Münchner Rathaus am Marienplatz
Das Neue Rathaus in München: Geschichte, Glockenspiel und mehr
Das Neue Rathaus am Münchner Marienplatz ist nicht nur Sitz des Oberbürgermeisters und des Stadtrats, sondern auch dank des Aussichtsturms und des berühmten Glockenspiels bekannt. Die neugotische Fassade wirkt deutlich älter, als sie ist: Fertiggestellt wurde der Bau erst 1905.
Hier erfahrt ihr, wann das Glockenspiel spielt, wie ihr auf den Rathausturm kommt, welche Räume ihr besichtigen könnt – und was sich sonst noch alles hinter der fast hundert Meter langen Fassade verbirgt.
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Das Wichtigste im Überblick
- Wo? Marienplatz 8, 80331 München – direkt an S- und U-Bahnhof Marienplatz
- Was? Neugotisches Rathaus (fertiggestellt 1905) mit Glockenspiel, Aussichtsturm, Prunkhof und Läden in den Arkaden
- Glockenspiel: täglich um 11 und 12 Uhr, von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr – kostenlos vom Marienplatz aus
- Rathausturm: täglich 10 bis 20 Uhr, letzte Auffahrt 19:40 Uhr, Tickets ab 7 Euro für einen 20-Minuten-Zeitslot
- Führungen: Rathausführungen von München Tourismus ab 28 Euro, freitags bis sonntags
- Barrierefreiheit: Sitzungssäle, Grütznerstube und Ratstrinkstube barrierefrei erreichbar; Turmbesuch nur eingeschränkt barrierefrei
- Gut zu wissen: Über 600 Mitarbeiter*innen der Stadt arbeiten in den rund 400 Zimmern des Gebäudes
Das Glockenspiel: Münchner Stadtgeschichte
Ein bekanntes Schauspiel sorgt täglich für Enge auf dem ohnehin schon sehr belebten Marienplatz. Pünktlich um 11 und 12 Uhr – von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr – zeigt das Glockenspiel im Rathausturm zwei Ereignisse aus der Münchner Stadtgeschichte:
- Die obere Etage zeigt die im Februar 1568 gefeierte Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen: Zu Ehren des Brautpaares fand damals ein Ritterturnier auf dem Marienplatz statt. Dabei triumphierte der bayerische Ritter über seinen Gegner aus Lothringen – insgesamt 16 Figuren gehören zu dieser Szene.
- Die untere Etage zeigt den Schäfflertanz: Nach einer schweren Pestepidemie sollen sich die Fassmacher als Erste wieder auf die Straßen gewagt und tanzend die von der Pest verängstigte Bevölkerung erheitert haben.
- Jeden Abend um 21 Uhr wird das Münchner Kindl zur Musik aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg" sowie Johannes Brahms' „Wiegenlied" zu Bett gebracht – begleitet von einem Nachtwächter und dem Friedensengel.
- Übrigens: Das Glockenspiel zählt mit seinen 43 Glocken zu den größten Glockenspielen Deutschlands. Insgesamt wiegen alle Glocken zusammen etwa sieben Tonnen. 2007 wurde es aufwendig restauriert – betrieben wird es mit Solarstrom.
👉 Das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathauses am Münchner Marienplatz spielt täglich um 11 und 12 Uhr, von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr – der Blick darauf kostet nichts.
Aussichtsgalerie im Rathausturm
Das ganze Jahr über darf man für ein kleines Eintrittsgeld auf den Rathausturm, der eine hervorragende Aussicht über die Altstadt bietet – bei klarer Sicht sogar bis zu den Alpen. Im Gegensatz zum Turm des Alten Peters muss man dafür keine Treppen steigen: Zwei Aufzüge bringen euch nach oben – der erste bis in den 4. Stock, dort wechselt ihr in den zweiten Aufzug bis zur Aussichtsplattform des 85 Meter hohen Turms, auf dessen Spitze das Münchner Kindl über die Stadt wacht. Rundherum liegen euch Frauenkirche, Alter Peter, Altes Rathaus und Theatinerkirche zu Füßen.
