NS-Dokumentationszentrum

Museen: Kulturgeschichtliche Spezialmuseen | Maxvorstadt, Universität
Do geöffnet 10:00 - 19:00
Geschlossen: 24.12, Am 31.12.2017 ist das Haus von 10.00-17.00 Uhr geöffnet. An Feiertagen, die auf einen Montag fallen, hat das NS-Dokumentationszentrum geöffnet. Erweiterte Öffnungszeiten für angemeldete Schulklassen, Gruppen und Seminarteilnehmer.

Lern- und Erinnerungsort am Königsplatz

Tickets NS-Dokumentationszentrum

Ein markantes Symbol der Erinnerung: Das NS-Dokumentationszentrum in der Brienner Straße ist als Lern- und Erinnerungsort konzipiert. Es steht am historischen Standort des „Braunen Hauses“, der einstigen Parteizentrale der NSDAP in München.

Mirjam Zadoff wird 2018 neue Direktorin

Mirjam Zadoff, Foto: privat

Prof. Dr. Mirjam Zadoff wird neue Direktorin des NS-Dokumentationszentrums. Das hat die Vollversammlung des Münchner Stadtrats am 18.10.2017 beschlossen. Die Expertin für jüdische Geschichte folgt im Mai 2018 auf Gründungsdirektor Prof Dr. Winfried Nerdinger, der in den Ruhestand geht.

Derzeit ist Zadoff an der Indiana University in Bloomington (USA) tätig und hat dort den Alvin H. Rosenfeld Lehrstuhl für Jüdische Studien inne. Auch als Initiatorin von Fachtagungen und Kongressen hat sich die 43-Jährige einen Namen gemacht, sie blickt zudem auf eine umfangreiche publizistische Tätigkeit zurück.

Mehr zur neuen Direktorin

Ausstellungskonzept

NS-Dokumentationszentrum in München - Fassadendetail, Foto: Jens Weber

Das NS-Dokumentationszentrum setzt sich auf vier Geschossen und 1.300 qm Ausstellungsfläche kritisch mit der Geschichte Münchens vor, während und nach der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Das Ausstellungskonzept des 2012 ernannten Gründungsdirektors Prof. Winfried Nerdinger steht unter der Fragestellung: ‚Warum München? Und was geht uns das heute an?‘. So richtet sich das Informationsangebot an alle Generationen und versucht durch Wissen, Bewusstsein und Diskussion den nach wie vor aktuellen Themen Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung entgegenzuwirken.

Dazu dienen eine mehrgeschossige Dauerausstellung in Deutsch und Englisch, wechselnde Sonderausstellungen, einer Bibliothek sowie ein Seminarbereich. In einem multifunktionalen Saal für 200 Personen können außerdem Vorträge, Zeitzeugengespräche, Filmvorführungen und Tagungen abgehalten werden. Kostenlose, mehrsprachige Medienguides erleichten den Zugang zur Dauerausstellung und mit einer Smartphone-App kann man auch auf Münchens Straßen die Auswirkungen des Nationalsozialismus nachvollziehen.

Fotos der Ausstellungsräume

Lernforum: Multimediales Vermitteln von Inhalten

Das Lernforum im NS-Dokuzentrum., Foto: Jens Weber / NS-Dokumentationszentrum

Einer der Hauptaspekte des NS-Dokumentationszentrums ist das Vermitteln von Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus. Auf vier interaktiven Medientischen haben Besucher die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Themenkomplexen zu beschäftigen. So können hier unter anderem die Anfänge und der Aufstieg der NSDAP in München oder auch die Biographien und Wohnorte von Verfolgten des NS-Regimes recherchiert werden. Ziel des Lernforums ist es, diese komplexen Inhalte in medial möglichst ansprechender Form aufzubereiten. Die Inhalte der Ausstellung können so vertieft werden, wobei sich dieses Angebot sowohl an Gruppen als auch an Einzelpersonen richtet.

Video von der Eröffnung des NS-Dokuzentrums

Oberbürgermeister Dieter Reiter und Gründungsdirektor Prof. Winfried Nerdinger stellen das NS-Dokuzentrum vor. Eindrücke der Ausstellungsbereiche im Video...

