Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Alter Botanischer Garten

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Alter Botanischer Garten

Galerie

Ein kleiner Park mit großer Geschichte und Raum für zeitgenössische Kunst: Zentral gelegen zwischen Hauptbahnhof und Stachus befindet sich der Alte Botanische Garten. Die Anlage gibt es schon seit 1812. Ob beim Spaziergang, Entspannen am Neptunbrunnen oder Betrachten innovativer Kunstprojekte - es gibt viel zu entdecken in dem auf den ersten Blick eher unscheinbaren Stadtpark.

Spielen und Entspannen mitten im Zentrum

Vogelgezwitscher, das Plätschern von Wasser am Neptunbrunnen und Kinderlachen: Im Alten Botanischen Garten kann man vielen Geräuschen lauschen. Aber eines ist fast völlig ausgeblendet: das Verkehrsrauschen der Innenstadt. Einer der größten Vorzüge der zentral gelegenen Anlage zwischen Hauptbahnhof und Stachus ist wohl, dass sie eine kleine Oase der Ruhe ist - und das im Herzen der Landeshauptstadt.

Der Alte Botanische Garten bietet mitten im Zentrum Liegewiesen und Parkbänke zum Entspannen. Rund um den Neptunbrunnen können es sich Parkbesucher auf den L-förmigen Grünflächen gemütlich machen oder direkt am Brunnenrand ihre Füße im kühlen Nass baumeln lassen. Beim Betrachten der aufwendig angelegten Blumenpracht vergisst man schnell die Großstadt um sich herum. Schlendert man weiter, findet man auf der Höhe des Parkcafés weitere großzügige und von Bäumen geschützte Liegeflächen.

Kinder haben ihren ganz besonderen Spaß auf dem großen eingezäunten Spielplatz inklusive einer großen Spielwiese auf der Westseite des Parks. Aber dem nicht genug: Gleich daneben befindet sich seit 1947 das vom Kreisjugendring München geleitete Spielhaus Sophienstraße, in dem ein kompetentes Team von Pädagogen abwechslungsreiche Freizeitprojekte für Kinder von sechs bis zwölf Jahren anbietet. Zu verdanken hat die Stadt München diese bemerkenswerte Einrichtung dem Privatier Dr. Friedrich Krantz, der dieses Haus nach dem Krieg aufgrund seiner persönlichen Erfahrung mit dem NS-Regime stiftete. Das tat er mit einem klaren pädagogischen Ziel: Kinder und Jugendliche sollten in Zukunft so erzogen werden, dass sich die Schrecken des Holocausts nie wiederholen.

Im Wandel der Zeit - eine Parkgeschichte

Alter botanischer Garten im Frühling, Foto: Katy Spichal

Entworfen hat den Alten Botanischen Garten der Landschaftsarchitekt Friedrich Ludwig von Sckell, 1812 war das Gelände fertiggestellt. Geplant ist der Alte Botanische Garten in Form des Buchstaben D. Ursprünglich befanden sich an der Nordseite ein langgestreckter beheizbarer Gewächshaustrakt für tropische Pflanzen und ein chemisches Laboratorium. 

Im Rahmen der “Allgemeinen Ausstellung deutscher Industrie- und Gewerbs-Erzeugnisse“, die 1854 in München ausgerichtet wurde, ließ König Maximilian II. einen großen Glaspalast als Ausstellungsgebäude bauen. August von Voit entwarf die 234 Meter lange, 67 Meter breite und 25 Meter hohe Konstruktion aus Eisen und Glas, die ab 1889 für Kunstausstellungen genutzt wurde. Leider wurde das Gebäude während einer großen Ausstellung in der Nacht zum 6. Juni 1931 bei einem Brand vollständig zerstört. Dabei fielen mehr als 3000 Gemälde von z.T. renommierten Künstlern den Flammen zum Opfer. Nur 80 Kunstwerke konnten gerettet werden. Ein Brunnen des Glaspalast-Architekten August von Voit, der sich bis Ende des 19. Jahrhunderts im Inneren des Gebäudes befand, ziert bis heute den Weißenburger Platz in Haidhausen.

In der NS-Zeit wurde der Alte Botanische Garten nach den Plänen von Paul Ludwig Troost zum Stadtpark umgestaltet und bekam jene Aufteilung, wie sie bis heute besteht. In dieser Zeit entstanden auch der Neptunbrunnen, ein Kaffeehaus mit Biergarten (das heutige Park Café) an der ehemaligen Stelle des Glaspalasteingangs und der Kunstpavillon. Die heftigen Bombardierungen des Viertels um den Hauptbahnhof im Zweiten Weltkrieg führten zwischen 1942 und 1945 zu zahlreichen Einschlägen in der Grünanlage, Kunstpavillon und Neptunbrunnen wurden zerstört.  In den Nachkriegsjahren blieb der Alte Botanische Garten zunächst sich selbst überlassen und verwilderte zunehmend. Erst 1949 wurde der Neptunbrunnen wiederhergestellt und schon ein Jahr später auch der Kunstpavillon wieder errichtet. 

Auch wenn der Park heute öffentlich zugänglich ist und bereits im Jahr 1914 vom "neuen" Botanischen Garten in Nymphenburg-Neuhausen abgelöst wurde, erinnern noch heute einige exotische Bäume an die Vergangenheit der Grünanlage als Botanischer Garten. Wer die wohl ältesten "Bewohner" des Parks näher kennenlernen möchte, kann diese bei einem Baumspaziergang entdecken und bestimmen. Ein exakter Bepflanzungsplan der Stadt München hilft bei der Baumsuche. 