Der Besuch ist in Zeitfenstern von 20 Minuten organisiert, maximal 30 Personen sind gleichzeitig auf der Plattform. Tickets gibt es ab 7 Euro – online ohne Anstehen oder vor Ort in der Tourist Information im Rathaus (Öffnungszeiten beachten!). Eine kostenfreie Stornierung ist bis 24 Stunden vor der Auffahrt möglich. Treffpunkt ist der 4. Stock des Rathausturms, der erste Aufzug befindet sich im Durchgang zum Prunkhof. Wichtig: Rucksäcke und größere Taschen sind nicht erlaubt, ihr könnt sie beim Pförtner abgeben. Der Turmbesuch ist nur eingeschränkt barrierefrei.
Geöffnet ist der Turm täglich von 10 bis 20 Uhr, letzte Auffahrt 19:40 Uhr. Geschlossen am: 1.1., 6.1., Faschingsdienstag, 1.5., 1.11., 25.12., 26.12.
Übrigens: Ihr wollt das Neue Rathaus selbst von oben bestaunen? Dann lohnt sich der Aufstieg auf den Alten Peter direkt gegenüber.
👉 Auf die Aussichtsplattform des 85 Meter hohen Rathausturms am Marienplatz geht es täglich von 10 bis 20 Uhr mit zwei Aufzügen – Tickets für den 20-Minuten-Zeitslot gibt es ab 7 Euro.
Die Turmuhr: Ein Zifferblatt aus Mosaik
Wer vor der Auffahrt den Blick nach oben richtet, entdeckt am Rathausturm die große Turmuhr: Ihr Zifferblatt besteht aus einem kunstvollen Mosaik und ist damit selbst ein kleines Kunstwerk in luftiger Höhe. Zuletzt wurde das Mosaik-Zifferblatt 2025 vom Baureferat aufwendig instand gesetzt – dafür stand eigens eine 57 Meter hohe Hebebühne auf dem Marienplatz.
Bibliothek und Innenräume im Rathaus
Die Juristische Bibliothek misst fast zehn Meter Höhe und zählt zu einer der schönsten Bibliotheken der Stadt:
- Besonders die vergoldeten, schmiedeeisernen Wendeltreppen, die umlaufenden Balustraden und die großen Regale spiegeln den floralen Münchner Jugendstil wider – Hauberrisser entwarf die Ausstattung als Gesamtkunstwerk, ein bemerkenswerter Kontrast zur Neugotik des übrigen Rathauses.
- Der zweistöckige Lesesaal zum Prunkhof hin wurde 1905 vollendet, 1906 zog die Bibliothek ein. Sie ist insgesamt 120 qm groß und befindet sich in der ursprünglichen „Bücher-Sammlung der städtischen Kollegien".
- Sie steht allen Bürger*innen zur Verfügung – hinter der historischen Einrichtung stecken heute WLAN, Datenleitungen und ein modernes Lichtkonzept.
👉 Die Juristische Bibliothek im Neuen Rathaus mit ihren vergoldeten Jugendstil-Wendeltreppen gilt als eine der schönsten Bibliotheken Münchens und ist öffentlich zugänglich.
Führungen und Ausstellungen im Rathaus
Wer spannende Einblicke in die Geschichte und Architektur des Neuen Rathauses bekommen möchte, hat bei den angebotenen Führungen die beste Möglichkeit:
- Wann: Die rund 90- bis 120-minütigen Touren durchs Rathaus finden freitags um 18 Uhr, samstags um 10.30, 11.30 und 15.30 Uhr sowie sonntags um 11.30 und 13.30 Uhr statt. Zusatztermine an Feiertagen 2026: 6.1., 3.4., 6.4., 1.5., 14.5., 25.5. und 4.6.
- Wo: Treffpunkt ist an der Tourist Information vor dem Rathaus am Marienplatz, etwa zehn Minuten vor Beginn.
- Tickets: Tickets gibt es ab 28 Euro pro Person – online buchbar (empfohlen) oder an der Tourist Information. Ermäßigungen gibt es u.a. für Kinder.
- Außerdem: In der ehemaligen Kassenhalle, heute Rathausgalerie genannt, finden regelmäßig Ausstellungen statt. Der 245 Quadratmeter große, mit einem Glasdach überwölbte Raum wird von 20 Granitsäulen und -pfeilern getragen und dient seit 1979 als Ausstellungsraum. Thematisch orientieren sich die Schauen an der Stadt, an ihren Bewohner*innen und ihrer Geschichte.
