Allach

Schloss Allach Galerie

Allach hat eigentlich zwei Gesichter: Auf der einen Seite gibt es die dörflichen Strukturen mit der St. Peter und Paul Kirche und dem Allacher Forst als Naherholungsgebiet. Auf der anderen Seite ist Allach einer der bedeutendsten Industriestandorte Münchens, denn mit MAN, MTU und KraussMaffei haben hier gleich drei große Firmen ihren Sitz.

Allach: Die Industriestadt

Hauptgebäude Krauss-Maffei, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Die Geschichte Allachs als Industriestandort beginnt eigentlich am 14. November 1867. An diesem Tag wurde die Bahnlinie München-Ingolstadt in Betrieb genommen, die maßgeblich dazu beitrug, dass sich in der Folgezeit Unternehmen Allach als Standort für ihre Fabrik aussuchten, die das Bild des Stadtteils bis heute maßgeblich prägen. Zuerst zu nennen ist hierbei der frühere Lokomotivenbauer KraussMaffei, der heute den Namen KraussMaffei Technologies trägt und in Allach im Bereich Maschinenbau produziert. Nicht zu verwechseln übrigens mit dem getrennt operierenden Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann, der seinen Sitz ebenfalls auf dem Gelände hat.

 

Industrieansiedlungen in Allach, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Ein weiterer wichtiger Konzern im Stadtteil ist der Turbinenhersteller MTU. In Allach werden Triebwerke sowohl für die zivile als auch die militärische Luftfahrt hergestellt. MTU hat zudem ein Museum, in dem Besucher sich historische Triebwerke ansehen können. Es ist leider nur an einem Sonntag im Quartal für die Öffentlichkeit zugänglich. Nicht jeder weiß, dass der LKW- und Bushersteller MAN ausgeschrieben Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg heißt. Es hat deshalb durchaus etwas Komisches an sich, dass der Hauptsitz des Unternehmens im Münchner Stadtteil Allach ist. Zusammen mit den zuvor genannten Unternehmen stellt MAN fast drei Viertel der Arbeitsplätze im Viertel.

Shopping, Essen und Übernachten

Ortskern: Ländliche Idylle

Bauernhof in Allach, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Ein ganz anderes Bild ergibt sich wenn man sich den historischen Ortskern an der Eversbuschstraße ansieht. Hier finden sich sogar noch vereinzelte Bauernhöfe und rustikale Einfamilienhäuser, ganz so, wie man sich ländliche Idylle vorstellt. Zu diesem Bild trägt auch bei, dass die Gebäude entlang der Würm gebaut wurden, wie es früher in Dörfern üblich war. Im Gebäude an der Eversbuschstraße 19 befand sich früher sogar eine Hof- und Wagenschmiede. Der gesamte historische Ortskern, zu dem auch Teile der Höcherstraße und der Friedhofsgasse gehören, steht heute als Ensemble unter Denkmalschutz.

Naherholung: Allacher Forst und Angerlohe

Das kleine Wäldchen Angerlohe schließt direkt an die Wohnsiedlung an., Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Mit dem Allacher Forst hat der Stadtteil ein wunderschönes Naherholungsgebiet. Der Wald ist ungefähr einen Quadratkilometer groß. Im Allacher Forst gibt es größtenteils Linden und Eichen, aber auch Fichten, Föhren und Eschen. Zudem kann man hier zahlreiche Blumen – von Schlüsselblumen über Buschwindröschen – entdecken. Ein echtes Paradies ist der Allacher Forst aber für Pilzsucher, den angeblich wachsen hier über 300 verschiedene Pilzsorten. Ein sehr schöner Ort ist auch das Landschaftsschutzgebiet Angerlohe, das von den Bewohnern des Stadtteils gerne zu Freizeitzwecken genutzt wird.

Allach kurios

Einen Herkules gibt es nicht nur in der griechischen Mythologie, sondern auch im Bayern des 19. Jahrhunderts. Hans Steyrer konnte angeblich schon als Kind ein Kalb an den Haken der väterlichen Metzgerei hängen. Etwas später zeigte er dann bei einem Wettbewerb des Zirkus Herzog, dass er tatsächlich der kräftigste Mann im Freistaat war: Er schaffte es, nur mit seinem Mittelfinger einen 508 Pfund schweren Stein anzuheben. Seitdem nannte man Steyrer den „bayerischen Herkules“, der im Übrigen gebürtiger Allacher war…

