Wo Bücherfreunde in München glücklich werden

Bücherflohmarkt "Lisar" an der Isar

Wenn das gute Buch Euer treuer Begleiter ist, dann wird Euch in München garantiert nie langweilig. Die Lesestadt München hat nämlich viel zu bieten: Offene Bücherschränke, Poetry Slams, nette Lesecafés...

Beim Bücherflohmarkt findet Ihr echte Literaturschätze

Lesen an der Isar, kurz: Lisar. So nennt sich der Bücherflohmarkt mit Lesungen, über den Ihr zweimal im Jahr bummeln könnt. Die Atmosphäre entlang des Isarufers an der Widenmayerstraße erinnert an die Pariser Straßenbuchhändler, und schon alleine deswegen solltet Ihr unbedingt vorbeischauen. Zu kaufen gibt es Bücher jeder Art, alte Zeitschriften, Postkarten und sogar Musiknoten. Wer beim Stöbern nicht fündig wird, lauscht den Autoren, die entlang der Promenade aus ihren Werken lesen. Falls Ihr an dem Tag verhindert seid, keine Sorge: es gibt also immer ein nächstes Mal. Die Termine für 2018 stehen noch nicht fest.


Traumplätze zum Lesen in der Sonne

Junge Frau und junger Mann beim Lesen am Friedensengel, Foto: Dan Vauelle
Lesen am Friedensengel: Immer eine gute Idee

Ein gutes Buch in der Sonne lesen - was will man mehr? Ihr ahnt es: nichts. Wie schön, dass es Orte wie die Stufen vor der Staatskanzlei gibt. Mit Blick auf den Hofgarten wird sogar das zäheste BWL-Sachbuch zum Lesevergnügen. Doch auch auf der Terrasse unter dem Friedensengel lässt es sich bestens aushalten - kein Wunder, bei der Aussicht. Selbiges gilt für die Isar-Staustufen unter dem Maximilianeum oder das Oberföhringer Stauwehr: Hier bildet der rauschende Fluss eine tolle Hintergrundkulisse fürs Lesen. Und natürlich wollen wir Euch einen Klassiker nicht vorenthalten: Die Stufen vor der Feldherrnhalle. Aber sagt nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt, wenn plötzlich  ein halber Tag wie im Flug vergangen ist.


Im offenen Bücherschrank geben und nehmen

Der Bücherschrank am Nordbad, Foto: muenchen.de/Mark Read
Der Bücherschrank am Nordbad.

Stellt Euch einen Schrank vor, aus dem Ihr einfach so ein Buch entnehmen könnt. Oder in den Ihr ein zu Ende gelesenes Werk hineinstellen könnt. Kostenlos. Und jetzt stellt Euch außerdem vor, dass es diesen Ort mehrfach in München gibt. Der erste offene Bücherschrank wurde vor dem Nordbad, an der Ecke Schleißheimer- und Elisabethstraße aufgestellt, und ihm folgten jede Menge weitere im ganzen Stadtgebiet nach. Etwa in Pasing vor dem Rathaus, in Moosach beim Brunnen an der Dachauer- und Baubergerstraße, in der Au am Herrgottseck, am Partnachplatz, vor dem Cosimawellenbad sowie am Quartiersplatz Ackermannbogen in Schwabing-West. Projektpaten kümmern sich darum, dass die Schränke sauber gehalten werden, dass nur Bücher in gutem Zustand darin lagern und dass sie niemand als Mülleimer benutzt.


