Foto: Jens Weber

Villa Stuck

Museen | Haidhausen
Sa geöffnet 11:00 - 18:00
Abendöffnung »FRIDAY LATE«, erster Freitag im Monat von 18–22 Uhr, Eintritt frei Feiertagsöffnungszeiten: geöffnet:Ostermontag; Pfingstmontag; Silvester bis 16 Uhr geschlossen: 24.12. und Faschingsdienstag

Museum Villa Stuck

Einzigartige Einblicke in die fantasievolle Welt des Malerfürsten Franz von Stuck gewährt das Museum Villa Stuck an der Prinzregentenstraße im Stadtteil Au-Haidhausen. Seit 1992 steht das einstige Wohnhaus und Atelier des Künstlers in München für Besucher offen. Das Gesamtkunstwerk Villa Stuck präsentiert in seinen Räumen wechselnde Ausstellungen, die sich in die kunstvolle Ausstattung des Hauses einfügen.

Aktuell in der Villa Stuck

Museum in historischem Gebäude

Die 1897/98 entstandene Jugendstilvilla auf der Isaranhöhe verspricht einen Museumsbesuch, der zum Träumen einlädt. Neben den opulenten Räumlichkeiten und der bedeutenden Kunst-Sammlung an Werken Franz von Stucks finden sich auch Wechsel-Ausstellungen zur modernen und zeitgenössischen Kunst. Im Eingangsbereich lockt das Museumscafé in eine antike Gartenoase, während der Museumsshop den einen oder anderen Erinnerungsschatz offenbart.

Ausstellung

In den historischen Räumen der Villa Stuck sind viele Werke des Hausherrn zu entdecken, darunter Gemälde wie „Sünde“ und der über zwei Meter große "Wächter des Paradieses". Aber auch zahlreiche Bronzefiguren wie die "Tänzerin" mit den Gesichtszügen Stucks Ehefrau Mary und der "Athlet", ein Selbstporträt des Künstlers, begegnen dem Besucher. Die zahlreichen Möbel und Wunder der Raumgestaltung zeugen von den vielseitigen Fähigkeiten von Stucks. Neben seinen Werken sind weitere Kunstobjekte des 19. Jahrhunderts und vieler zeitgenössischer Künstler ausgestellt.

Raumkunst

Villa Stuck Empfangshalle, Foto: Jens Weber

Der neoklassizistische und palastartige Bau der Villa Stuck war als Wohnhaus und Künstleratelier in einem vorgesehen. Wo einst wilde Feierlichkeiten und hitzige Kunstgespräche stattfanden, wandern nun Besucher von Zimmer zu Zimmer. Zu besichtigen sind das Vestibül, der Empfangssalon, der Musiksalon, das Treppenhaus und das alte Atelier des Künstlers. Jedes Detail trägt die Handschrift Franz von Stucks. Die Villa vereint Elemente aus der Antike und Byzanz, dem Orient und der Hochrenaissance mit der Moderne des späten 19. Jahrhunderts. Schon zu Lebzeiten Stucks galt sie als eigenwilliges Gesamtkunstwerk.

Ein Rundgang beginnt im Vestibül, das mit antiken Ornamenten, Reliefs und Skulpturen geschmückt ist. Unter den Füßen des Besuchers zieht sich ein schwarz-weißes Bodenmosaik mit Tiersymbolen, an den weißen Wänden gleiten schwarze und ockergelbe Linien in die Höhe. Der Empfangssalon ist wohl das prächtigste Zimmer des Hauses. Hier strahlen Marmor, Seide, Goldmosaik, Mahagonimöbel und Bronzebüsten um die Wette. Die Bibliothek mit Originalausgaben von Frank Wedekind oder Oscar Wilde ist ein Augenschmaus. Der Übergang zum Musikzimmer ist fließend. Dort steht der Besucher in einem Atrium unter einem magischen Sternenhimmel und erblickt unsere Galaxie sowie Tierfiguren und Gestalten der griechischen Sagenwelt.

Das alte Atelier des Malerfürsten liegt im Zentrum des Hauses und erinnert eher an eine kleine Ausgabe eines Festsaals als an ein Arbeitszimmer. Von Farbpaletten, Pinseln, leeren Leinwänden und Entwurfsversuchen keine Spur. Gobelins, ein aufwendiger Parkettboden und der altarähnliche Aufbau für Stucks skandalträchtiges Meisterwerk "Sünde" sind nur wenige der faszinierenden Dinge, die man stattdessen hier bewundern kann. Eine breite Fensterfront bietet einen Blick auf die Prinzregentenstraße. In diesem Raum arbeitete und feierte der Maler sich und seine Künste.

