Keine Wiesn 2021: So reagieren Wirte und Schausteller auf die Entscheidung

Das Riesenrad beim Oktoberfest, Foto: muenchen.de/Melina Kobras
Foto: muenchen.de/Melina Kobras Das Oktoberfest muss nach 2020 auch 2021 wegen der Corona-Pandemie ausfallen (Archivbild)

Corona-Pandemie: Wiesn muss nach 2020 zum zweiten Mal ausfallen

(4.5.2021) Nun steht es fest: Wegen der Corona-Pandemie kann das Oktoberfest 2021 nicht stattfinden. Bereits zum zweiten Mal hintereinander muss das größte Volksfest der Welt ausfallen. Wir haben Reaktionen von Wiesnwirten, Schaustellern und anderen Beteiligten gesammelt.

So kommentieren die Wiesnwirte die Entscheidung

Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel als neue Wiesnwirte-Sprecher, Foto: Paulaner am Nockherberg
Foto: Paulaner am Nockherberg Christian Schottenhamel (l.), Peter Inselkammer (r.)

Peter Inselkammer ist gemeinsam mit Christian Schottenhamel Sprecher der Wiesnwirte. Er sagt: "Dass wir zwei Jahre keine Wiesn haben, ist für alle Kollegen ein schwerer Schlag - wir hätten uns nie vorstellen können, dass es so kommen könnte". Trotz aller Ungewissheit hatten sich laut Inselkammer die allermeisten Stammgäste vor allem aus der Region ihre Plätze gesichert. Zu 95 Prozent hätten sie ihre Tische so bestellt wie 2019.

(dpa / muenchen.de)

Schausteller bangen um ihre Saison

Peter Bausch, kommissarischer Vorsitzender des Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller GmbH , Foto: Peter Bausch
Foto: Peter Bausch

"Uns trifft das ins Mark", sagte der Vorsitzende des Münchner Schaustellerverbandes, Peter Bausch. "Uns fehlt wieder ein ganzes Jahr." Schließlich werde nicht nur das Oktoberfest abgesagt - "sondern wieder eine ganze Saison". Dabei hätten Aussagen der Politik Hoffnung aufkeimen lassen: "Wenn es im Herbst Normalität geben soll, dann gehört zur Normalität auch ein Volksfest", sagte Bausch

(dpa / muenchen.de)

Hoffnung auf den Sommer: Kleine-Zelte-Sprecher Lindinger

Otto Lindinger, Sprecher der Kleinen Wiesnzelte
Otto Lindinger, Sprecher der Kleinen Wiesnwirte

Wie würde Otto Lindinger, der die Wirte der 21 Kleinen Wiesnzelte vertritt, das erneute Wiesn-Aus in drei Worten beschreiben? 

„Traurig, aber richtig!“ sagt Lindinger. „Die erneute Oktoberfestabsage trifft uns Kleine Wiesnzelte leider ein weiteres Mal mitten in unser großes Wiesnherz.“

Was fehlt besonders? „Der Kontakt zu all unseren Gästen und die liebgewonnen jährlichen Begegnungen mit unseren Stammgästen.“
 Lindinger versucht jedoch, sich trotzdem auf den Sommer in München zu freuen: „Wir sehen ein kleines Licht am Ende des Tunnels und hoffen, vielleicht beim Sommer in der Stadt und eventuell auch bei dem einen oder anderen kleineren Fest schon bald wieder Gastgeber sein zu dürfen.“

Wiesnwirtin Claudia Trott über den Oktoberfestrummel

Hühner- und Entenbraterei Ammer, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Für Claudia Trott von der Ammer Hühner- und Entenbraterei war das Wiesn-Aus 2021 zwar pandemiebedingt erwartbar und komplett nachvollziehbar, doch der Schmerz bleibt: "Ich vermisse das Wiesnfieber in der Stadt, das ja jedes Jahr schon im Sommer beginnt. Ich vermisse den Auf- und Abbau, alle Beteiligten, die das Oktoberfest erst möglich machen, die Gäste, die Musik, die Gerüche … – ich vermisse einfach den ganzen Oktoberfestrummel. Und so bin ich echt froh, wenn meine Traurigkeit über die diesjährige Absage vergeht und die volle Vorfreude auf die Wiesn 2022 kommt."

Yvonne Heckl vom Schaustellerverband: „Ein Lebensgefühl fehlt!"

Yvonne Heckl, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Yvonne Heckl ist die 1. Vorsitzende der Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V. und natürlich traurig, dass die Wiesn 2021 ausfallen muss: „Auch ich habe lange gehofft. Unter Berücksichtigung der aktuellen Fallzahlen war mit dieser Entscheidung zu rechnen, die mich dennoch zu tiefst im Herzen traf.“ Die Entscheidung sei ein großes finanzielles Problem für alle, die an der Wiesn beteiligt sind. „Aber auch das Lebensgefühl fehlt, und vor allem der Kontakt zu Menschen.“

Heckl ist auch Direktorin des Museumszelts auf der Oidn Wiesn, das 2021 wieder dort vertreten wäre. „Da überfällt mich schon eine große Wehmut.“ Sie hoffe aber auf einen Sommer in der Stadt, die Rückkehr von etwas Normalität – „und ein bisschen Volksfestflair!“

 

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