Schwabing-Tour: 10 Tipps für Entdecker

Seidlvilla- ein herrschaftliches Wohnhaus in Schwabing, Foto: Katy Spichal
Die Seidlvilla zählt zu den schönsten Gebäuden in Schwabing - ihr Garten ist ein beliebter Treffpunkt.

Schwabing ist mehr als nur Leopoldstraße und Englischer Garten. Der Stadtteil steht für Kultur, Unterhaltung und lockere Lebensart. Wir haben 10 besondere Schwabing-Tipps zusammengestellt: Kneipen, Plätze, Orte und Institutionen, die zeigen, wie lebendig und vielfältig das Viertel ist.

Wedekindplatz: Wo Münchens schiefste Laterne leuchtet

Der Wedekindplatz mit Laterne in Schwabing, Foto: muenchen.de/Mark Read

Seit seiner Umgestaltung im Jahr 2015 hat sich der Wedekindplatz zum beliebten Treffpunkt gewandelt. Auf den Steinsitzen rund um den Brunnen, der ebenfalls nach dem Dichter Frank Wedekind benannt ist, kann man das Treiben in Altschwabing wunderbar beobachten. Als besondere Attraktion bietet der Platz Münchens wohl schiefste Laterne. Das Einzelstück stammt aus dem legendären Lokal "Bei Gisela", in dessen Räumen sich mittlerweile das Vereinsheim befindet. Als Hommage an die verstorbene Wirtin und Kleinkunst-Mäzenin Gisela Jonas wurde die Laterne auf dem Wedekindplatz aufgestellt.

Genaue Lage des Wedekindplatzes

Kleinkunst, die begeistert: Kabarett und Poetry Slams

Münchner Lustspielhaus, Foto: Katy Spichal

Nicht umsonst gilt Schwabing als Kleinkunst-Mekka. Rund um die Occamstraße kann man schon mal auf Bruno Jonas, Andreas Rebers oder Josef Hader treffen, die vor ihrem Auftritt noch einmal frische Luft schnappen. Im Lustspielhaus stehen etablierte Kabarettisten auf der Bühne, während die benachbarte Theaterkneipe Vereinsheim dem Nachwuchs eine Chance gibt. Die wöchentliche Lesebühne "Schwabinger Schaumschläger Show" und der Poetry Slam "Blickpunkt Spot" genießen schon beinahe Kultcharakter. Die Lach- und Schießgesellschaft ist weit über die Grenzen Münchens hinaus ein Begriff, das TamS-Theater steht für anspruchsvolles Theater. Eine große Bandbreite bietet das Theater Heppel&Ettlich im Obergeschoss des Restaurants "Drugstore", unter anderem mit dem beliebten "International Songwriters Evening".

Kultkneipen: Wo man auf das Leben anstößt

Die Schwabinger 7 in Schwabing, Foto: muenchen.de/Mark Read

Seinen Ruf als Unterhaltungsviertel verdankt Schwabing nicht zuletzt der hohen Dichte an beliebten Bars und Kneipen. Die bekannte "Schwabinger 7" musste zwar vor einigen Jahren schließen, fand aber wenige Meter die Feilitzschstraße hinunter eine neue Bleibe. Kultcharakter besitzt auch der "Pilsdoktor" in der Leopoldstraße, bei dem eine Modelleisenbahn die Schnapsgläser herbeikutschiert. Das "Drugstore" am Wedekindplatz ist ein uriges Überbleibsel der "Swinging Sixties" und als Mischung aus Bar, Café und Restaurant bis heute sehr beliebt. Eher ein jüngeres Publikum zieht seit jeher das "Barschwein" in der Franzstraße an.

Gedenktafeln: Der "Schwabinger Bohème" auf der Spur

Gedenktafel für Heinrich Mann in der Leopoldstraße, Foto: muenchen.de/Mark Read

Anfang des 20. Jahrhunderts war Schwabing künstlerischer Mittelpunkt Deutschlands. Spuren der "Schwabinger Bohème" lassen sich in Form von Gedenktafeln bis heute verfolgen. Eine kleine Auswahl: Von Heinrich Manns früherer Wohnung (Leopoldstraße 59) sind es nur wenige Meter bis zum Atelier des Malers Paul Klee (Feilitzschstraße 3) oder zu der Wohnung, in der Thomas Mann Teile seiner "Buddenbrooks" schrieb (Feilitzschstraße 32). Erich Kästner lebte in der Fuchsstraße 2, der Münchner Autor Ernst Hoferichter bis zu seinem Tod in der Mottlstraße 21. In der Leopoldstraße 41 wird an einer seitlichen Hauswand an Franziska zu Reventlow erinnert, während in der Ainmillerstraße der Dichter Rainer Maria Rilke (Nummer 34) und der Maler Wassily Kandinsky (Hausnummer 36) lebten. Und das alles in einem Umkreis von wenigen hundert Metern.