Garten und Café

Villa Stuck Garten, Foto: Wolfgang Pulfer

Wer nach einem Rundgang glaubt, alles gesehen zu haben, der irrt. Hinter der Villa eröffnet sich ein zauberhafter Künstlergarten. Auf einem Streifzug begegnen Besuchern mythische Gestalten wie Dionysos oder Zeus. Das Museumscafé wird von Feinkost Käfer betrieben und serviert auf 40 Plätzen im im Foyer und 60 Plätzen im Künstlergarten. Auf der Karte stehen herzhafte kalte Speisen wie Sandwiches und Salate sowie Kuchen, Tartes und Desserts.

Bevor man dann nach Hause geht, lohnt sich noch ein Abstecher zum Friedensengel, der in unmittelbarer Nähe wartet. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick. Er lässt erahnen, warum der Künstler gerade hier oben sein Wohnhaus und Atelier errichten wollte.

Geschichte einer Villa

1897/98 wurde die Villa Stuck nach Entwürfen des Hausherrn durch das Münchner Unternehmen Heilmann & Littmann gebaut. Der damals 34-jährige Maler, Graphiker und Bildhauer Franz von Stuck hatte sein zukünftiges Künstlerparadies in allen Details geplant. Vom Rohbau bis zu den Einzelheiten für die Innendekoration - alles entwickelte Stuck selbst, so auch den Künstlergarten mit seinen beeindruckenden Figuren. Bei der Weltausstellung 1900 in Paris wurden die Möbel der Villa sogar mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Der dreistöckige Villenbau präsentiert sich im schnörkellosen Jugendstil-Schick. Zwei Auffahrtsrampen führen zu einem bronzenen Eingang mit Medusakopf unter einer Säulenhalle. Der schlichten Fassade fügte Stuck später farbige Rechteckfelder hinzu. Seit 1992 dient die Villa als Museum der Landeshauptstadt München. Die Räumlichkeiten wurden aufwendig restauriert und ausgebaut.

Franz von Stuck

Franz von Stuck (1863-1928) entdeckte bereits früh, dass ihn die Idylle des niederbayerischen Dorfes Tettenweis nicht halten konnte. In München besuchte er die königliche Kunstgewerbeschule und die königliche Akademie der Bildenden Künste. Seinen ersten Erfolg feierte er 1889 mit der Goldmedaille für sein Gemälde "Wächter des Paradieses" bei der Münchner Jahresausstellung. Sechs Jahre später rief man ihn als Professor an die Münchner Akademie der Bildenden Künste. Dort unterrichtete er zum Beispiel Paul Klee und Wassily Kandinsky. 1897 begann der Bau seines größten Schaffenswerkes, seiner Villa an der Prinzregentenstraße. Dafür erhielt er 1906 nicht nur den Verdienstorden der Bayerischen Krone, sondern das „von“ in seinem Namen. Er wurde von Prinzregent Luitpold von Bayern in den Adelsstand erhoben. Noch heute ist sein Name ein Synonym für fantasiereiche Kunst und ein solches Leben.

Eintrittspreise

Bis 18 Jahre: Eintritt frei
Gesamtes Haus: 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro
Historische Räume: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro
Jahreskarte: 20 Euro, ermäßigt 10 Euro

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Aktuelle Veranstaltungen

6 Bewertungen zu Villa Stuck

5
6 Bewertungen
  • von am

    habe mir gerade die Sonderausstellung mit den Fotografien der Nationalmannschaft angesehen, sehe die Jungs jetzt in einem anderen Licht. Ein MUSS für den kunstinteressierten Fussballfan!

  • von am

    Die Villa Stuck überrascht immer wieder mit ihrem Cross-Over an Ausstellungen. Von historischen Ausstellungen bis hin zur Modernen Kunst wird alles geboten. Die teilweise Verquickung der Ausstellungskonzepte mit den noch historischen architektonischen Elementen werden meist sehr gut gelöst und so funktionieren die Ausstellungen sehr gut, denn altes und neues befruchtet sich gegenseitig. Der schöne Garten im rückwärtigen Teil des Hauses lädt dazu ein im Sommer einen Kaffee zu trinken und den Blick auf das ehemalige Künstlerhaus zu geniessen. Die historischen Räume des Franz von Stuck sind auch sehr sehenswert. Einziges Manko ist meiner Meinung nach der Museums-Shop, der keine wirklich gute Buchauswahl anbietet.

  • von am

    "im Tempel des Ich" ist eine gelungene Ausstellung, mal aus einer anderen Perspektive! Durch kurze Erläuterung, Fotos der Häuser, Zeichnungen, Gemälde und Kunstobjekte der Künstler bekommt ein einen durchaus persönlichen Einblick in das Leben der Künstler.

  • von am

    Ich liebe die Architektur der Villa Stuck. Auf jeden Fall einen Besuch wert!

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