Lesecafés: Wo Buchliebe auf Kaffeeliebe trifft

Hugendubel Eröffnung, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Klar könntet Ihr Euch mit einem Buch in jedes Café setzen. Aber inmitten von Bücherregalen, aus denen Ihr Euch bedienen dürft, ist das doch noch einmal etwas anderes. Bei den Münchner Lesecafés ist für Euch garantiert etwas dabei. Wenn Ihr es klein und trendig mögt, ist das "Kunst- und Textwerk" in der Ligsalzstraße 13 oder das studentische "Lost Weekend" in der Schellingstraße 3 sicher etwas für Euch. Doch auch die meisten größeren Buchhandlungen wie Hugendubel am Stachus oder Lehmkuhl in der Leopoldstraße 45 haben gemütliche Café-Ecken. Seit der Wiedereröffnung der Hugendubel-Filiale am Marienplatz gibt es mit dem "Café des Lesens" ein echtes Lese-Kleinod auf zwei Etagen im Herzen Münchens. Kein klassisches Lesecafé und doch Gastronomie an einem literarischen Ort ist die Brasserie "OskarMaria" im Literaturhaus.


Im Literaturhaus könnt Ihr spannende Ausstellungen besuchen

Das Literaturhaus München im Frühling, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Hier schlägt das literarische Herz Münchens. Im Literaturhaus am Salvatorplatz dreht sich seit der Eröffnung 1997 alles ums Buch. Mit Sonderausstellungen würdigte das Haus bereits Autoren wie Lion Feuchtwanger, Erich Kästner oder Thomas Mann. Die aktuelle Ausstellung widmet sich den Exiljahren von Oskar Maria Graf. Aber gelesen wird im Literaturhaus natürlich auch - regelmäßig schauen bekannte Autoren vorbei, also seht zu, dass Ihr das Programm immer im Blick habt. Im Sommer könnt Ihr Euch hinter dem Haus gemütlich in Liegestühle fläzen und - natürlich - lesen. Und wenn Ihr Euch selbst als Nachwuchsautoren versuchen möchtet: die Bayerische Akademie des Schreibens bietet im Literaturhaus Seminare an. Und im Lab können Schulklassen ihrer Kreativität freien Lauf lassen.


Das literarische Gedächtnis der Stadt - top modern: Die Monacensia

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten feierte die Monacensia am 8.12.2016 Wiedereröffnung. Die Monacensia ist ein Ort der Literatur, Wissenschaft und Bildung. Mehr als 150.000 Bände der München-Bibliothek sind ab Dezember 2016 in den frisch renovierten Räumen frei zugänglich., Foto: Michael Nagy / Presseamt München

Irgendwie erstaunlich, aber: die Monacensia ist immer noch so etwas wie ein Geheimtipp. Dabei gibt es kaum einen Ort in München, der literarisch so viel zu bieten hat - seit der Wiedereröffnung Ende 2016 zudem topmodern saniert. Schon alleine die Villa des Künstlers Adolf von Hildebrand solltet Ihr gesehen haben, aber drinnen ist noch viel mehr geboten: Eine tolle Dauerausstellung über die Münchner Literaturszene zur Zeit Thomas Manns sowie verschiedene Bibliotheken mit 150.000 Bänden, die natürlich den Fokus auf Münchner Autoren legen. Ein besonderer Anreiz sind die Nachlässe von Klaus und Erika Mann, die in der Monacensia lagern. Für die Pause zwischendurch könnt Ihr Euch ins hauseigene Café Mon setzen, das auf dem besten Wege ist, ein wunderbares Künstlercafé mit gemütlichem Innenhof zu werden.


Poetry Slams und Lesebühnen: Literatur live!

Die Lesebühne "Die Stützen der Gesellschaft", Foto: Jeannette Kummer / erdgeschoss.net
Lesebühne "Die Stützen der Gesellschaft"

Ihr liebt literarischen Bühnensport? Dann sitzt Ihr in München an der Quelle: Viele Lesebühnen locken ein treues Stammpublikum und neue Fans an. Jeden dritten Dienstag im Monat laden die "Stützen der Gesellschaft" zu ihrer Lesebühne ins Theater im Fraunhofer. Wettkampfmäßiger geht es bei Münchens zahlreichen Poetry Slams zu, wenn Dichter um die Gunst des Publikums und den größten Applaus kämpfen. Der älteste regelmäßige Münchner Slam findet einmal pro Monat im Substanz statt, doch auch der "Isar Slam" im Ampere, der "Schwabinger Poetry Slam" im Lustspielhaus oder "Blickpunkt Spot" im Vereinsheim haben eine große Fangemeinde. Für Fans klassischer Lesebühnen ist das Vereinsheim ebenfalls eine Anlaufstelle: Jeden Sonntag Abend tragen die "Schwabinger Schaumschläger" mit wechselnden Gästen Texte und Geschichten vor, auch musikalische Darbietungen sind immer dabei.