Bildergalerie: Alter Botanischer Garten im Herbst

Kunst im Park

, Foto: Katy Spichal

Wenn sich der Alte Botanische Garten plötzlich von einem Tag auf den anderen verwandelt, dann waren kreative Künstler am Werk. Etwas versteckt in einem kleinen Wäldchen gleich neben dem Neptunbrunnen befindet sich der sogenannte Kunstpavillon, ein 200 Quadratmeter großer Bau nach den Plänen von Oswald Bieber, der als kleiner Nachfolger des Glaspalasts gilt. Dort wo seit 1889 schon regelmäßig Kunstausstellungen im Glaspalast stattfanden und Münchens Ruf als Kunst- und Kulturstadt prägten, entstand 1937 ein kleines Ausstellungsgebäude, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zunächst als Treffpunkt für den Schwarzmarkthandel diente. Nach dem Zweiten Weltkrieg taten sich hier Münchner Künstler zusammen, um die Ruine des ehemaligen Ausstellungstempels aus der Nazi-Zeit in einen lichten Kunstraum umzugestalten. Auf Initiative von Hannes König, dem Gründer des unabhängigen Schutzverbandes Bildender Künstler, wurde der Pavillon wieder aufgebaut und 1950 als Ausstellungsbau wiedereröffnet.

Seitdem initiieren Künstler aus München und aller Welt zeitgeistige und kritische Kunstprojekte in und um den Pavillon im Alten Botanischen Garten. Der Pavillon dient dabei weniger als Ausstellungsraum im klassischen Sinn, vielmehr ist er Werkstätte und Diskussionsforum für bildende Künstler und interessierte Bürger. Spannende Ausstellungsprojekte und Installationen von Künstlern und Kunststudenten finden im Alten Botanischen Garten das ganze Jahr über statt. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Bauwerke und Skulpturen

, Foto: Katy Spichal

Das einzige seit Gründung des Gartens erhaltene Bauwerk ist das Eingangs-Portal im Ostteil. Das robuste Tor wurde im Zweiten Weltkrieg nicht beschädigt und weist Besuchern seit über 200 Jahren den Weg in den Park.
Kurz und knapp ist darauf auf Latein und in goldenen Lettern die ursprüngliche Bestimmung des Botanischen Gartens verewigt: "Auf Geheiß des Königs Maximilian I. Joseph wurden 1812 die zerstreuten Blumen-Gattungen der Bildnerin Erde (hier) versammelt." Errichtet wurde das rechtwinklige Portal im frühklassizistischen Stil von Joseph Emanuel von Herigoyen (1746-1817). Markant sind vor allem die vier dorischen Säulen, die den horizontalen Mittelteil des Portals tragen.

Der Neptunbrunnen, der sich auf der Höhe des Justizpalasts befindet, bildet das Herzstück des Alten Botanischen Gartens. Um das üppig mit Blumen gestaltete Brunnenareal scharen sich an warmen Tagen die Parkbesucher und richten ihre Blicke auf einen alles überragenden Neptun mit Dreizack. Der Skulpturenbrunnen wurde im Zuge der Umgestaltung des Botanischen Gartens in einen Park im Jahr 1937 nach den Plänen des Architekten Oswald Bieber und des Bildhauers Joseph Wackerle gestaltet. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde er 1949 wieder aufgebaut.

Im Westen wird der Alte Botanische Garten seit 1996 von dem Staccioliring, einer überdimensionalen modernen Skulptur, überragt. Der 14 Tonnen schwere und 12 Meter hohe rote Ring des italienischen Künstlers Mauro Staccioli befindet sich am Rande des Parks auf der sogenannten Kunstplattform. Ermöglicht wurde das Kunstwerk durch eine Schenkung der Stadtsparkasse München zusammen mit der Stiftung Straßenkunst.

 

Das Parkcafé

, Foto: Katy Spichal

Das Parkcafé im Alten Botanischen Garten haben die Münchner schon für verschiedenste Zwecke genutzt: Ursprünglich war es das Wohnhaus des Hausmeisters. In den 1930er Jahren nahm das Gebäude nach den Plänen des Architekten Oswald Bieber seine heutige Gestalt an und der Konditormeister Gustav Deisler betrieb darin ein Tanzcafé. Nach dem Krieg mauserte sich das Kaffeehaus in den 1960er und 70er Jahren zu einer bedeutenden Einrichtung im Münchner Nachtleben. Das Parkcafé war damals einer der angesagtesten Clubs der Stadt.

Heute präsentiert sich das Parkcafé als vielseitiger Veranstaltungsort mit Restaurant und großem Biergarten. Auf einer Kleinkunstbühne stehen in mondäner Atmosphäre regelmäßig DJ-Events und Live-Musik auf dem Programm. Die Küche des stilvoll eingerichteten Restaurants ist gutbürgerlich. Auf der Speisekarte finden sich neben bayerischen Spezialitäten auch mediterrane Gerichte, die im Sommer draußen im Biergarten am besten schmecken.

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5 Bewertungen zu Alter Botanischer Garten

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    tolles grünes Refugium mitten in der Stadt, einfach herrlich!

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