll...

Mittwoch, 3.10.: Draufgänger und Wiesnromantik

Impressionen vom zweiten Wiesnwochenende, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Wechselhaft präsentierte sich das Wiesnwetter am Tag der Deutschen Einheit. Kein Grund für die Wiesnbesucher den Feiertag nicht zum Feiern zu nutzen. Unter den Oktoberfestgästen waren heute auch „Die Draufgänger“, die den Sommerhit „Cordula Grün“ von Josh in eine wiesntaugliche Party-Hymne verwandelt haben. Längst einer der Wiesn-Hit Favoriten 2018. „München, wir sind da“ ließen die Musiker bei Instagram wissen.

Eine schöne Geschichte mit Happy End-Potenzial vermeldete heute die Bundespolizei: Eine 27-Jährige war von einem lächelnden Beamten des Wiesn-Diensts am Hauptbahnhof angetan, traute sich aber nicht ihn anzusprechen. Später fasste sie sich dann ein Herz und schrieb eine Email an die Polizei. Die konnten tatsächlich den Herzensbrecher ermitteln, der sich sogar an an den Blickkontakt erinnerte. Nein, es war nicht der Herr mit dem riesigen Wiesn-Herz auf unserem Foto - ob dieser Wiesn-Besucher seine Herzensdame noch getroffen hat, wissen wir leider nicht. Eines steht jedenfalls fest: "Großherziger" als er war mit Sicherheit niemand auf der Theresienwiese unterwegs.

Dienstag, 2.10.: Wir ziehen den Hut vor dem Gentleman

Bierzelt-Besucher stoßen gut gelaunt an, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Wann gibt's das sonst schonmal - den ganz normalen Wiesn-Wahnsinn an einem Dienstag? Dank des anstehenden Feiertags und des abendlichen Champions-League-Spiels der Bayern gegen Ajax Amsterdam ging es heute auf der Wiesn zu wie sonst nur am mittleren Samstag. Vorsorglich warnte die MVG schon einmal vor, dass es ab dem Nachmittag etwas eng werden könnte in den U-Bahnen. Erstaunlich viele Wiesn-Besucher waren auch heute wieder auf der Suche nach einer gewissen "Cordula Grün". Habt Ihr sie gesehen? Sachdienliche Hinweise nimmt jede Wiesnband entgegen - denn der Song bringt sich immer mehr als neuer Wiesnhit in Stellung. Wir sagen: Kein Wunder! Der eingängige Refrain kommt auch zu später Stunde noch textsicher aus jeder Kehle.

WiesnGentleman 2018 Max V., Foto: muenchen.de/ Daniel Vauel 2018
Foto: muenchen.de/ Daniel Vauel 2018

Aber selbst im größten Trubel muss noch Zeit sein für eine besondere Auszeichnung: Heute wurde der Titel des Wiesn-Gentleman verliehen. Den bekommt man nicht dafür, dass man besonders höflich die Tür zum Bierzelt aufhält. Nein, der diesjährige Gentleman Max V. hat im vergangenen Jahr einem Wiesn-Besucher in Not geholfen, sein Hotel wiederzufinden. Wir sagen: Hut ab für so viel Einsatz und Zivilcourage - und wie wir sehen, hat der Preisträger das mit dem Hut abnehmen sogar wörtlich genommen. Wir sind gespannt, welchen Gentleman wir im nächsten Jahr vorstellen dürfen.

Montag, 1.10.: Es kann nicht immer nur Sonne geben

Oktoberfestbesucher stoßen mit Maßkrügen an, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Neuer Monat, neues Glück? Nun ja, beim Wetter traf das heute eher nicht zu. Nach all den fantastischen Spätsommertagen begann der Oktober auf der Wiesn  mit viel Regen und dicken Wolken. Gut, wer bei Temperaturen knapp im zweistelligen Bereich eine dicke Trachtenjacke dabei hatte! Doch von ein bisserl schlechtem Wetter lassen wir uns doch die Wiesn-Gaudi nicht vermiesen. Während in den großen Zelten spätestens zur Mittagszeit die Stimmung wieder frühlingshaft-gut war (siehe Foto), wurde es im Fisch-Bäda feierlich: Im kleinen Traditionszelt ehrte heute Wiesn-Chef Josef Schmid die diesjährigen Oktoberfest-Jubilare. Zusammen bringen sie es auf 225 Jahre Wiesn-Erfahrung. Und haben vermutlich schon ganz anderes Wetter überlebt als wir heute...

