Münchner Nahverkehr: Studie zu Magnetschwebebahn TSB vorgestellt

Die Magnetschwebebahn Transport System Bögl, kurz TSB, Foto: Firmengruppe Max Bögl
Foto: Firmengruppe Max Bögl

Magnetbahn-System TSB könnte Münchner Nahverkehr ergänzen

(15.4.2021) Könnte eine Magnetschwebebahn den öffentlichen Nahverkehr im Großraum München sinnvoll ergänzen? Eine Verkehrsstudie, an der sich unter anderem die Landeshauptstadt, MVG und MVV beteiligt haben, gibt nun erste Anhaltspunkte zum Nutzen des TSB-Systems der Firmengruppe Max Bögl. Darin werden auch mögliche Streckenverläufe vorgestellt.

Bis zu 150 km/h schnell - und in Zukunft auch im Großraum München?

Wer in München den Begriff "Magnetschwebebahn" hört, denkt vermutlich zunächst an den Transrapid. Der geplante Hochgeschwindigkeitszug zwischen Hauptbahnhof und Flughafen wurde bekanntermaßen dann doch nicht gebaut.

Das von der Firmengruppe Max Bögl entwickelte Transport System Bögl (TSB) hat mit dem Transrapid nur wenig gemein. Bögl hat in den vergangenen Jahren Fahrzeuge, Infrastruktur und Betriebstechnik weiterentwickelt. Die Züge können laut Herstellerangaben Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern erreichen.

Getestet wurde das TSB zwar bislang nur auf kurzen Erprobungsstrecken in China und Bayern, doch das System hat trotzdem bereits Interesse geweckt: verschiedene Gremien und Delegationen aus dem MVV-Gebiet haben sich vom Hersteller die Vorzüge zeigen lassen.

Nun liegen die Ergebnisse einer Verkehrsstudie vor, die die grundsätzliche Sinnhaftigkeit des TSB für den öffentlichen Nahverkehr in und um München untersucht hat.

Die Landeshauptstadt München begleitete die Studie ebenso wie die MVG und der MVV. Das Ziel: Neue Lösungswege für den von großem Verkehrsdruck geplagten Großraum München finden.

Mögliche Strecken: Hier könnte das TSB fahren

Die Studie kam zu dem Schluss, dass das TSB im Großraum grundsätzlich verkehrlich sinnvoll sein könnte. Besonders auf bestimmten Trassen würde es sowohl verkehrlich als auch wirtschaftlich einen Nutzen erzielen.

Die folgenden vier Streckenkorridore haben sich dabei herauskristallisiert:

  • "Nord U2 / U3": Dachau - Karlsfeld - München
  • "Nord U6": Garching - Hochbrück - Unterschleißheim
  • "Süd U5": Taufkirchen/Ottobrunn - Neubiberg - München
  • "Ost U2": Eine Nordosttangente zwischen Garching und Riem bzw. Haar über Unterföhring

Eine Schätzung zeigt, dass möglichst viele Nutzer vom Auto auf das TSB umgesteigen könnten, wenn die Magnetschwebebahn neue Gebiete erschließt und hier als Hauptträger des ÖPNV fungiert.

Bevor die möglichen Trassen tiefer untersucht werden, will man die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie des Bundesverkehrsministeriums abwarten. Diese vergleicht das TSB mit konventionellen Transportsystemen im Nahverkehr. Im Frühjahr 2021 soll es erste Erkenntnisse geben.

Mobilitätsreferent Dunkel kann sich Einsatz von TSB vorstellen

Münchens Mobilitätsreferent Georg Dunkel hat die Ergebnisse der Studie jedenfalls erfreut zur Kenntnis genommen und ergänzt: "Insbesondere im Außenbereich kann ich mir das TSB als Ergänzung zu Tram, U-Bahn oder S-Bahn sehr gut vorstellen. Gerade im Korridor von Dachau in den Münchner Norden brauchen wir dringend ein zusätzliches Angebot im öffentlichen Verkehr, und hier könnte das TSB seine Stärken ausspielen. Allerdings sind noch eine Reihe von Fragen zu beantworten, vor allem was die Verknüpfung mit dem bestehenden Netz betrifft.“
 

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