Frauenkirche
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Die beiden Zwiebeltürme der Frauenkirche zieren nicht umsonst das Logo von muenchen.de: Die gotische Dom- und Stadtpfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau“ aus dem 15. Jahrhundert ist und bleibt das unverwechselbare Wahrzeichen der Stadt. Doch dass die Frauenkirche Ruhestätte von Kaisern ist und sogar der Teufel hier ein- und ausgegangen sein soll, weiß nicht jeder.
Gut möglich, dass Sie bei ihrem Besuch in der gotischen Kirche von Orgeltönen oder Engelsstimmen überrascht werden. Denn die Frauenkirche gibt regelmäßig Orgelkonzerte, hat mehrere Chöre und sogar eine eigene Domsingschule für talentierte Kinder. Die heiligen Messen, die in der Regel täglich morgens gegen 9 Uhr und abends gegen 17:30 Uhr stattfinden, werden gelegentlich musikalisch von den Chören unterstützt.
Schon seit 1240 stand am Rande der früheren Residenz eine Kirche, die von den Wittelsbachern errichtet wurde. Wohlhabende Patrizierfamilien statteten sie mit prunkvollen Altären und Gemälden aus. Mit dem Wachstum von Stadt und Bevölkerung wurde im 15. Jahrhundert entschieden, eine neue, repräsentativere Kirche zu errichten. Den Auftrag für den Backstein-Bau erhielt der Maurer Jörg Ganghofer (auch Jörg von Halsbach genannt). Er ist auch der Baumeister des alten Rathauses am Marienplatz. Von der Grundsteinlegung im Jahre 1468 bis zur Vollendung der Türme vergingen 20 Jahre - zur damaligen Zeit ein zügiger Baufortschritt.
Die Frauenkirche ist eine spätgotische, dreischiffige Hallenkirche. Sowohl die Backsteinfassade als auch die Innenausstattung sind im Vergleich zu anderen gotischen Bauwerken schlicht. Typisches Zeichen der Gotik sind die nach oben strebenden Pfeiler im Inneren der Kirche. Sie fungieren auch als Trennwände der Seitenkapelle. Im Gegensatz zu anderen Domkirchen ist das Innere hell und einladend. Auch die Gemälde in der Kirche sind schlicht gehalten und beschränken sich auf die immer wiederkehrende Darstellung der heiligen Mutter mit Kind sowie Jesus Christus als Schmerzensmann mit Wunden.
Wer einmal über den Dächern Münchens stehen will, muss sich den Blick verdienen. Aber keine Angst, nicht der ganze Südturm muss zu Fuß erklommen werden... nur die ersten paar Höhenmeter führen über eine schmale Treppe. Den Rest fährt man bequem mit dem Aufzug und kann sich währenddessen an den Anekdoten des Fahrstuhlwärters erfreuen. Oben angekommen sieht man nicht nur die sieben riesigen Glocken des Turms aus nächster Nähe, sondern kann den Blick über die ganze Stadt hinweg bis zu den Alpen genießen.
Nach einem Bürgerentscheid aus dem Jahr 2004 dürfen im Münchner Stadtgebiet übrigens keine Gebäude mehr gebaut werden, die die Höhe der Frauenkirche überschreiten – nur wenige Hochhäuser am Stadtrand, die vor 2004 errichtet wurden, sind höher. Wer also hier herauf kommt, freut sich über ein freies Sichtfeld. Übrigens: Entgegen der weit verbreiteten Behauptung, dass der Nordturm aufgrund eines Baufehlers einen Meter höher wäre als der Südturm, sind die beiden Türme der Frauenkirche mit 98,57 Meter und 98,45 Meter fast gleich hoch.
Aufgrund von Sanierungsarbeiten am Südturm ist der Aufstieg momentan nicht möglich!
Die beiden Zwiebeltürme der gotischen Dom- und Stadtpfarrkirche „Zu unserer Lieben Frau“ sind das unverwechselbare Wahrzeichen der Stadt München. Der Südturm des Doms kann bestiegen werden und bietet einen einzigartig weiten Blick über die Dächer Münchens bis auf die Alpen. Der Nordturm ist bis voraussichtlich Ende 2012 wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet - was jedoch den Blick aus dem Nachbarturm nicht beeinträchtigt.
Turmauffahrt Frauenkirche
Nur rund 50 Stufen gilt es zu erklimmen, dann ist die Plattform mit dem Aufzug erreicht. Dieser bringt einen in wenigen Sekunden zur 86 Meter hoch gelegenen Aussichtsebene. Am Eingang ist ein geringes Eintrittsgeld zu entrichten.
Aussicht vom südlichen Turm der Frauenkirche
Panoramablick Ost Oben angekommen, bietet sich den Besuchern ein atemberaubender Blick über die Stadt. Da im Stadtzentrum innerhalb des Mittleren Rings keine Gebäude mit einer Höhe von über 100 Metern gebaut werden dürfen, ist der Blick vom südlichen Frauenturm aus unverstellt - bei schönem Wetter reicht die Sichtweite sogar bis zu den Alpen.