Bau: Architektur und Kosten

Das NS-Dokumentationszentrum von außen, Foto: NS-Dokumentationszentrum

Das Gebäude befindet sich auf dem Grundstück der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP. Im Rahmen eines Architekturwettbewerbs hatte der markante Entwurf des Berliner Architekturbüros Georg Scheel Wetzel in städtebaulicher und gestalterischer Hinsicht überzeugt. In der Begründung hieß es, dass der Entwurf den historischen Ort markiere, ohne auf das "Braune Haus" Bezug zu nehmen. Mit der Realisierung des Neubaus wurde im Herbst 2011 begonnen. Im Frühjahr 2015 waren die Arbeiten abgeschlossen. Der kubische, sechsgeschossige Baukörper aus weißem Sichtbeton steht in starkem Kontrast zu den umliegenden meist klassizistischen Bauten, die zum Teil aus der NS-Zeit stammen. Die Architektur des NS-Dokumentationszentrum soll den starken Bruch zur Geschichte des Standortes verdeutlichen. Seine großzügigen, teilweise stockwerksübergreifenden Fenster erlauben Blickbezüge aus dem Inneren auf die historische Umgebung und binden die baulichen Relikte der NS-Zeit direkt mit ein. Die Baukosten in Höhe von 28,2 Millionen Euro teilten sich die Stadt München, der Freistaat Bayern und die Bundesregierung jeweils zu einem Drittel.

Besucherinformationen: Eintrittspreise

Eintritt: 5 Euro (ermäßigt: 2,50 Euro)
Die Tageskarten gibt es auch im Vorverkauf bei MünchenTicket
Jahreskarte 20 Euro

Bis 18 Jahre sowie Schulklassen und Studentengruppen: Eintritt frei
(Gruppen nur nach Voranmeldung)

Weitere Informationen

17 Bewertungen zu NS-Dokumentationszentrum

4
17 Bewertungen
  • von am

    Eine beeindruckende Fülle an Schrift-, Bild- und Filminformationen, die einen Besucher zu einer intensiven, mitfühlenden Verinnerlichung führen kann. Die konzentrierte Aufnahme furchtbarer Zeugnisse erwünscht sich in fast jeder Etage eine Sitzgelegenheit, wie sie in den meisten Museen zur Verfügung steht. Dies gilt besonders für körperlich behinderte Besucher. Das "Eintauchen" in die NS-Zeit gelang mir selten, da in jeder Etage der Fahrstuhl neue Besucher mit störendem Klingelzeichen ankündigte, ein vorzeitiger, auch physisch bedingter Abbruch meines Besuches war die Folge. Meine 4 Sterne der Bewertung muss ich auf 3 Sterne begrenzen, hoffe aber, durch meine Kritik Anregungen geschaffen zu haben.

  • von am

    Ich habe am vergangenem Wochende das Dokumentationszentrum besucht und sehr nachdenklich mit folgenden, unausgesprochenen Fragen verlassen: Was wäre in meinem Leben anders verlaufen, hätte es die NS-Zeit, den 2. Weltkrieg nicht gegeben? Wie anders hätte Europa sich entwickelt? Wie stünde Europas Elite da? Hätten sie je auswandern müssen? Wo wären meine Eltern sich begegnet? Wenn sie sich denn je begegnet wären ... Wie wäre ich, meine Geschwister, meine Freunde und Freundinnen aufgewachsen? Wie würden wir heute mit den Themen Krieg und Frieden umgehen? Wie würde unsere Gesellschaft aussehen? Welche Themen würden uns beschäftigen? Welche Staatsform hätten wir heute? Würden wir mit den endlichen Ressourcen nachhaltiger umgehen? Müssten wir gerade fliehen und in anderen Ländern um Aufnahme bitten? Welche Folgen hätte ein 2. Weltkrieg, stattgefunden in den 50ger - den 60ger - den 70ger - den 80ger Jahren, gehabt? Wie würde es um Armut und Reichtum in diesem Land bestellt sein? Welche Parteien gäbe es? Hätte es je einen Bürgerkrieg gegeben? Auf jeden Fall ist die Ausstellung sehr informativ, sehr gut präsentiert. Ich bin mit einem mediaguide durch die Austellung gegangen - perfek gut! Tolles Konzept. Wie gesagt: mit neuen Denkanstößen die Austellung verlassen. Danke!

