Italienerwochenende auf der Wiesn

(29.9.2018) Am zweiten Wochenende heißt die Wiesn inoffiziell "Festa d'ottobre": Dann feiern Italiener und Münchner wieder gemeinsam das größte Volksfest der Welt. Statt Vino gibt's dann bayerisches Bier. Wie das dann aussieht? Wir haben uns umgeschaut und ein paar der freundlichen Nachbarn getroffen.

Ciao! So feiern die Italiener auf der Wiesn 2018

Amore mio - Die Italiener lieben die Wiesn und München

Italienerwochenende auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Nicht umsonst wird München oft als "nördlichste Stadt Italiens" bezeichnet. Denn die Italiener lieben München, oder Monaco di Baviera, wie die bayerische Landeshauptstadt auf Italienisch heißt. Und zur Wiesn ist unseren Freunden aus dem Süden auch kein Weg zu weit. Aus Mailand, Venedig, Florenz und sogar aus dem ganz südlichen Kalabrien zieht es die Italiener auf das Oktoberfest. 

Ein beliebter Treffpunkt ist das Hofbräuzelt, dort feiern unsere Nachbarn aus bella Italia besonders gern, aber natürlich sind sie auf dem ganzen Festgelände unterwegs. Und sie sind auch nicht zu übersehen. Die "Ragazzi" tragen witzige Hüte, manch einer sogar Lederhosen oder Dirndl und sie feiern ohne Halt. Am liebsten natürlich mit Oktoberfest-Bier, das für viele Italiener das beste "Birra" der Welt ist. Völlig zurecht versteht sich.

Und unsere südlichen Freunde sind auch nicht zu überhören. Sie lieben nämlich auch die Musik und singen gerne lauthals mit. Von italienischen Klassikern wie "Volare" oder "O sole mio" bis hin zu aktuellen Charthits wie "Bella Ciao". Aber auch die deutschen Wiesn-Songs werden schon mal angestimmt. Allen voran "Ein Prosit der Gemütlichkeit" haben viele Italiener schon verinnerlicht.

Viele Italiener sind schon echte Wiesnexperten

Italienerwochenende auf der Wiesn, Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018
Foto: muenchen.de/Katy Spichal 2018

Viele Italiener sind schon echte Wiesnexperten und kommen seit Jahren immer wieder, haben Freunde und Familie mit dabei. Mit fast 20 Prozent stellen sie die meisten ausländischen Besucher auf der Wiesn. In den vergangenen Jahren kamen jeweils mehr als 200.000 Italiener über die Alpen zum Besuch auf das Oktoberfest. Und das natülich nicht nur zum traditionell so genannten "Italienerwochenende", sondern verteilt auf die gesamte Wiesn-Zeit.

Auf die Frage was ihnen am besten gefällt auf der Wiesn, gibt es für die Italiener eigentlich immer nur eine Antwort. Die schöne Stimmung, die Gemütlichkeit, die freundlichen Menschen und das gute Bier. Und der eine oder andere Italiener kann das mittlerweile sogar schon auf Deutsch sagen, nach jahrelanger Wiesn-Erfahrung. Nur mit dem bairisch hapert es manchmal noch ein bisschen. Aber ein „I mog di“ mit italienischem Akzent hat ja auch seinen Charme.

MVV-Auskunft auch auf Italienisch

Damit wirklich jeder den Weg zur Wiesn findet, gibt es die MVV-Auskunft zum Oktoberfest auch auf Italienisch. Außerdem lassen sich über das Sprachmenu der Website neben Deutsch auch Englisch, Spanisch, Französisch – und Bairisch auswählen.

Sicherheit auf Italienisch

Wiesn-Chef Josef Schmid begrüßt französische und italienische Polizisten, Foto: muenchen.de/ Daniel Vauel
Foto: muenchen.de/ Daniel Vauel

Die Münchner Polizei ist mit ihren Südtiroler Kollegen immer gut gerüstet für das "Italienerwochenende". Auch 2018 begrüßte Wiesn-Chef Josef Schmid wieder die Beamten aus dem Süden.

Seit 2005 hat sich die Zusammenarbeit mit den italienischen Polizisten bewährt, die weit reichende Befugnisse haben und - was niemand hofft - auch ihre Waffe einsetzen dürfen. Dafür wurde eigens eine Ausnahmeregelung im bayerischen Polizeigesetz geschaffen. Sollte es zu Straftaten von italienischen Besuchern kommen, sind jedoch weiterhin die deutschen Behörden für die Strafverfolgung zuständig.

Auch die Münchner Berufsfeuerwehr setzt auf Unterstützung aus Südtirol. Beamte der Berufsfeuerwehr Bozen nahmen in den letzten Jahren in der Leitstelle der Feuerwehr die Anrufe von italienischen Gästen entgegen und waren auch weiterhin erreichbar. Und falls ein Italiener medizinische Hilfe braucht: Freiwillige des Südtiroler Landesrettungsvereins "Weißes Kreuz" helfen in der Sanitätsstation weiter.

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