Der Natur ganz nah: Bummel am Schwabinger See

Enterich beim Baden, Foto: Christian Brunner

Am Horizont ragen die Türme der "Highlight Towers" und des Neubaugebiets "Schwabinger Tor" empor - und doch ist der Schwabinger See ein besinnlicher Rückzugsort mitten in der Stadt. Gemütlich schwimmen Enten, Gänse und Schwäne über das Wasser oder watscheln mit ihren Küken am Ufer entlang. Sitzbänke laden zum Entspannen und Verweilen ein. Und aus dem Unterholz auf der Naturschutzinsel hört man es manchmal knistern und knacken. Einst als Baggersee entstanden, ist der Schwabinger See eine Oase der Ruhe für den ganzen Stadtteil. Wer nach der Entspannung doch noch Action will, kann ins benachbarte Ungererbad weiterziehen - zumindest sobald die Freibadsaison am 1.5. begonnen hat...

Seidlvilla und Nikolaiplatz: Auszeit vom Trubel nehmen

Besondere Orte zum Sonnen in München: Nikolaiplatz

Abschalten vom Großstadttrubel, und das nur wenige Meter von der Leopoldstraße entfernt? Kaum zu glauben, dass das geht. Der Nikolaiplatz zählt zu den unterschätzten Ruheoasen in München. Im großen Innenhof der Seidlvilla genießen die Schwabinger die Sonne, lesen oder treffen sich zum Plaudern. Denn die frühere Wohnvilla ist längst Kulturzentrum und Nachbarschaftstreff geworden. Direkt davor lädt der Nikolaiplatz mit seinem kleinen Brunnen ebenfalls zum Entspannen ein. Und wer lieber Lust auf ein Bier und eine Currywurst hat, wird im Imbiss "Alles wurscht" fündig, der zudem einen äußerst gemütlichen kleinen Biergarten sein Eigen nennt.

Italienisches Flair genießen: Der "Dom von Schwabing"

Sonnenuntergang an der St.-Ursula-Kirche, Foto: muenchen.de/Mark Read

Sie gilt als eine der schönsten Münchner Kirchen: St. Ursula entstand Ende des 19. Jahrhunderts und orientiert sich mit seiner mächtigen Kuppel und dem freistehenden Glockenturm architektonisch an italienischen Vorbildern. Da lassen sich die Schwabinger nicht lumpen und genießen wie echte Italiener die lauen Sommerabende auf den Stufen vor dem "Dom von Schwabing". Hier kommen alle Klischees über Schwabing auf das Schönste zur Geltung: Lebensfreude, Lockerheit und Schönheit. Ein Narr, wer sich da nicht auch ein Eis bei Gelato Bartu in der Kaiserstraße holt und sich anschließend ein freies Plätzchen auf den Stufen sucht.

Relaxen zwischen Kunstwerken: Der Petuelpark

Stimmung im Petuelpark, Foto: Mark Read

Früher schossen hier Autos durch, heute schieben Mütter ihre Kinderwägen über gekieste Wege: Der Petuelpark entstand nach der Fertigstellung des Petueltunnels, der diesen Teil des Mittleren Rings unter die Erde verlegte. Ein schmaler, länglicher Park wurde auf dem Tunneldach angelegt und mauserte sich schnell zur beliebten Ruheoase für die Schwabinger. Zahlreiche Kunstwerke stehen verstreut herum, ein Café lädt zum Verweilen ein, und an der unteren Stufe des terrassenartig angelegten Parks fließt gemächlich der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal vorbei. Der Petuelpark ist sicherlich eine der schönsten Grünanlagen der Stadt - auch weil er weit weniger überlaufen ist als etwa der Englische Garten.

Den FC Schwabing im Heimspiel anfeuern

Fussball, Foto: Thomas Oswald /shutterstock.com

Auch in Schwabing tritt man eifrig gegen den Ball. Der FC Schwabing 56 trägt seine Heimspiele auf dem Sportplatz an der Guerickestraße 6 in der Nähe des Nordfriedhofs aus. Und auch wenn die Zuschauerzahlen nicht dafür sprechen, dass die 56er in den kommenden Jahren den FC Bayern oder den TSV 1860 überholen werden, so zieht es doch eine stets wachsende Fanschar zu den Spielen. Bei Snacks und Getränken feuern die Schwabinger ihr Team kräftig an. Und der Erfolg spricht durchaus für sich: Die 1. Herrenmannschaft des FC Schwabing 56 spielt seit der Saison 2015/16 erstmals in der Bezirksliga Nord.

Paradies für Cineasten: Das kleine ABC-Kino

Kleiner Kinosaal mit leeren Sitzreihen, Foto: Ferenc Szelepcsenyi / Shutterstock.com

Es müssen nicht immer Blockbuster sein! Das ABC-Kino unweit der Münchner Freiheit steht seit vielen Jahren für tolle Independent-Filme. Hier laufen deutsche wie auch internationale Produktionen mit gewissem Anspruch. Für Filmnostalgiker ist ein Besuch im ABC zudem wie ein Ausflug in die goldene Ära der kleinen Programmkinos: Ein Imbissverkauf direkt am Eingang und ein Saal mit einigen Reihen bequemer Polstersessel - mehr braucht das ABC-Kino nicht. Kein Wunder, dass das Haus in der Herzogstraße bei Cineasten hoch im Kurs steht.

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