Das Wiesn-Fundbüro, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Wir haben mal eine Stippvisite im Wiesn-Fundbüro eingelegt, um zu schauen, ob dieses Jahr schon kuriose Gegenstände abgegeben wurden - neben all den Smartphones, Geldbörsen und Sonnenbrillen, die sowieso Jahr für Jahr dort landen. Und, ja, die Mitarbeiter konnten uns schon ein Blasinstrument präsentieren, von dem man annehmen würde, es sei unmöglich zu verlieren (Foto). Und das Oktoberfest geht ja auch noch ein paar Tage. Vielleicht gesellen sich noch Gitarre, Schlagzeug und Keyboard zu den Fundstücken hinzu?

Sonntag, 30.9.: OB Reiter schwingt den Taktstock und fährt Teufelsrad

Das traditionelle Standkonzert auf der Wiesn 2018, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Wenn der Oberbürgermeister den Taktstock auf dem Oktoberfest schwingt, kann das nur eines bedeuten. Es ist zweiter Wiesnsonntag und es ist Standkonzert. Dieter Reiter dirigierte heute beim Standkonzert zu Füßen der Bavaria die Festkapellen. Bei schönstem Wetter genossen die Wiesn-Besucher bayerische Volksmusik. Zu Beginn des Konzertes gab es eine Gedenkminute für den nach einem Streit am Freitagabend tödlich verletzten Mann. Münchens OB Dieter Reiter sagte, er hoffe auf eine friedliche zweite Wiesn-Hälfte, wichtig sei, dass alle Spaß haben.

Das war bei der anschließenden Fahrt auf dem Teufelsrad sicherlich der Fall. Fast schon traditionell stieg der Oberbürgermeister mit Polizeibegleitung auf die wilde Drehscheibe. Und, was sollen wir sagen - er schlug sich alles andere als schlecht. Wenn nur der Ball nicht gewesen wäre ... aber seht selbst im Video!

Wiesn-Chef Josef Schmid begrüßt französische und italienische Polizisten, Foto: muenchen.de/ Daniel Vauel
Foto: muenchen.de/ Daniel Vauel

Bevor die zweite Wiesn-Woche beginnt, hat Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid aber nochmal zurück geschaut. Er präsentierte die offizielle Halbzeitbilanz zum Oktoberfest. Rund 3,3 Millionen Besucher waren bereits auf der Theresienwiese. Darunter viele Familien die es bislang auf die Wiesn gezogen hat, sagte Schmid. Und das Wetter war in der ersten Wiesn-Woche sowieso ein Traum. Das Oktoberfest macht also wieder einmal sehr viel Spaß, was auch daran liegt, dass so viele Sicherheitskräfte auf die Besucher aufpassen. Traditionell sind zum Italiener-Wochenende auch zahlreiche Polizisten aus Italien und Frankreich im Einsatz. Sie unterstützen die Münchner Polizei. Josef Schmid dankte ihnen im Namen der Festleitung und überreichte Geschenke: Lebkuchenherzen und Maßkrüge. Wir sagen: Grazie, merci und vielen Dank!

Samstag, 29.9.: Ciao Italia - das Italienerwochenende beginnt

Italienerwochenende auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Dieser Samstag war der Oktoberfest-Start für viele Gäste aus Italien. Sie freuen sich schon das ganze Jahr auf ihr Wiesnwochenende. Dann heißt die Wiesn ja auch inoffiziell "Festa d'ottobre". Italiener und Münchner feierten heute gemeinsam das größte Volksfest der Welt und statt Vino gab's bayerisches Bier. Wie das aussieht und sich anhört, seht Ihr in unserem Video zum Italienerwochenende. Denn wir haben uns umgeschaut und ein paar der freundlichen Nachbarn getroffen.

Ein trauriges Thema, das heute viele beschäftigt hat, war allerdings die Rangelei mit tödlichem Ausgang vom Freitagabend, wegen der die Polizei ermittelt.