Allacher Sehenswürdigkeiten

Mariensäule Allach, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Wenn man in Allach ist, gibt es so manches zu entdecken. Zunächst sollte man natürlich dem Allacher Schloss einen Besuch abstatten. Es ist zwar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, doch allein die Lage in halbbewaldetem Gebiet ergibt ein schönes Bild. Die Kirche St. Peter und Paul, die mächtig im Zentrum des Stadtteils thront, ist ebenso ein interessantes Bauwerk. Bei Nachforschungen wurde festgestellt, dass Teile ihrer Bausubstanz bis ins Jahr 800 zurückgehen. Nicht weit davon entfernt steht die Mariensäule, nicht ganz so groß wie ihr Pendant im Münchner Zentrum, aber dennoch einen Besuch wert.

Bahnhofstrasse Allach (Georg-Reißmüller-strasse), Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

In der Georg-Reismüller-Straße sind noch Überreste des ehemaligen gigantischen Diamalt-Firmengeländes. In der Höcherstraße steht ein Kriegerdenkmal, das an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert. In der St.-Johann-Straße steht die evangelische Epiphaniaskirche, die 1932 errichtet wurde. Ein ebenfalls beeindruckendes Gebäude ist die Vorstadtvilla am Zum Schwabenbächl 55, die durch ihren Erkerturm fast schon an eine Burg erinnert. Das sicherlich bunteste Haus Allachs steht am Oertelplatz. Hier hat der Malermeister Franz Rebl seinen Firmensitz. Gemeinsam mit dem Künstler Carsten Kruse hat er hier ein farbenfrohes Spektakel geschaffen.

Insidertipps für Allach

  • Ein ausgedehnter Spaziergang oder eine entspannte Radtour entlang der Würm ist bei schönem Wetter immer eine gute Idee. Egal, ob man von Allach aus in die südliche oder nördliche Richtung geht, zu sehen gibt es auf beiden Strecken einiges. Im Süden kommt man beispielsweise zum malerischen Schloss Blutenburg.
  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.

Westbad: Spaß im Sommer und Winter

Westbad, Foto: Robert Goetzfried
Foto: Robert Goetzfried

Gut zu erreichen von Allach ist das Westbad im Stadtteil Pasing. Es bietet Spaß im Sommer und im Winter, denn es ist sowohl Frei- als auch Hallenbad. Ein Highlight ist definitiv der Strömungskanal, in dem man sich nach Herzenlust treiben lassen kann. Wer dagegen eher auf Sport steht, hat mit dem 25 Meter langen Schwimmerbecken unter der beeindruckenden Glaskuppel perfekte Bedingungen. Und danach macht man es sich in der großen Saunalandschaft gemütlich. Im Sommer lockt das Freibad mit seinen drei Becken, den Beachvolleyballfeldern und dem Erlebnisspielplatz.
Mehr Informationen zum Westbad

Historisches: Der Wald am Wasser

Die Würm, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Allach liegt an der Würm und wurde erstmals im Jahre 774 als "Ahaloh" erwähnt. Der Name bedeutet "Wald am Wasser". Allach gehört zu den ältesten Gemeinden und war politisch und landschaftlich eher an Dachau denn an München gebunden. Im Jahr 1803 wurde allerdings das Landgericht in der bayerischen Landeshauptstadt neu errichtet und Allach gehörte fortan zum Landgerichtsbezirk München. Im Jahr 1818 wurde der Ort eine selbstständige Gemeinde nach heutigem Verständnis. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie München-Ingolstadt wurde Allach ein bedeutender Industriestandort. Allach wurde am 1. Dezember 1938 nach München eingemeindet. Trotz seiner Bedeutung als Wirtschaftsstandort, blieb der Stadtteil von Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont.

Abgrenzung Allach

Allach, im Münchner Nordwesten gelegen, erstreckt sich von Untermenzing und Obermenzing im Süden bis zur Stadtgrenze im Norden, wo es an Karlsfeld und Ludwigsfeld grenzt. Im Osten beginnt der Stadtteil am Schwabenbächl an der Dachauerstraße und grenzt an Feldmoching. Westlich von Allach liegt der Stadtteil Langwied. Allach ist über die S-2 in Richtung Petershausen direkt an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

Allach in Zahlen

Die Stadtteile Allach und Untermenzing bilden zusammen den Münchner Stadtbezirk 23.

- Einwohner des Stadtbezirks: 32.248
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 21
- Fläche in Hektar: 1.545,17
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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