Das Instituto Cervantes bringt Euch Spanien nahe

Bibliothek des Spanischen Kulturinstituts, Foto: Instituto Cervantes München

In München gibt es zahlreiche Einrichtungen, die sich mit Literatur aus anderen Ländern beschäftigen. Zum Beispiel das Instituto Cervantes, das spanische Kulturinstitut, in der Münchner Residenz. Wenn Ihr Spanisch lernen wollt, seid Ihr hier goldrichtig - aber eben auch, wenn spanische Literatur für Euch mehr ist als der Madrid-Reiseführer vom letzten Urlaub. Die über 30.000 Medien in der hauseigenen Bibliothek Augusto Roa Bastos sind Besuchern, die sich für Literatur in spanischer Sprache interessieren, frei zugänglich. Außerdem erlebt Ihr im Instituto Cervantes Buchpräsentationen, Konzerte, Ausstellungen und Filmvorführungen.


Wo Ihr Heinrich Mann und Co. besuchen könnt

Gedenktafel für Heinrich Mann in der Leopoldstraße, Foto: muenchen.de/Mark Read
Gedenktafel für Heinrich Mann in der Leopoldstraße 59

Wenn Ihr Euch von großen Künstlern früherer Tage inspirieren lassen wollt, sind die Wege in München kurz. Alleine in Schwabing gibt es zahlreiche Gedenktafeln an den früheren Wohnhäusern bekannter Autoren: Heinrich Mann (Leopoldstraße 59), sein Bruder Thomas (Feilitzschstraße 32), Rainer Maria Rilke (Ainmillerstraße 34), Erich Kästner (Fuchsstraße 2). Im Lehel steht Lion Feuchtwangers Geburtshaus am St.-Anna-Platz 2, und im "Radspielerhaus" in der Altstadt wohnte einst Heinrich Heine. Apropos Heine: Der Poet wird im verwunschenen Dichtergarten auch mit einem Denkmal gewürdigt - er sitzt in einer Grotte. Standbilder erinnern an Friedrich von Schiller (Maximiliansplatz) und Johann Wolfgang von Goethe (Grünanlage an der Ottostraße).


Büchereien auf Rädern - die Bücherbusse

Grundschule am Canisiusplatz, Foto: Katy Spichal

Keine Sorge: Wenn Ihr einen großen roten Bus mit der Aufschrift "Bücher" durch München rollen seht, habt Ihr keine Halluzinationen. Schon seit über 60 Jahren fahren die Bücherbusse der Stadtbibliothek umher und versorgen die Bewohner der Stadtviertel ohne Bücherei mit frischem Lesefutter. Insgesamt sechs dieser rollenden Bibliotheken sind im Münchner Stadtgebiet unterwegs und halten wöchentlich jeweils für ein paar Stunden an bestimmten Stationen. Was die Auswahl betrifft, müssen sich die Fahrbibliotheken nicht verstecken. Von Romanen über Sachtitel bis hin zu CDs und DVDs ist alles zu haben. 


