Alter Hof
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Wo früher einmal Kaiser residierten, können Besucher heute shoppen oder Wein kosten. Wer vom Marienplatz die Burgstraße vorbei an den Fassaden prachtvoller Bürgerhäuser hinunter spaziert, gelangt durch ein Tor zum Alten Hof. Obwohl viele Teile des Gebäudes nur Rekonstruktionen sind, fühlt man sich in dem verkehrsberuhigten Innenhof sofort in frühere Jahrhunderte zurückversetzt.
Foto: Tourismusamt München
Seit den Anfängen des Hofs im Mittelalter bis heute hat sich viel getan – seinen ursprünglichen Charme verlor der Alte Hof aber nie. Von den fünf Bauteilen des Gebäudekomplexes, dem Burgstock, dem Zwingerstock, dem Lorenzistock, dem Pfisterstock sowie dem Brunnenstock, sind nur die ersten beiden in sanierter Form erhalten. Die anderen wurden nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges abgerissen und neu nachgebaut. Die Originaltreue dieser Rekonstruktionen wurde jedoch sogar preisgekrönt.
Die imposanten Räumlichkeiten des Alten Hofs laden mit exquisiten Geschäften zum Bummeln ein: Möbel und Wohnaccessoires bei Manufactum, Steinofenbrot bei brot&butter oder Kindermode bei Le Petit. Auch Büros, wie das der Museums- und Schlösserinformationsstelle, sind im Alten Hof untergebracht. Hier kann man sich über Besichtigungen informieren. Das Restaurant Vinorant Alter Hof bietet lauschige Plätze im historischen Kellergewölbe und im grünen Innenhof.
Grabungsfunde belegen, dass es schon im 12. Jahrhundert eine Burganlage an der Stelle des Alten Hofes gab. Im Jahr 1255 machte Herzog Ludwig II. den Alten Hof zur Residenz. Sein Sohn Kaiser Ludwig der Bayer erklärte ihn gar zur festen Kaiserresidenz. Bis ins 15. Jahrhundert blieb der Hof die Herrscherresidenz der Wittelsbacher. Als 1385 die neue Münchner Residenz errichtet wurde, verlor der Alte Hof an Bedeutung und wurde Sitz für Finanzbehörden.
Im Gewölbekeller des Alten Hofs erfährt man bei der kostenlosen Dauerausstellung Kaiserburg jede Menge Hintergrundinformationen zur einstigen Münchner Residenz. Auch ein freigelegtes Stück der alten Burgmauer und informative Filme erwarten die Besucher.
Der Legende nach hatte Herzog Ludwig II. einen zahmen Affen, der frei in der Residenz herumlaufen durfte. Dieses Äffchen soll eines Tages den kleinen Wittelsbachersohn, Ludwig den Bayern, aus der Wiege gekidnappt haben. Eine Hetzjagd des gesamten Hofpersonals trieb den Affen mit dem Kind auf dem Arm schließlich über einen hölzernen Erker auf das Dach. Unten zitterte das Hofpersonal, oben saß der Affe mit dem Baby. Nach einer Weile beruhigte das Tier sich jedoch und kletterte vorsichtig herunter, um das Kind zurück in die Wiege zu legen. Der gotische Holzerker am Burgstock trägt seitdem auch den Namen Affentürmchen.
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