Die Aussichtsebene Die Aussichtsplattform direkt unter der Zwiebelhaube des Turms bietet mit ihren vielen Fenstern zahlreiche Stadtansichten aus der Vogelperspektive.
Im Osten: Der Marienplatz Neben dem Neuen Rathaus links im Bild, lassen sich auch das alte Rathaus und etwas zurückversetzt der Sakralbau der Heilig-Geist-Kirche erkennen. Mittig auf dem Marienplatz steht die Mariensäule, gekrönt von einer vergoldeten Marienstatue aus Bronze.
Im Osten: Alter Peter In unmittelbarer Nähe zum Marienplatz befindet sich die Pfarrkirche Sankt Peter, deren Turm im Volksmund Alter Peter genannt wird und ebenfalls zu Münchens Wahrzeichen zählt. Auch dieser Turm verfügt über eine Aussichtsplattform, die allerdings nur zu Fuß erklommen werden kann.
Panoramablick Nord-Osten Wählt man ein nord-östlich ausgerichtetes Fenster als Ausguck, so fällt der Blick auf die Bayerische Staatsoper, deren Eingangsbereich von Säulen getragen wird. Im 90°-Winkel dazu erstrecken sich die sandfarbenen Prachtbauten der Münchner Residenz. Hinten links im Bild ist die Kuppel der Bayerischen Staatskanzlei erkennbar.
Blick Richtung Osten
Richtet man den Blick weiter nach Osten, sind zwei Kirchenbauten zu sehen: Die Lukaskirche im Vordergrund gehört zu den wenigen alten evangelischen Kirchen in München. Mittig im Bild ist die Kirche St. Johann Baptist zu sehen. Unmittelbar dahinter steht der verglaste Rundbau des Technischen Rathauses.
Panoramablick Süd Richtung Süden stechen vor allem die Türme des Heizkraftwerks München-Süd ins Auge. Direkt davor findet sich der begrünte Alte Südfriedhof, ein kunst- und kulturhistorisches Denkmal. Auch das Städtische Hochhaus hebt sich von den restlichen Bauten ab: Das rote Backsteingebäude ist das erste Münchner Hochhaus. Es hat eine Höhe von 45 Metern und besitzt zwölf Stockwerke.
Im Süden: Die Matthäus-Kirche Südlich des Sendlinger Tors steht im Stadtteil Ludwigsvorstadt die Matthäus-Kirche, die zu den ältesten evangelischen Kirche Münchens gehört. Dort steht sie aber erst seit den 50er Jahren, nachdem sie an ihrem Ursprungsort zwei Kilometer nördlich am Münchner Stachus von den Nazis abgerissen wurde.
Blick Richtung Süden
Im Vordergrund ist das Theresia-Gerhardinger-Gymnasium am Anger mit seinem Zwiebeltürmchen zu sehen, mittig erhebt sich direkt an der Isar die neoromanische Kirche St. Maximilian im Glockenbachviertel. Dahinter lassen sich die Flutlichtmasten des Grünwalder Stadions erkennen, auch Sechzgerstadion genannt.
Panoramablick West Blickt man aus einem westlich ausgerichteten Fenster, so fällt unmittelbar vorne der turmlose Sakralbau von St. Michael auf. Links davon führt die Fußgängerzone Kaufingerstraße-Neuhauserstraße vom Marienplatz bis zum Stachus. Rechts im Bild lassen sich die Grünanlagen des Alten Botanischen Gartens erkennen - direkt links daneben befindet sich der Justizpalast.
Blick Richtung Westen Im Vordergrund ist der Stachus zu sehen, dahinter ist der Münchner Hauptbahnhof mit seinem breiten Gleisbett erkennbar. Auf der linken Seite erhebt sich der Central Tower an der Donnersberger Brücke.
Im Süd-Westen: Ruhmeshalle und Bavaria
Eine weitere berühmte Münchner Sehenswürdigkeit lässt sich beim Blick Richtung Süd-Westen ausmachen: von dem korinthischen Säulenbau der Ruhmeshalle umrahmt, thront hier die kolossale Bronzestatue der Bavaria am südwestlichen Ende der Theresienwiese. Auf der 42 ha großen Festwiese in der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt findet jedes Jahr das Oktoberfest statt.
Panoramablick Nord Blickt man am Nordturm der Frauenkirche vorbei, so führt die Max-Joseph-Straße den Blick auf den Karolinenplatz mit seinem 29 Meter hohen schwarzen Obelisken. Dahinter befindet sich das Münchner Museumsviertel und der Königsplatz.
Im Norden: Olympiapark und BMW-Zentrale
Am nördlichen Horizont lässt sich die Grünanlage des weitläufigen Olympiaparks erkennen. Im Zentrum steht dabei der Olympiaturm, der zugleich einen Fernsehturm und ein weiteres Wahrzeichen der Stadt darstellt. Rechts im Bild ist der so genannte "Vierzylinder", das Hochhaus der BMW-Zentrale, erkennbar.