Literaturfest München

Beim Literaturfest München haben Leseratten eine riesige Auswahl an Büchern, Autoren und Literaturveranstaltungen., Foto: Münchner Bücherschau

Das Literaturfest München findet seit 2010 jeweils im Herbst statt. Dann gibt es die Bücherschau im Gasteig, in der zahlreiche Verlage ihr Programm präsentieren. Tausende Werke unter einem Dach – klingt das nicht nach einem Termin, den Ihr Euch dringend vormerken solltet? Dabei ist die Münchner Bücherschau im Gasteig nur ein Teil des Literaturfestes, das heuer vom 15.11. - 3.12.2017 stattfindet. Viele Autoren und Autorinnen lesen aus ihren Werken und diskutieren über Bücher. Für das "forum:autoren" mit Veranstaltungen an verschiedenen Orten ist dieses Jahr Doris Dörrie als Kuratorin beauftragt. Und auch im Literaturhaus gibt es ein Fest-Programm mit Lesungen und dem Markt der unabhängigen Verlage "Andere Bücher braucht das Land".


"Bookuck": Aktionswoche der Buchhandlungen

Bestimmt nehmt Ihr Euch vor, Eure Lieblingsbuchhandlung viel öfter aufzusuchen. Solltet Ihr machen. Aber in der jährlich stattfindenden Aktionswoche "Bookuck" lohnt es sich besonders. Dann bieten zahlreiche Münchner Buchhandlungen ein literarisches und kulturelles Programm an. Abschluss und Höhepunkt der Woche ist der "Tag der Münchner Buchhandlungen", der mit vielen Überraschungen aufwartet. Zuletzt fand der Aktionstag am 24.6.2017 statt. Ein Termin für das kommende Jahr steht noch nicht fest. Mehr zu Bookuck.


Krimifestival München - Hochspannung am laufenden Band

Impressionen zum Krimifestival München., Foto: Krimifestival München
Krimifestival München

Wenn Euch nichts so sehr beschäftigt wie die Frage, wer denn nun der Mörder ist, dann solltet Ihr Euch das Krimifestival München dick im Kalender anstreichen. Jedes Jahr im Frühjahr wartet hier ein Rundum-Paket mit zahlreichen Lesungen und Veranstaltungen auf Euch. Und das teilweise an exotischen und kuriosen Orten, die Spannung versprechen. Schauplatz für Lesungen waren unter anderem schon das Pathologische Institut, die Juristische Bibliothek im Rathaus, das Polizeipräsidium oder ein Krimi-Dampfer über den Starnberger See. Und damit es auch später im Jahr noch spannend bleibt gibt es überdies einen kleinen "Krimi-Sommer" und den "Krimi-Herbst". Zahlreiche Gelegenheiten also, packende neue Lektüren für sich zu entdecken.


Wortspiele 17 – Junge Literatur im Ampere

Alina Herbing liest auf den Wortspielen, Foto: Anikka Bauer

Lesungen in Club-Atmosphäre, ganz unterschiedliche literarische Stimmen und Performances, jeden Abend ein Publikumspreis und am Ende das Wort einer Jury, die den besten Text des Festivals kürt. Das ist das Markenzeichen des "Wortspiele-Festivals", das 2017 bereits zum siebzehnten Mal im Ampere stattfand. Insgesamt 18 junge deutschsprachige Autoren stellten vom 15. bis 17.3.2017 ihre Bücher vor. Den Bayern2-Wortspiele Preis holte am Ende Andreas Stichmann mit seinem Werk "Die Entführung des Optimisten Sidney Seapunk". Der Termin für die Wortspiele 2018 steht noch nicht fest, ebenso wenig die teilnehmenden Autoren. 


StadtLesen am Wittelsbacher Platz

Münchner genießen die Leseaktion auf dem Odeonsplatz, Foto: muenchen.de/Lukas Fleischmann

Der Wittelsbacher Platz als Leseoase: Jedes Jahr treffen sich Münchens Literaturfreunde beim StadtLesen - zuletzt im Juli 2017. Dort kann man sich einfach eines von rund 3.000 Büchern aus über 100 Verlagen schnappen, es sich gemütlich machen und in die literarischen Fantasiewelten abtauchen. Dabei vergeht ein milder Sommertag schonmal wie im Flug, denn die Sitzmöbel sind äußerst bequem.

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