Glyptothek

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Do geöffnet 10:00 - 20:00 (Bitte Hinweise beachten)
Geschlossen: Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester

Die beeindruckende Sammlung des antikenbegeisterten König Ludwig I. erwartet den Besucher in der Glyptothek am Königsplatz. Der prächtige Kunsttempel beherbergt griechische und römische Skulpturen wie den berühmten "Barberinischen Faun" oder die "Trunkene Alte". Das von Leo von Klenze errichtete Museum eröffnete 1830 und ist damit das frühste öffentliche Museum Münchens.

Die Sammlung der Glyptothek

Glyptothek München, Foto: Staatliche Antikensammlungen / Renate Kühling
Foto: Staatliche Antikensammlungen / Renate Kühling

In der Glyptothek können Besucher Kunstwerke aus vier Epochen bestaunen. Dazu zählen sowohl Originale als auch römische Kopien griechischer Meisterstücke aus der archaischen, klassischen, hellenistischen und der römischen Kaiserzeit. Zwischen den Köpfen und Gestalten berühmter antiker Persönlichkeiten können Besucher lebendig erscheinende Gesichtszüge studieren und die Arbeit der längst verstorbenen Bildhauer bewundern. Ergänzt werden diese durch die Bronzefiguren, Vasenkunst und Golschschmuck in der gegenüberliegenden Staatlichen Antikensammlung. Größtenteils sind die Schätze auf König Ludwig I. zurückzuführen, der mit seinem privaten Vermögen für den Erwerb immer wertvollerer Kostbarkeiten sorgte.

Die Geschichte

Königsplatz mit Glyptothek, Foto: Stefan Strasser
Foto: Stefan Strasser

König Ludwig I. entdeckte bereits als junger Mann seine Leidenschaft für antike Kunstwerke. Seine beachtliche Sammlung griechischer und römischer Skulpturen wollte er mit der Öffentlichkeit teilen und beauftragte den Bau einer Glyptothek. Dafür gab der zukünftige Herrscher strenge Vorgaben. So sollten zum Beispiel keine Fenster an den Fassaden angebracht werden. Den Auftrag erhielt der Architekt und Künstler Leo von Klenze. 1815 erschuf er einen Platz im Stile eines antiken Forums, den heutigen Königsplatz. An dessen Nordseite entstand bis 1830 die Glyptothek, in der die idealisierte antike Kultur im "Isar-Athen" eine passende Heimat finden sollte.

Die Glyptothek auf dem Königsplatz, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Im zweiten Weltkrieg kam es zu Zerstörungen am Gebäude durch Luftangriffe. Die antiken Skulpturen und Schätze hatte man aber zuvor sicherheitshalber ausgelagert. 1947 begannen die Arbeiten zur Wiederherstellung und man entschied sich, vor allem die Schlichtheit des Gebäudes hervorzuheben. Die bunten Fresken des Malers Peter Cornelius zum Beispiel, auch als „Die Götter Griechenlandes“ bekannt, wurden nicht restauriert, da nur noch einzelne Fragmente erhalten waren. Seit der Wiedereröffnung 1972 erstrahlt die Fassade in einem weiß geschlämmten Ziegelmauerwerk.

Die Schätze der Glyptothek

Die trunkene Alte in der Glypothek, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/Renate Kühling
Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/Renate Kühling

Zu den Exponaten zählt zum Beispiel die „Medusa Rondanini“. Das marmorne Abbild der unheilvollen Schreckensgestalt der Medusa soll einst das Schild einer monumentalen Darstellung der Athene geziert haben, die der Bildhauer Phidias für den Parthenon schuf. Bemerkenswert ist auch der "Münchner Kouros". Er ist eine typische Darstellung eines Jungmannes, also dem männlichen Gegenstück einer Jungfrau, der in der Regel nackt dargestellt wird. Der Anblick der Figur die "Trunkene Alte" erweckt in vielen Besuchern den Eindruck, sie blickten wahrhaftig in das lebendige Antlitz einer alten Frau, die kniend vor ihnen sitzt.

