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Frauen-Nacht-Taxi in München


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Frauen-Nacht-Taxi

Frauen bekommen für nächtliche Taxifahrten in München dank eines Gutscheinsystems eine finanzielle Unterstützung. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr können Frauen pro Autofahrt einen Wertgutschein im Wert von fünf Euro einlösen, wenn sie sich zu einer Wohnadresse fahren lassen.

Die Wertmarken gelten ab 1. März 2021 und sind übrigens nicht nur für Münchnerinnen gedacht. Alle Frauen ab 16 Jahren können sich jeweils drei 5-Euro-Gutscheine in Bürgerbüros und Sozialbürgerhäusern, in der Gleichstellungsstelle und in der Stadt-Information im Rathaus abholen.

Das Frauen-Nacht-Taxi richtet sich an Frauen. Dies schließt trans* Frauen und Frauen mit dem Geschlechtseintrag "divers" bzw. non-binäre Frauen ein.

Wenn ihr die Gutscheine bei uns in der Gleichstellungsstelle abholen wollt, ihr findet uns hier:

Rathaus, Zimmer 114
Mo - Do 9 - 17 Uhr, Fr 9 - 12 Uhr

FAQ – Frequently Asked Questions / Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert das Frauen-Nacht-Taxi?

Das Münchner Modell des Frauen-Nacht-Taxis funktioniert über Gutscheine:

  • Ein Gutschein hat den Wert von fünf Euro
  • Der Gutschein gilt zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr.
  • Die Frau übergibt nach der Fahrt den Gutschein an die/den Taxifahrer*in und zahlt den um fünf Euro verminderten Taxitarif.
  • Pro Fahrt kann ein Gutschein eingereicht werden, dies gilt auch wenn mehrere Frauen gemeinsam ein Taxi nutzen.
  • Die Gutscheine können von dem berechtigten Personenkreis bei den Bürgerbüros und Sozialbürgerhäusern, der Gleichstellungsstelle für Frauen sowie der Stadtinformation abgeholt werden. Pro Vorsprache können drei Gutscheine von einer Frau abgeholt werden. Die Anzahl der Vorsprachen ist nicht begrenzt.
  • Soziale Leistungen anderer Träger zur Förderung der Mobilität von Frauen mit Behinderung stehen der Einlösung des Taxigutscheins nicht entgegen.

Warum braucht es ein Frauen-Nacht-Taxi?

Frauen fühlen sich im öffentlichen Raum nachts deutlich unsicherer als Männer. Die gefühlte Unsicherheit schränkt die Mobilität von Frauen ein. Sicherheitsempfinden und Kriminalitätsfurcht sind eng verknüpft mit gemachten Erfahrungen und der subjektiven Einschätzung der eigenen Verletzbarkeit. Frauen sind überdurchschnittlich häufig von sexualisierten Grenzverletzungen, Übergriffen und von sexualisierter Gewalt betroffen. Für die Mobilität von Frauen im öffentlichen Raum ist ihr subjektives Sicherheitsempfinden eine wesentliche Grundlage.

Die Bevölkerungsbefragung der Landeshauptstadt München 2016 zu sozialen Entwicklungen und zur Lebenssituation der Münchner Bürgerinnen und Bürger ergab, dass sich das Sicherheitsgefühl von Frauen und Männern zu Hause in der Wohnung sowie tagsüber an verschiedenen Orten kaum unterscheidet. Abends oder nachts ist das Unsicherheitsgefühl von Frauen im öffentlichen Raum jedoch deutlich höher als das von Männern. So fühlt sich nachts fast jede zweite Frau in Bussen und Bahnen unsicher, jede dritte Frau im eigenen Stadtviertel und drei Viertel der befragten Frauen in Grünanlagen oder Parks. Diese gefühlte Unsicherheit schränkt die Mobilität von Frauen ein. Das Münchner Modell des Frauen-Nacht-Taxis ist ein niedrigschwelliges und unbürokratisches Angebot der Stadt, die Mobilität von Frauen nachts zu erhöhen.

Wer darf einen Frauen-Nacht-Taxi-Gutschein einlösen?

Das Frauen-Nacht-Taxi richtet sich an Frauen. Dies schließt trans* Frauen und Frauen mit dem Geschlechtseintrag "divers" bzw. non-binäre Frauen ein.

Darf ich als Mann einen Frauen-Nacht-Taxi Gutschein verwenden?

Nein. Das Frauen-Nacht-Taxi ist ein Angebot für Frauen.

Dürfen Männer bei Frauen, die den Frauen-Nacht-Taxi Gutschein nutzen, mitfahren?

Nein. Das Frauen-Nacht-Taxi ist ein Angebot für Frauen. Es gilt für Frauen, die allein oder in einer Gruppe von Frauen oder mit ihren Kindern (unter 18 Jahren) unterwegs sind.

Diskriminiert das Angebot des Frauen-Nacht-Taxis Männer?

Nein. Bei Maßnahmen, mit denen ein bestehender Nachteil ausgeglichen wird, handelt es sich nicht um Diskriminierung.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Artikel 3 Absatz 2:

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

§ 5 Positive Maßnahmen

Ungeachtet der in den §§ 8 bis 10 sowie in § 20 benannten Gründe ist eine unterschiedliche Behandlung auch zulässig, wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile wegen eines in § 1 genannten Grundes verhindert oder ausgeglichen werden sollen.

Wären nicht andere Maßnahmen besser geeignet, die Sicherheit von Frauen nachts zu erhöhen?

Frauen und Mädchen sind insbesondere wenn es um ihre Sicherheit geht permanent mit Zuschreibungen und Erwartungen konfrontiert wie sie sich „richtig“ zu verhalten haben. Dies schließt die sich oft widersprechenden Botschaften ein, wann sie „Angst haben sollen“ und wann sie „keine Angst haben dürfen“. Das Frauen-Nacht-Taxi ist ein Angebot das nicht in Konkurrenz steht zu anderen Maßnahmen mit denen die Sicherheit für Frauen nachts erhöht wird. Es geht bei dieser Maßnahme darum, das Angebot für Frauen zu erweitern.