  • von am

    Quite astonished about the documentation center's neglecting the German - incl. Bavarian - Protestant Church's Antisemitism and Kumpanei with the Nazis. Did people in charge of the center ignore Munich's Bishop Meiser's disgusting statements with respect to Jews? From the early beginning to the bitter end! I hear that up to this date there are in Bavaria Street-Names honouring this ambiguous clergyman. What's about the highly Protestant Institution of Schloss Elmau in Upper Bavaria, introducing the "Arier-Paragraphen" long before mandatory and heavily cultivating nazism and hatred against Jews? Such a documentation - though visually rather well done - should not lack honesty in treating history. Unpleasant aspects should not be excluded voluntarily.

  • von am

    habe gestern (19.4.2016) die sehr gut gemachte und interessante Ausstellung besucht. allerdings nur die zwei oberen Stockwerke, dann war ich geschafft, schade - schade! denn die Raumtemperatur war so unangenehm hoch, dass ich das Zentrum verlassen musste! kann die Raumtemperatur nicht auf ein erträgliches Maß geregelt werden??? Gruß HM

  • von am

    Ich habe schon vieles gesehen. Von den Landungsstränden in der Normandie, Obersalzberg, Buchenwald, Mauthausen, Berlin selbstverständlich. Ich hatte grosse Hoffnungen in diese Ausstellung als sie noch in der Planung war, und bin sehr enttäuscht. Geschichte wird an Hand von Schaukästen und 100000 Lesenswerte Zeitungsartikel und Briefen und Dokumenten nicht lebbar. Alles ist schwarz / Weiss dargestellt - obwohl es natürlich genug Material in Farbe gäbe, was einer Ausstellung auch Plastizität verleiht. So bleibt alles abstrakt. Deutschland scheint nach wie vor Angst davor zu haben, dieses Kapitel darzustellen, und dazu gehört auch, das es eine gewisse Faszination hatte. Das es eben immer Menschen geben wird, die einen Führer brauchen, der ihnen Träume erfüllt und Richtung weist. Warum es gerade die Juden getroffen hat, auf die es Hitler abgesehen hatte, wird auch hier nicht genug erklärt und vor allem nicht geklärt. Warum aus ganz normalen Männern (und Frauen) Massenmörder wurden , wird auch hier nicht geklärt. Die Banalität des Bösen wird nicht ansatzweise erklärt. Eine Ausstellung sollte plastisch erlebbar sein. Nicht durch sterile Schaukästen. Hier hätte man mal das Museum in Caen / Frankreich als Vorbild nehmen können. Am schlimmsten fand ich jedoch das sich zum Schluss das "gute Deutschland" saubergeputzt darstellen will. Die Verarbeitung des Nationalsozialismus nach 1945. Völlig beiseite geschoben, das Fritz Bauer den Ausschwitzprozess nur unter widrigsten Umständen vorantreiben konnte. Es gibt noch nicht mal vernünftiges Bildmaterial heutzutage von diesem Prozess. Der Majdanek Prozess der ist völlig untergegangen. Und diese Prozesse sind innerhalb der Bevölkerung gar nicht wahrgenommen worden.(....)

    Sehr geehrte(r) "Anonym",
    wir bedauern Ihre "Enttäuschung". Wenn Sie als Vergleich "Obersalzberg", "Buchenwald" und "Mauthausen" heranziehen, kann es sein, dass Sie unser Haus mit "falschen Erwartungen" besucht haben. Das NS-Dokumentationszentrum Müchen ist gerade keine (Opfer-)Gedenkstätte und kein Museum - daher fehlt hier in Ermangelung der musealen Ausstellungsstrücke und Relikte auch die von Ihnen offensichtlich erwartete "Plastizität" und "Erlebbarkeit". Es geht uns auch nicht um die Klärung der "Banalität des Bösen", sondern um die sachliche Dokumentation der NS-Zeit in München. Der München-Fokus hat übrigens auch die Auswahl der Themen wie z.B. die von Ihnen angesprochenen Prozesse bedingt.
    Noch eine Anmerkung zum Schluss: Unsere Ausstellung ist keinesfalls nur "schwarz/weiss". In jedem Stockwerk finden Sie Farbfotografien, -Bilder und -Dokumente. Vielleicht besuchen Sie mit diesen Erwartungen unser Haus erneut? - Wir würden uns freuen, MfG NS-Dokumentationszentrum München