Der Baberinische Faun in der Glypothek, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/ Renate Kühling
Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/ Renate Kühling

Eine der wertvollsten Errungenschaften ist der 1,81 Meter hohe, schlaftrunkene Satyr. „Der Barberinische Faun“ soll 220 v. Chr. entstanden sein und sorgte bereits bei seiner Entdeckung für Aufsehen. Abgesehen davon, dass Stücke von Kopf, Bein und Händen fehlten, stellt die Skulptur seine nackte Männlichkeit besonders freizügig zur Schau. Kardinal Maffeo Barberini, später Papst der katholischen Kirche, ließ die im 17.Jahrhundert noch beschädigte Figur vom Meisterkünstler Gian Lorenzo Bernini restaurieren. 1810 kaufte sie der zukünftige König von Bayern, Ludwig I., und stellte sie in seine Schatzkammer am Königsplatz.

Lebensgroße Skulpturen fertigten die Griechen zum ersten Mal während der archaischen Epoche. Während einzelne Statuen ihrer Helden und Götter Gräber und Heiligtümer schmückten, verzierten ganze Gruppen von Figuren die Giebelfelder großer Tempelbauten. Zur Zeit des Klassizismus dann fertigten sie ein naturnahes Menschenbild, das unseren Körper in all seiner Schönheit und Eleganz präsentiert. Die Künstler der hellenistischen Zeit dagegen spielten mit den menschlichen Ängsten und meißelten Gewalt, Schrecken und all das Hässliche in Stein. In der römischen Kaiserzeit fanden die Künstler zurück zur klassischen Darstellung. Vor allem die Porträts des Kaisers, welche überall im Land aufgestellt waren, strahlten Würde und Kraft aus. Alte Mythen und Legenden kehrten in die Bildhauerei zurück.

Das Bauwerk Glyptothek

Glyptothek sitzende Menschen, Foto: Stefan Strasser
Foto: Stefan Strasser

Nicht nur die Schätze im Inneren, auch das Bauwerk Glyptothek ist absolut sehenswert. Das klassizistische Äußere, das Leo von Klenze und Karl von Fischer geschaffen haben, trägt zum imposanten Erscheinungsbild des Königsplatzes bei. Die Stufen, die zum und um das Gebäude herumführen, nutzen die Münchner an sonnigen Tagen für einen Moment der Ruhe. Der Eingang wird von zwölf ionischen Säulen geschmückt. Darüber steht Athene, Beschützerin der plastischen Künste, umgeben von anderen Skulpturen. Die Figuren in den Nischen, darunter Prometheus oder Hephaisto, stehen für die Künste und ihre Geschichten, welche die Besucher im Innern erwarten.

Eintrittspreise

Eintritt Antikensammlungen und Glyptothek:
Regulär: 6 Euro (ermäßigt 4 Euro)
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: freier Eintritt
Sonntags: 1 Euro

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3 Bewertungen zu Glyptothek

5
3 Bewertungen
  • von am

    Unglaublich angenehme Atmosphäre, wird den Ausstellungsstücken gerecht. Ein Tipp ist auch das kleine Museumscafé, vor allem im Sommer, wenn man draussen sitzen kann.

  • von am

    Die Sammlung der Clyptothek bietet eine umfassende Ausstellung von archaischen, helenistischen, klassischen Skulpturen der verschiedenen Epochen der alten Griechen und Römer. Wer auf der Suche nach geschichtlichen Hintergrund ist, der sollte der Glyptothek unbedingt einen Besuch abstatten, denn der Ort lädt einfach ein zu verweilen und zu betrachten. Dort trifft man auch oft Menschen an, die die Skulpturen studieren, also zeichnerisch festhalten. Das Cafe und der schöne Innenhof indem man im Sommer draussen sitzen kann, scheinen einem das Gefühl zu geben die Zeit wäre angehalten worden. Daher ist die Clyptothek ein echter Geheimtipp, wenn man einmal dem Trubel der Stadt entfliehen und in eine andere Welt eintauchen möchte.

  • von am

    Beeindruckende Sammlung antiker Werke! Muss man gesehen haben.

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