Panoramablick Nord-West
Die ockerfarbene Theatinerkirche St. Kajetan am Odeonsplatz ist das dominierende städtebauliche Element nordwestlich der Frauenkirche. Entlang der Ludwigsstraße befinden sich zahlreiche Prachtbauten aus dem frühen 19. Jahrhundert - an ihrem nördlichen Ende ragen die weißen Türme der Ludwigskirche in den Himmel. Am Horizont lassen sich am linken Bildrand die Allianz Arena und der Fröttmaninger Berg erkennen. Östlich der Ludwigstraße erstrecken sich die Grünanlagen des Englischen Gartens.
Blick Richtung Nord-West
Die 4,17 km² große Parkanlage des Englischen Gartens beherbergt die ein oder andere Sehenswürdigkeit - beispielsweise den Monopteros, ein auf einem Hügel erbauter Rundtempel, von dem man eine wunderbare Aussicht auf die Münchner Skyline genießen kann. Im Hintergrund ist das Kraftwerk Nord im Stadtteil Johanneskirchen zu sehen.
Aussicht vom südlichen Turm der Frauenkirche Turmbesichtigungen sind vom 1. April bis 31. Oktober montags bis samstags von 10 - 17 Uhr möglich. Der Dom hat täglich von 7 - 19 Uhr geöffnet, donnerstags sogar bis 20:30 Uhr und freitags bis 18 Uhr.
Aufgrund von Sanierungsarbeiten ist der Südturm der Frauenkirche derzeit geschlossen. Der Aufstieg auf den Turm ist nicht möglich. Die Arbeiten sind in mehrere Bauabschnitte unterteilt und dauern voraussichtlich bis 2016. Arbeiter bessern Schäden an der Ziegelfassade und an den Fenstern des Doms aus. Dazu kommen Instandsetzungsmaßnahmen an der Treppe, am Lift und an der Elektrik.
Foto: Oliver Raupach
In der Eingangshalle der Frauenkirche findet sich ein schwarzer Fußabdruck, welcher der Legende nach dem Teufel gehören soll. Wer seinen Fuß in den Abdruck stellt bemerkt, dass aus dieser Position die Seitenfenster der Kirche von den Säulen verdeckt werden und deshalb nicht sichtbar sind. Genau an dieser Stelle soll der Sage nach einst der Teufel gestanden haben. Für seinen Fußabdruck gibt es zwei Versionen: Nach der ersten wollte der Teufel die Kirche nach deren Erbauung zerstören. Als er jedoch dastand und glaubte, dass der unfähige Baumeister die Fenster vergessen habe, rammte er vor Freude seinen Fuß in den Boden. Die zweite Legende behauptet, dass der Baumeister Jörg Ganghofer einen Pakt mit dem Teufel hatte. Dieser solle ihm beim Bau der Kirche helfen und als Gegenleistung die Seele Ganghofers bekommen. Nach der Fertigstellung führte dieser den Teufel jedoch zu der Stelle, von der aus man keine Fenster sehen konnte und verweigerte ihm seine Seele, da der Teufel beim Bau gepfuscht habe. Daraufhin soll der Teufel vor Wut aufgestampft haben und seitdem als unaufhörlicher Wind um die Kirche ziehen. Wer den Dom betritt wird spüren, dass tatsächlich stets eine leichte Brise um die Kirche weht...
Foto: Aleister Crowley
Wenn man die Kirche vom Hauptportal aus betritt, fällt zur rechten Seite gleich ein riesiges, dunkles Grab auf. Hierbei handelt es sich um ein Kenotaph, ein leeres Grab. Es dient lediglich als Gedenkstätte für Ludwig den Bayern. Die Gebeine des Kaisers wurden in der Krypta der Kirche beigesetzt. Das Kenotaph aus schwarzem Kalkstein ist reich verziert mit Bronzefiguren und Symbolen. Eine große Kaiserkrone an der Spitze des Prunkgehäuses erinnert an die Kaiserwürde Ludwig des Bayern.
Unter dem Dom liegen die Gräber bedeutender Fürsten. Die heutige Krypta entstand 1971 nach dem Wiederaufbau der Kirche infolge der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Schon vorher war eine größere Krypta an ihrer Stelle gewesen. Eine Inschrift an der Eingangswand erinnert an die Wittelsbacher, die dort begraben liegen. Zu ihnen zählen Kaiser Ludwig IV. der Bayer und Herzog Wilhelm IV. von Bayern.
Täglich von 7:00 - 19:00 Uhr, Donnerstag bis 20:30 Uhr, Freitag bis 18:00 Uhr
Domführungen:
1. Mai bis 29. September Sonntag, Dienstag, Donnerstag um 14:00 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten
Turmbesichtigung: momentan nicht möglich!
(1. April bis 31. Oktober Montag - Samstag 10:00-17:00 Uhr)
Während der Gottesdienste sind keine Besichtigungen möglich.
freier Eintritt
Turmbesichtigung: 2.00 Euro, ermäßigt 1.00 Euro
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