  • von am

    Ich schließe mich der Bewertung von Repugno an. Die Nazi-Zeit ist in dem Nazi-Dokumentations-Zentrum zurecht "platt" gemacht worden, hier gibt es keine Zweifel. Dabei sind die Zentrums-Mitarbeiter leider in die entgegengesetzte Richtung gerutscht und haben Kommunisten [...] viel zu unkritisch und sogar glorifizierend dargestellt. Das ist eine populäre, aber keine wissenschaftliche Herangehensweise. Deswegen fällt mein Fazit genauso wie der vom Bewerter davor aus: Schade um weggeworfenes Steuergeld, die Ausstellung ist nur mit sehr viel Vorsicht und mit viel Hinterfragen zu genießen!

    Sehr geehrte(r) "Besucher im 2015",
    inwiefern die "Nazi-Zeit" im NS-Dokumentationszentrum "zurecht 'platt' gemacht" worden ist, leuchtet uns nicht ein. Die Dauerausstellung dokumentiert auf 1000 qm die Geschichte des Nationalsozialismus in München sowie die Zeit nach 1945 bis in die Gegenwart - kritisch, sachlich und ohne jegliche "Glorifizierung". Dies ist im Übrigen die klassische, wissenschaftliche Herangehensweise. MfG, NS-Dokumentationszentrum München

  • von am

    Vor Kurzem besuchte ich dieses NS-Doku Zentrum in München und verließ es mit gemischten Gefühlen und ohne Antworten. Zu sehr erinnerte mich die Ausstellung an ähnliche Einrichtungen, wie ich sie schon aus DDR-Zeiten kannte. Die Dame, die durch die Ausstellung führte, ermutigte zwar Fragen zu stellen, schnell stellte sich aber heraus, das zu kritisches Hinterfragen, zu einzelnen Aspekten der Ausstellung, unerwünscht war und wohl als Angriff auf die Deutungshoheit gewertet wurde. Schade, denn will man aus der Geschichte lernen, muss man sie als das begreifen was sie ist nämlich, eine chronologische Abfolge von Ereignissen die im Zusammenhang miteinander stehen und deren Beurteilung nach wissenschaftlichen Regeln erfolgen muss. Die dort behandelten Ereignisse liegen jetzt über 70 Jahre zurück und eine so kostspielige Einrichtung (über 28 Millionen Euro Steuergelder allein für den Bau)hätte ganz sicher ihre Berechtigung, denn sie könnte durch Aufklärung mithelfen, dass sich Geschichte nicht doch eines Tages wiederholt. Nur, dazu muss die ganze Wahrheit, lückenlos und objektiv auf den Tisch! Ohne Auslassungen, ohne Dämonisierung, ohne al zu „sportliche“ Deutungen und ohne Rücksichtnahme auf gewisse Kreise! Was den Nationalsozialismus angeht, der war auch real schon furchtbar, unmenschlich und widerlich genug und das deutsche Volk zahlt dafür, bis heute. Die Installierung dieser „Weltanschauung“ auf deutschen Boden, erfolgte nach einem perfiden Plan und Hitler war alles andere als ein Betriebsunfall. Zu viele Fragen dazu sind noch offen und warten auf eine Beantwortung! Mit meinen Besuch verband ich die Hoffnung, hierzu die neuesten, wissenschaftlich gesicherten Fakten und Erkenntnisse aufgezeigt zu bekommen, um mir anschließend ein besseres Bild zu machen. Die Wahrhaftigkeit bei der Aufarbeitung und Dokumentation jener Vorgänge, die es zwingend braucht um Glaubhaft zu sein, konnte ich leider nur ansatzweise erkennen. Ich würde mir wünschen, dass sie dem kritischen Besucher zukünftig besser erlebbar gemacht wird und sie die Antworten bekommen, nach denen sie suchen.