Schmankerl auf der Wiesn, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Kulinarik auf dem Oktoberfest: Unsere Fotografen waren auf der Jagd nach den besten Wiesn-Schmankerln. Läuft Euch das Wasser auch schon im Mund zusammen, dann wartet erst mal ab bis Ihr unsere Wiesn-Rezepte lest. Oder wie klingt Weißbiertiramisu vom Stiftl in Euren Ohren? Wie eine verdammt gute Idee - das sehen wir auch so. Die Bildergalerie mit kulinarischen Highlights vom Oktoberfest gibt's hier.

Die Italiener ließen es sich heute auch besonders gut schmecken, vor allem Dank Kaiserwetter war der Start ein voller Erfolg. Dass das Wetter ausgerechnet am Italienerwochende so super ist - grazie mille.

Freitag, 28.9.: Aus dem Alltag der Wiesnwache

Polizei auf dem Oktoberfest

Ja, ein Polizist auf der Wiesn muss manchmal auch zupacken können. Schon Gerhard Polt wusste von Festgästen zu berichten, die ihren Mitmenschen im Disput "lediglich den Maßkrug leicht auf den Kopf gesetzt haben" und anschließend aus dem Zelt befördert werden mussten. Doch die Polizei hat beim Oktoberfest natürlich noch viel mehr zu tun. Einmalige Einblicke gewährt jedes Jahr die Twitter-Aktion "#Wiesnwache". Dort twittert die Zentrale 12 Stunden lang live von den mitunter skurillen Einsätzen. Heute war es wieder soweit und wir durften den Polizisten beim Ritt auf dem Teufelsrad zusehen, erfuhren aber auch von italienischen Besuchern, für die zu einer Wiesn offenbar Gras dazugehört. Und von einem Langfinger, dem die Karl-Valentin-Filme im Museumszelt so gut gefielen, dass er den USB-Stick mit den Dateien gleich mitnehmen wollte. Mei o mei...

Nach einem Streit mit tödlichem Ausgang bei einem der Festzelte hat die Polizei ihren Twitter-Marathon #Wiesnwache dann aus Pietätsgründen abgebrochen.

Impressionen von der ersten Wiesnwoche, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Auch wenn wir Gefahr laufen, uns zu wiederholen: Das Wetter war auch heute ein purer Wiesn-Traum (siehe Beweisfoto). Sonne satt und angenehme, nicht zu heiße Temperaturen - kein Wunder, dass das Festgelände wieder gut besucht war. Bürgermeister Josef Schmid verriet heute vorab, dass die Besucherzahlen der diesjährigen Wiesn sich sehen lassen können - die offizielle Halbzeitbilanz gibt's aber erst am Sonntag. Auch zum Wiesnhit hat sich der Wiesn-Chef geäußert: "Cordula Grün" heißt die Favoritin auf den heiß begehrten Titel. Die Dame geht aber auch sehr angenehm ins Ohr. Mal sehen, wie es die italienischen Besucher am anstehenden Italienerwochenende handhaben. Für sie wäre es ja ein Leichtes, die Waagschale doch noch in Richtung "Bella Ciao" kippen zu lassen. Andiamo!

Donnerstag, 27.9.: Von Wiesn-Müll und Besinnlichkeit

Das Müllkonzept auf der Wiesn 2018, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

150 bis 200 Gramm Müll produziert ein einzelner Oktoberfestgast. Klingt viel? Ist es auch - aber tatsächlich ist diese Zahl für den Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) ein großer Erfolg. Denn bevor das Mehrweggebot 1991 auf der Wiesn eingeführt wurde, verwendete man viel Einweggeschirr, welches die Müllmenge auf bis zu 9.000 Tonnen pro Wiesn ansteigen ließ. Doch Mehrweg sei Dank, sind diese enormen Zahlen seitdem deutlich geschrumpft. Im letzten Jahr mussten die 20 fleißigen Müllmänner, die jede Wiesn-Nacht im Dienst sind, nur noch 1.160 Tonnen Müll entsorgen. Also liebe Besucher, hinterlasst die Wiesn so, wie Ihr sie vorgefunden habt - damit der nächste Gast auf der Suche nach einer leckeren Maß Bier nicht über gebrannte Mandeln oder Hendl-Reste stolpern muss.