👉 Rathausführungen durch das Neue Rathaus in München starten freitags bis sonntags an der Tourist Information am Marienplatz und kosten ab 28 Euro pro Person.
Die Säle im Rathaus: Wo der Stadtrat tagt
Im Inneren des Rathauses zeigt sich viel Granit und Marmor sowie die prächtigen Sitzungssäle, das Boten- und Ausschusszimmer und das Zimmer 200. Es wird auch Hauberrisser-Zimmer genannt und ist eines der wenigen noch original erhaltenen Amtszimmer, samt Mobiliar. Als Eingangsbereich der Säle dient das original ausgestattete Botenzimmer mit seinem fast raumhohen neugotischen Eichenschrank samt eingebauter Uhr.
Der Große Sitzungssaal ist der größte Raum im Neuen Rathaus – hier finden die Vollversammlungen des Münchner Stadtrats statt. Den Saal dominiert Karl von Pilotys Kolossalgemälde „Monachia", das mit über 15 Metern Breite die gesamte Stirnwand einnimmt: Es zeigt 128 Persönlichkeiten aus 700 Jahren Münchner Stadtgeschichte rund um die Personifikation der Stadt. Seit 2004 hängt das restaurierte Riesengemälde wieder an seinem angestammten Platz. Die dunklen Holzstühle mit ihren hohen geschnitzten Lehnen erinnern manche Besucher*innen an Hogwarts. Der Kleine Sitzungssaal wird vor allem für Ausschusssitzungen und Empfänge genutzt.
Gut zu wissen: Die Vollversammlungen des Stadtrats sind öffentlich – ihr könnt sie ohne Anmeldung von der Besuchertribüne des Großen Sitzungssaals aus verfolgen. Termine und Tagesordnungen findet ihr im Ratsinformationssystem der Stadt. Die Säle im zweiten Obergeschoss sind für Rollstuhlfahrer*innen mit Aufzug erreichbar.
👉 Im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses tagt der Münchner Stadtrat unter Pilotys Monumentalgemälde „Monachia" – die Vollversammlungen könnt ihr ohne Anmeldung von der Besuchertribüne aus verfolgen.
Wo sitzt der Oberbürgermeister?
Die Amtsräume des Oberbürgermeisters liegen im 2. Stock des Neuen Rathauses – an den Wänden des Flurs davor hängen wechselnde historische Ausstellungen über das Münchner Stadtleben. Das Büro selbst darf besichtigt werden, allerdings nur am Tag der offenen Tür. Neben dem Oberbürgermeister sind auch die Stadtratsfraktionen und Teile der Stadtverwaltung im Gebäude untergebracht.
Meisterfeier auf dem Rathausbalkon am Marienplatz
Der Balkon des Neuen Rathauses ist sicherlich der bekannteste Balkon der Stadt. Denn hier feiert der FC Bayern München auf Einladung der Stadt seine Erfolge. Tausende Fans versammeln sich dann auf dem Marienplatz und bejubeln die Mannschaft. Auch das FCB-Damenteam feierte seine Titel hier schon. Das gilt ebenso für den TSV 1860, der beispielsweise den Bundesligaaufstieg 1977 mit seinen Anhängern im Zentrum Münchens zelebrierte.
👉 Auf dem Balkon des Neuen Rathauses am Marienplatz feiern Münchner Teams wie der FC Bayern ihre Titel – vor tausenden Fans auf dem Platz.
Die Außenfassade: Figurenspiele und Geschichte
Die Fassade des Neuen Rathauses ist besonders beeindruckend und der Hingucker auf dem Marienplatz. Sie misst 98,5 Meter Länge und bietet viel Raum für Verzierungen und vielfältiges Figurenspiel:
- Von Stadtgründer Heinrich dem Löwen bis zur fast kompletten Linie der Wittelsbacher zeigt die Hauptfassade den umfangreichsten Fürstenzyklus an einem deutschen Rathaus.
- Am Eck zur Weinstraße, dem Wurmeck, erinnert ein mächtiger Drache an die Bedrohung durch die Pest. Bis in die Weinstraße finden sich weitere Münchner Originale, die Wasserspeier, Fratzen und Masken, allegorische Bilder, Heiligen- und Sagengestalten.