    Sehr geehrte(r) Repugno,
    wir bedauern, dass Sie unser NS-Dokumentationszentrum mit "gemischten Gefühlen" und "ohne Antworten" verlassen haben. Dass Sie zudem den Eindruck hatten, "kritisches Hinterfragen" sei "unerwünscht", entspricht zweifelsohne nicht dem Anliegen und Konzept des Hauses.
    Das NS-Dokumentationszentrum dokumentiert - basierend auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft - die Geschichte des Nationalsozialismus in München und geht z.B. der Frage nach, warum gerade München?, welche gesellschaftlichen und politischen Akteure waren am Aufstieg Hitlers und der NSDAP beteiligt?, wie reagierten die Münchner Bürgerinnen und Bürger? Eine "Rücksichtnahme auf gewisse Kreise", "Auslassungen" oder "Dämonisierungen" finden bei uns gerade nicht statt.
    Wir hoffen, dass Sie bei einem erneuten Besuch unseres Hauses die Anworten Ihre Fragen erhalten.

  • von am

    Sehr gut konzipierte Ausstellung! Erklärt gut die Zusammenhänge. Bilddokumentation hervorragend. Gut auch, dass Faschismus nicht laufend mit Nationalsozialismus gleichgesetzt, wie in Deutschland zu oft der Fall. Sind ja 2 Paar Schuhe ! Schade, dass Ausstellung schlecht kaschiert mit politisch linker Sichtweise verbunden. Mehr Neutralität wäre ein Plus. Sonst alles O.K.

  • von am

    Viele Informationen, aber übersichtlich und prägnant dargestellt. Wer alles liest, ist gut beschäftigt, interessiert man sich für einen Teilabschnitt (Machtergreifung, Judenverfolgung, Krieg und Vernichtung, Umgang mit NS-Gedankengut nach 1945...) genauer, kann man hier tiefergehende Einblicke erlangen. Es werden viele Beispiele aus München dargestellt, die teilweise auf den gesamten NS-Machtapparat übertragen werden können, aber die Bedeutung der Stadt München für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte wird gut vermittelt. Absolut empfehlenswert; nicht nur für Münchner

  • von am

    Gesamteindruck: sehr positiv! Aber viele, fast zu viele wertvolle Informationen. Denn bei großem Besucherandrang wie heute, 21.6.2015, hat man oft keine Chance, an die Fotos und Texte in den waagrechten Vitrinen heranzukommen. Sehr negativ die Platzierung der Filmwand im 2. Stock, wo der lange Film mit den Zerstörungen Münchens im 2 WK gezeigt wird: man steht in einem engen Gang, wird immer wieder von anderen Besuchern gestört, die durch diesen Gang hindurchgehen müssen, um nach links abzubiegen oder von dort kommen. Und man stört selbst diese Besucher. Viele wollen diesen Film sehen, daher müsste der in einer Räumlichkeit gezeigt werden, wo viele Menschen sitzen oder stehen können ohne selbst zu stören oder gestört zu werden. Eigentlich sollte der Film am Ende gezeigt werden, als Ergebnis, was einem Volk, einer Stadt passiert, wenn sie sich auf Verbrecher wie die Nazis einlassen! Sehr schlecht ist im 1. Stock die Kunstabteilung mit den schrägen Wänden (warum schräg?) und den Bildtexten, die viel zu tief angebracht sind, so dass Leute, die keine Adleraugen mehr haben, Rückenschmerzen bekommen beim Lesen oder aufgeben. Da ein großer Besucherandrang stattfand, wurden immer wieder der 3. und 4. Stock gesperrt, was verständlich ist, aber der Sprecher wies auf die Möglichkeit des Café-Besuches hin. Dieses Café ist aber alles andere als einladend, hat viel zu wenig Sitzplätze, wirkt wie eine Schleuse oder Verlegenheitslösung. Der eine Bedienungsmann war total überfordert. Das ist eher eine Örtlichkeit, die man schnellstens nach einem Kaffee wieder verlassen möchte. War das eventuell so geplant? Und was haben sich die Architekten bei der Eingangsdrehtür gedacht? Das ist wie ein Loch, durch das sich die Wartenden einzeln, also immer jeweils 4 Stück pro Drehung hindurchschleusen lassen müssen. Da stimmen doch weder die Proportionen im Verhältnis zur Fassade noch Benutzerfreundlichkeit. Ebenfalls hat man die Toiletten total vernachlässigt. Drei Toilettenkabinen bei den Herren, davon zwei permanent zugesperrt! Die Damentoilette wurde nicht von uns getestet. Warum kümmern sich Architekten so oft nur um das Ästhetische und das Inhaltliche, das vermittelt werden soll, und vergessen dabei völlig die praktischen Dinge, die für die Benutzer den Aufenthalt in einem Museum angenehm machen sollen? Gibt es eine Klimaanlage? Trotz geöffneter Fenster war die Luft bei so vielen Menschen stickig. Da ich selbst als Kunsthistorikerin in Museen arbeite und die Problematik kenne, habe ich mir erlaubt, Ihnen diese lange Mail zu schreiben. Vielleicht kann man die eine oder andere "Kinderkrankheit" noch ausbessern? Wir kommen wieder! Mit freundlichen Grüßen