Wiesngottesdienst 2018 im Marstall Festzelt, Foto: muenchen.de/Daniel Vauel 2018
Foto: muenchen.de/Daniel Vauel 2018

Ja, es gibt auf dem Oktoberfest durchaus Momente der Besinnlichkeit und des Innehaltens. Traditionell ist der jährliche Wiesn-Gottesdienst so ein Moment - heute vormittag fand er im Marstall-Zelt statt. Derart gestärkt und mit Gottes Segen versehen nahm die Wiesn am bislang sonnigsten und wärmsten Tag ihren Betrieb auf.

Mittwoch, 26.9.: Skurrile Fundstücke im Zelt und im Archiv

Wir geben's ja zu: Zu den absoluten Wiesn-Highlights gehört für uns jedes Jahr der Besuch im Fundbüro, wo teilweise absolut skurrile Gegenstände auf Abholung warten. Hier könnt Ihr sehen, was im Vorjahr dort alles abgegeben wurde - zum Beispiel zwei Krücken. Dieses Jahr ist die Ausbeute offenbar schon zu Beginn recht groß. Die Münchner Polizei suchte heute per Facebook-Aufruf  den Besitzer eines Horns. Nicht eines Einhorns, sondern eines Blasinstruments, das am Schnapserlstand vergessen wurde. Vielleicht ergeben die polizeilichen Ermittlungen, wie es der Besitzer geschafft hat, ein derart großes Musikinstrument zu verlieren - wir sind gespannt.

Impressionen von der ersten Wiesnwoche, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño 2018

Horn hin, Horn her - das Wetter meinte es heute wieder sehr gut mit den Wiesn-Besuchern. Schon früh waren die Außenbiergärten der Zelte gut gefüllt (Foto), und wer noch Sonnencreme vom Rekord-Sommer übrig hatte, dürfte sie jetzt verbraucht haben. Sehr gemütlich ging es auch beim traditionellen Altschausteller-Stammtisch zu: Bürgermeister Josef Schmid begrüßte im Marstallzelt verdiente Wiesn-Persönlichkeiten, die unser Volksfest viele Jahre lang entscheidend geprägt haben.

Mag sich mancher "Alteingesessene" auch über moderne Wiesn-Modetrends wie den unausweichlichen Hendlhut aufregen - das Stadtarchiv München hat heute mit einem humorvollen Post bewiesen, dass skurrile Kopfbedeckungen kein neuer Trend auf dem Oktoberfest sind. Schon 1958 gab es nämlich den Maßkrug-Hut...

Dienstag, 25.9.: Von Kindern, Würsten und Quiz-Fragen

Wiesn-Bummel für 1100 Münchner Vorschulkinder, Foto: muenchen.de/Katy Spichal
Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Wer bisher dachte, eine gute Wiesn-Bedienung muss es nur in den Armen haben und acht Maßkrüge auf einmal schleppen können, wurde eines Besseren belehrt. Heute machte die Nachricht von einer Wiesn-Kellnerin die Runde, die bei "Wer wird Millionär?" schlappe 500.000 Euro abgeräumt hat. Wir gehen davon aus, dass die Frau gut gelaunt zur Arbeit im Zelt erschien. Andererseits: Wenn die Sonne so lacht wie heute und die Stimmung auf der Theresienwiese derart entspannt ist -  dann schleppen sich die Maßkrüge sowieso fast von alleine. Und die 1.100 Vorschulkinder, die heute aufs Oktoberfest eingeladen waren und fürs Gruppenfoto vor der Bavaria posierten, hatten sowieso eine Riesengaudi. Geld ist eben doch nicht alles...

Wurstprüfung - Die Wurstkommission testet Schweinswürstl, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Die Frage nach der allerbesten Wiesn-Wurst ist manchen Leuten ziemlich wurscht, aber für andere hat sie womöglich das Zeug zum Streitthema. Wie gut, dass es die Wurstprüfungskommission gibt. Die tagt jedes Jahr auf dem Oktoberfest und kürte auch heute wieder die besten Schweinswürstl. Am Ende gab es dann einen Sieger - und einen exakt identischen Zweitplatzierten. Klingt kurios? Finden wir auch. Aber dass es noch kurioser geht, zeigt der Fall der Wiesn-Bedienung, die sich bei der Ambulanz Ketchup aus dem Ohr spülen lassen musste. Auf der Wiesn gibt es nichts, das es nicht gibt.