- Über dem Prunkeingang des Turms glänzt die „Königslaube" mit den Standbildern von vier bayerischen Königen – von Maximilian Joseph I. bis Ludwig II. Dahinter liegt das Turmgemach, einst Repräsentationsraum des Ersten Bürgermeisters, mit großartigem Blick auf Marienplatz und Mariensäule.
- Auf der Spitze des Rathausturms wacht das Münchner Kindl. Es wurde von Anton Schmid geschaffen, dessen neunjähriger Sohn Ludwig Modell stand.
An der Fassade lassen sich auch die Bauabschnitte ablesen: Der ältere östliche Teil ist in Backstein ausgeführt, der jüngere Westtrakt mit dem Turm in hellem Tuffstein. Den Übergang markiert das 2,90 Meter hohe Reiterstandbild des Prinzregenten Luitpold.
👉 Die 98,5 Meter lange Fassade des Neuen Rathauses am Marienplatz trägt mit dem Wittelsbacher Fürstenzyklus den umfangreichsten Figurenschmuck dieser Art an einem deutschen Rathaus.
Arkaden und Läden: Einkaufen rund ums Rathaus
Was viele nicht wissen: Hinter den Spitzbogenarkaden im Erdgeschoss verbergen sich zahlreiche kleine Läden, die das Rathaus einmal umrunden – vom Marienplatz über die Weinstraße und die Landschaftstraße bis in die Dienerstraße. Auch die Tourist Information am Marienplatz hat hier ihren Platz: Sie ist die zentrale Anlaufstelle für Turmtickets, Führungen, Stadtpläne und Beratung.
Der traditionsreiche Ratskeller, der fast das gesamte Untergeschoss des Rathauses einnimmt, ist derzeit geschlossen.
👉 In den Arkaden im Erdgeschoss des Neuen Rathauses reihen sich rund um den gesamten Gebäudekomplex kleine Läden – mittendrin die Tourist Information am Marienplatz.
Die Höfe: Prunkhof und fünf weitere Innenhöfe
Das Neue Rathaus gruppiert sich um insgesamt sechs Innenhöfe. Öffentlich zugänglich ist der Prunkhof, den ihr durch das Turmportal am Marienplatz oder den Eingang an der Weinstraße erreicht:
- Das Mosaik seines Bodens bildet ein riesiges Labyrinth.
- Die Treppe der Lebensalter an der Westseite des Innenhofes versinnbildlicht die verschiedenen Lebensabschnitte: vom kleinen Jungen bis zum buckligen Greis.
- Am Portal der ehemaligen Kassenhalle (heute Rathausgalerie) begrüßt ein steinerner Hund freundlich schweifwedelnd alle, die Geld in den Stadtsäckel bringen – ihm gegenüber knurrt ein Mops jene an, die Geld hinaustragen.
👉 Der frei zugängliche Prunkhof des Neuen Rathauses mit Labyrinth-Mosaik und der „Treppe der Lebensalter" ist vom Marienplatz und von der Weinstraße aus erreichbar.
Geschichte: Drei Bauabschnitte und ein Wiederaufbau
Weil das Alte Rathaus für die rasant wachsende Stadtverwaltung zu klein geworden war, entstand das Neue Rathaus in drei Bauabschnitten – alle unter Architekt Georg von Hauberrisser:
- 1867 bis 1874: Der erste Trakt wird gebaut – mit Verzögerungen und massiven Kostensteigerungen, sodass Hauberrisser seine Pläne drastisch vereinfachen muss. Im August 1874 beziehen die ersten Magistratsmitarbeiter ihre Diensträume; die aufwendige Innenausstattung dauert noch bis 1883. Besonders stolz war man damals darauf, dass fast alle Arbeiten von Münchner Firmen und Handwerkern ausgeführt wurden.
- 1889 bis 1892: Erste Erweiterung an der Ecke Diener-/Landschaftstraße, optisch nahtlos an den Bestand angepasst.