    Sehr geehrte Frau Latzin,
    wir freuen uns über Ihren postiven Gesamteindruck und nehmen Ihre Anmerkungen gern zur Kenntnis. Viele "Einschränkungen" von denen Sie berichten sind bereits behoben worden bzw. bestanden lediglich temporär. Andere sind und bleiben den besonderen architektonischen Herausforderungen des Hauses geschuldet.
    Wir freuen uns, wenn Sie unser Haus erneut besuchen und verbleiben mit freundlichen Grüßen, NS-Dokumentationszentrum München

  • von am

    Sonderaustellung, sehr interessant, Tafeln waren aber nur auf Deutsch

  • von am

    Sehr geehrte Damen und Herren, über die imposant große Flut von informationen in der Ausstellung wurde schon positiv berichtet. Eine Kritik möchte ich doch loswerden warum sind in den 4 Stockwerken keine Sitzgelegenheiten. Nicht nur jüngere Besucher werden "fußlahm" und gönnen sich eine Pause auf den Treppenstufen. Für für ältere und kranke Besucher ist diese Möglichkeit, so denke ich indiskutabel.

    Sehr geehrte(r) Frau/ Herr Meyer,
    vielen Dank für Ihre positive Bewertung unserer Ausstellung.
    Bezüglich Ihrer Kritik dürfen wir Ihnen mitteilen, dass wir mittlerweile portable Sitzhocker anbieten, die in jedem Stockwerk aufgestellt werden können und so jeder Besucherin und jedem Besucher eine Pause ermöglichen.
    MfG, NS-Dokumentationszentrum München

  • von am

    Klasse gemacht.Sehr informativ ,bin fast 70 Jahre alt und ist interessant speziell für ältere Semester wie mich da wir zu unserer Schulzeit viel zuwenig über das Nazi-Deutschland aufgeklärt wurdens .Ein Museumsbesuch ist eigentlich ein Muß für Alle,die die "Deutsche Geschichte"interessiert !

  • von am

    Ich war am 15. Mai im NS-Dokumentationszentrum. An diesem Tag war es übervoll von interessierten Leuten, so dass man sich kaum zu den Informationstafeln vorarbeiten konnte. Ich muss ein großes Lob aussprechen. Mit so vielen Informationen habe ich nicht gerechnet. Tafeln, Tische, Filmprojektionen zeigen auf vier Etagen in chronologischer Reihenfolge die Entwicklungen von 1918 bis heute auf eindrückliche Art und Weise. Der Fokus liegt auf München, wo der NS einen Nährboden gefunden hat. Wichtig und für mich erschreckend zugleich ist die Darstellung der Aufarbeitung des NS nach 1945. Zu mehr als Scham war die Gesellschaft nach Kriegsende kaum fähig, und kennzeichnend dafür ist, dass sie in München 70 Jahre benötigte, um dieses NS-Dokumentationszentrum zu errichten. Dieses ist jetzt überzeugend gelungen.

  • von am

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe für die Ebene 4 ,3 Stunden gebraucht und einiges Erfahren,was ich noch nicht wusste, sodass ich öfter kommen werde.Ich finde die Einrichtung und Ausstellung der Bilder sowie die Filme sehr gut.Ganz besonders beschäftigt mich die "Weiße Rose".Leider mußte ich feststellen,dass am 1.Mai Nazis die Ausstellung besucht haben und denen habe ich ganz klar gesagt,dass sie hier nicht erwünscht sind.

Top