Montag, 24.9.: Auf eine ausgezeichnete Wiesn

Verleihung "Ausgezeichnets Bayerisches Festzelt" auf dem Oktoberfest, Foto: Baumgart/StMELF
Foto: Baumgart/StMELF

Irgendwann ist auch das schönste Wiesn-Auftaktwochenende vorbei. Doch wer dachte, der Beginn der Arbeitswoche und die eher frischen Temperaturen würden für eine leere Theresienwiese sorgen, hat sich - natürlich - kräftig geschnitten. Schon am frühen Morgen war die Wirtsbudenstraße gut gefüllt und die Stimmung prächtig. Ganz besonders bei den Festwirten vom Schottenhamel und vom Armbrustschützenzelt. Denn die dürfen sich seit heute "Ausgezeichnetes Bayerisches Festzelt" nennen - offiziell beglaubigt und durch Urkunde bestätigt (Foto). Wenn Ihr auf der Wiesn also eine im wahrsten Wortsinn ausgezeichnete Küche mit regionalen Zutaten probieren wollt, wisst Ihr, wo Ihr hin müsst...

Aktion "Wiesn mit Herz", Foto: Presseamt München / Michael Nagy
Foto: Presseamt München / Michael Nagy

In den Genuss dieser Küche kamen heute auch 250 sozial benachteiligte Münchner, die Oberbürgermeister Dieter Reiter im Schottenhamel zur Aktion "Wiesn mit Herz" begrüßte. Der OB nahm sich aber nicht nur hier Zeit für ausgiebige Gespräche, er ging auch noch in andere teilnehmende Wiesnzelte. Insgesamt wurden im Rahmen der Aktion rund 1.300 Personen bewirtet - sechs große und elf kleine Wiesnzelte machten mit und übernahmen die Kosten für die Bewirtung. Wem geht da nicht das Wiesnherz auf...

Sonntag, 23.9.: Wetterwarnung verhagelt die Stimmung nicht

 Almauftrieb im Käfers, Foto: muenchen.de/Katy Spichal
Foto: muenchen.de/Katy Spichal

"Weine nicht, wenn der Regen fällt..." Ob die Wiesnkapellen den alten Gassenhauer "Marmor, Stein und Eisen bricht" am Sonntag öfter gespielt haben als sonst? Schließlich war für den Abend Unwetter angesagt und die Festleitung empfahl zwischenzeitlich, den Besuch im Außenbereich zu unterbrechen.

An den Ständen rückten die Besucher zwar ein bisschen enger zusammen als sonst, und den ein oder anderen wehte der Wind Richtung heimwärts - aber in den Zelten war die Stimmung eh fantastisch. Beim Almauftrieb ließen sich auch die Promis die Laune nicht verderben - und wer wie Michael Ballack (im Bild mit Freundin Natacha Tannous) mal beim FC Bayern das Mittelfeld geregelt hat, den haut auch so ein Unwetter nicht aus den Stutzen.

Tagsüber hatte das Wetter ohnehin fast durchgehend mitgespielt: Beim Trachtenumzug setzte sich die Sonne genau zum Beginn durch - was für ein Start in einen wunderbaren Wiesn-Sonntag!

Bildergalerie: Impressionen vom Wiesn-Auftakt

Mit nur zwei Schlägen zapfte Münchens OB Dieter Reiter das erste Fass an., Foto: Michael Nagy 2018
Foto: Michael Nagy 2018

Das tradtionelle Runterzählen, der Countdown zum Anstich bis es Punkt 12 Uhr schlug, war schon mal ein erster Festakt. Und unser OB Dieter Reiter hat's halt drauf: Zwei Schläge und ruckzuck hieß es "O'zapft is!" Die erste Maß bekam nach alter Tradition der Bayerische Ministerpräsident. Markus Söder war zum ersten Mal in der Anzapfbox. "Das Oktoberfest ist die größte und schönste Visitenkarte Bayerns in der Welt", freute sich Söder schon vor dem Anstich. Während Böllerschüsse den Start des Bierausschanks verkündeten, stießen Reiter und Söder auf eine friedliche Wiesn an. Danach bekamen auch die Wiesn-Gäste in den Zelten das erste Bier zum Prosit der Gemütlichkeit - schee!

Mehr Wiesn gibt's hier

Top