- 1898 bis 1905: Zweite Erweiterung zum vierseitigen Komplex mit dem Rathausturm. Vor allem die geplante Turmhöhe erhitzte die Gemüter der Öffentlichkeit – die Stadt ließ sich nicht beirren. Mit dem Setzen des Schlusssteins auf dem Turm im Dezember 1905 war der Rohbau vollendet, bis Ende 1906 wurden fast alle Büroräume bezogen.
Der gesamte Komplex bildet in seiner Grundfläche ein unregelmäßiges Viereck von 9.159 Quadratmetern – mit Frontlängen von 98,5 Metern am Marienplatz, 85 Metern an der Dienerstraße, 111 Metern an der Landschaftstraße und 86 Metern an der Weinstraße.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Neue Rathaus erhebliche Schäden: Fast alle Dachbereiche brannten aus, an den Fassaden wurden neben vielen Zierteilen auch fünf Standbilder bayerischer Herrscher zerstört, Teile des Trakts an der Landschaftstraße gingen vollständig verloren. Nach Kriegsende wurde das Gebäude schrittweise wiederaufgebaut – das Glockenspiel erklang bereits am 14. September 1945 wieder.
👉 Das Neue Rathaus in München wurde von 1867 bis 1905 in drei Bauabschnitten errichtet und umfasst mit 9.159 Quadratmetern Grundfläche einen ganzen Altstadtblock zwischen Marienplatz, Diener-, Landschaft- und Weinstraße.
Kurzporträt: Der Architekt Georg von Hauberrisser
- Geboren 1841 in Graz, gestorben 1922 in München
- War erst 25 Jahre alt, als er seinen Wettbewerbsentwurf für das Neue Rathaus einreichte
- Begleitete den Bau über alle drei Bauabschnitte und damit fast 40 Jahre
- Orientierte sich an der gotischen Rathaus-Architektur Flanderns
- Entwarf auch die Jugendstil-Ausstattung der Juristischen Bibliothek als Gesamtkunstwerk
- Weitere Werke: die frühgotische St. Paulskirche und sein Wohnhaus an der Schwanthalerstraße in München sowie die Rathäuser von Kaufbeuren, Wiesbaden und Saarbrücken
Veranstaltungen im Rathaus
Das Neue Rathaus ist nicht nur Verwaltungssitz, sondern auch Veranstaltungsort:
- Ausstellungen: In der Rathausgalerie im Prunkhof-Trakt laufen regelmäßig wechselnde Ausstellungen rund um München und seine Geschichte.
- Rathaus Clubbing: Einmal im Jahr, zum Christopher Street Day, könnt ihr beim Rathaus Clubbing wilde Nächte am Marienplatz feiern.
- Juristische Bibliothek: Die Bibliothek bietet ein hochwertiges Veranstaltungsprogramm für Kulturinteressierte.
- Feierlichkeiten: Grütznerstube und Ratstrinkstube dienen städtischen Feiern und Pressekonferenzen – die Ratstrinkstube mit ihrem Kreuzgratgewölbe kann für ausgewählte Veranstaltungen auch angemietet werden.
- Tag der offenen Tür: Dann öffnen sich Räume, die sonst verschlossen bleiben – bis hin zum Büro des Oberbürgermeisters.
Gut zu wissen: Trivia rund ums Rathaus
- Der Bau sprengte alle Budgets: Geplant waren für den ersten Bauabschnitt 550.000 Gulden – am Ende kostete er inklusive Bauplatz 2.722.654 Mark. Der ursprüngliche Kostenrahmen wurde damit um mehr als das Zehnfache überschritten.
- Die geplante Höhe des Rathausturms erhitzte um 1897 die Gemüter der Münchner*innen – die Stadt baute trotzdem.
- Auf Pilotys „Monachia" im Großen Sitzungssaal sind 128 Persönlichkeiten verewigt – darunter nur sieben Frauen.
- Über der Portierloge am Haupteingang hängt eine Uhr mit dem Spruchband: „Nur gute Stunden möcht ich zeigen, die bösen aber wohl verschweigen."
- Das Münchner Kindl auf der Turmspitze hat ein reales Vorbild: den neunjährigen Sohn des Bildhauers, der später als Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy bekannt wurde.
- Nach dem Zweiten Weltkrieg erklang das Glockenspiel schon am 14. September 1945 wieder – instand gesetzt auf ausdrücklichen Wunsch der amerikanischen Militärregierung.
- In der Grütznerstube hängen bis heute fünf Porträts des Malers Eduard Grützner – darunter ein Selbstbildnis des Künstlers.
- Am Fischbrunnen vor dem Rathaus wäscht der Oberbürgermeister jedes Jahr am Aschermittwoch beim traditionellen Geldbeutelwaschen den Stadtsäckel – wer mitmacht, soll das Jahr über keine Geldsorgen haben.
Service und Anfahrt
Adresse: Neues Rathaus, Marienplatz 8, 80331 München
Anfahrt: S-Bahn (alle Linien) und U-Bahn (U3/U6) bis Marienplatz – der Haupteingang liegt direkt am Platz. Das Rathaus steht mitten in der Fußgängerzone, eine Anreise mit dem Auto lohnt sich nicht.
Tourist Information: in den Rathaus-Arkaden am Marienplatz – Tickets für Turm und Führungen, Stadtpläne und Beratung.
Barrierefreiheit im Neuen Rathaus
Folgende Rathausräume sind barrierefrei erreichbar:
- Großer Sitzungssaal
- Kleiner Sitzungssaal
- Grütznerstube
- Ratstrinkstube
Die Säle im zweiten Obergeschoss erreicht ihr mit dem Aufzug, behindertenfreundliche Toiletten sind vorhanden. Der Turmbesuch ist nur eingeschränkt barrierefrei – Details erfahrt ihr vorab bei München Tourismus.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum Neuen Rathaus
Wann spielt das Glockenspiel am Marienplatz?
Täglich um 11 und 12 Uhr, von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr. Um 21 Uhr wird das Münchner Kindl abends musikalisch zu Bett gebracht.
Was zeigt das Glockenspiel?
Zwei Ereignisse der Münchner Stadtgeschichte: oben das Ritterturnier zur Hochzeit von Herzog Wilhelm V. im Jahr 1568, unten den Schäfflertanz nach der Pestepidemie.
Was kostet der Rathausturm?
Tickets für die Turmauffahrt gibt es ab 7 Euro für einen 20-Minuten-Zeitslot – online oder in der Tourist Information am Marienplatz. Ermäßigte Tickets sind nur mit Nachweis gültig.
Wie kommt man auf den Rathausturm?
Mit zwei Aufzügen: Der erste bringt euch in den 4. Stock des Turms, dort wechselt ihr in den zweiten Aufzug bis zur Aussichtsplattform. Treppensteigen ist nicht nötig.
Wie hoch ist der Rathausturm?
Der Turm ist 85 Meter hoch, gekrönt vom Münchner Kindl. Die Aussichtsplattform bietet bei klarer Sicht einen Blick bis zu den Alpen.
Kostet der Besuch des Neuen Rathauses Eintritt?
Nein, Prunkhof, Arkaden und die Juristische Bibliothek sind kostenlos zugänglich. Nur die Turmauffahrt (ab 7 Euro) und die Rathausführungen (ab 28 Euro) kosten Eintritt.
Kann man das Neue Rathaus innen besichtigen?
Ja: Der Prunkhof ist frei zugänglich, die Juristische Bibliothek steht allen offen, und die historischen Säle seht ihr bei einer Rathausführung von München Tourismus (ab 28 Euro).
Kann man eine Stadtratssitzung besuchen?
Ja, die Vollversammlungen des Stadtrats im Großen Sitzungssaal sind öffentlich – eine Anmeldung für die Besuchertribüne ist nicht nötig. Termine stehen im Ratsinformationssystem der Stadt.
Wie alt ist das Neue Rathaus?
Das Neue Rathaus wurde von 1867 bis 1905 in drei Bauabschnitten errichtet – der älteste Teil ist damit über 150 Jahre alt. Trotz seiner gotischen Optik ist es also deutlich jünger, als viele denken.
Was ist der Unterschied zwischen Neuem und Altem Rathaus?
Das Neue Rathaus an der Nordseite des Marienplatzes ist der Sitz von Oberbürgermeister, Stadtrat und Stadtverwaltung. Das gotische Alte Rathaus an der Ostseite des Platzes ist deutlich älter und beherbergt heute das Spielzeugmuseum.