Aubing

Schloss Freiham Galerie

Aubing ist seine dörfliche Herkunft in vielerlei Hinsicht noch anzumerken, denn Teile der alten Höfe sind vor allem im historischen Ortskern mit der Kirche St. Quirin noch zu erkennen. Mit der Aubinger Lohe befindet sich hier ein beliebtes Naherholungsgebiet. Das Gut Freiham ist Namensgeber für den westlich von Aubing entstehenden neuen Stadtteil.

Aubinger Lohe: Auf den Spuren der "Teufelsburg"

Blick auf die Aubinger Lohe, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Die Aubinger Lohe gehört zu den bevorzugten Naherholungsgebieten im Westen Münchens. Sie besteht überwiegend aus Fichten und ist daher auch an heißen Sommertagen für schöne Spaziergänge geeignet. Entdecker sollten sich einmal den Burgstall Aubing ansehen, eine abgegangene Höhenburg vermutlich aus dem 10. Jahrhundert im nordöstlichen Bereich der Lohe, im Volksmund auch „Teufelsburg“ genannt. Auch mehrere Biotope sind auf der ca. 1,8 Quadratkilometer großen Fläche zu finden. Die Aubinger Lohe ist Teil des bayerischen Landschaftsschutzgebietes. Im Winter können Kinder hier wunderbar Rodeln.

 

Schloss Freiham: historisch und zukunftsweisend

Schloss Freiham, Foto: Martin Göhring
Foto: Martin Göhring

Ebenfalls einen Besuch wert ist das historische Schloss Freiham im Süden Aubings. Erstmals erwähnt wurde das Gut bereits im Jahr 1136. Das gesamte Gebäudeensemble mit der Heilig-Kreuz-Kirche steht heute unter Denkmalschutz. Wer sich auf den Weg in die historische Stätte macht, kann sich mit einem Besuch in der Schlosswirtschaft belohnen. Das Gut ist übrigens Namensgeber für das westlich gelegene Neubaugebiet. Unter dem Namen Freiham entsteht hier ein neuer Stadtteil für die bayerische Landeshauptstadt, der nach Beendigung der Baumaßnahmen ca. 20.000 Menschen ein neues Zuhause geben soll. Neben Wohnungen soll hier auch eine komplette Stadtteil-Infrastruktur entstehen: Schulen, Nahverkehr, Geschäfte ...

Shopping, Essen und Übernachten

Wohnen: Dörflicher Kern und große Gebäude

Bauernhof in Aubing, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Der historische Dorfkern Aubings rund um die St.-Quirin-Kirche steht unter Denkmalschutz. Die Spuren des alten Aubings sind noch an vielen Stellen sichtbar, etwa am so genannten „Schergenhof“ in der Ubostraße oder beim Aubinger Wasserturm. Die 1938 errichtete Siedlung am Gößweinplatz ist als Ensemble genauso unter Schutz gestellt wie das wunderschöne Gut Moosschwaige. Letzteres gehörte ursprünglich zum Gut Freiham und ist vor allem wegen der zu ihm führenden Allee immer einen Ausflug wert. Mittlerweile sind natürlich viele der alten Gebäude renoviert und dienen als attraktive Wohnstätten.

Ramses-Hochhaus seitlich, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Trotz der dörflichen Strukturen ist Aubing – anders als die ebenfalls zum Stadtbezirk gehörenden Teile Langwied und Lochhausen – durchaus urban geprägt. Bestes Beispiel hierfür ist das gigantisch anmutende Wohnhaus Ramses am Westkreuz, seines Zeichens größtes Wohngebäude des Stadtteils. Vor allem bei Familien erfreut sich Aubing als Wohnort großer Beliebtheit, da man hier noch relativ kostengünstig und ruhig leben kann, aber dennoch ziemlich schnell im Stadtzentrum ist. Zudem hat man mit dem Langwieder See und dem Lußsee zwei der schönsten Münchner Badeseen in unmittelbarer Nähe.

Aubing kurios

Einer der schillerndsten Bewohner, die jemals in Aubing gelebt haben, war sicherlich der Alchemist und Hochstapler Franz Tausend (1884 – 1942). Er behauptete, mithilfe von chemischen Mitteln aus anderen Elementen Gold herstellen zu können. Er schien durchaus überzeugend zu sein, denn er gewann zahlreiche Investoren für sein „Goldprojekt“, die ihm teilweise sechsstellige Summen überließen. Er speiste sie überwiegend mit „Goldgutscheinen“ ab und leistete sich selbst Ende der 1930er Jahre mehrere Schlösser. Der Betrug flog schließlich auf und Tausend starb im Gefängnis. Und die geprellten Investoren hätten sich bei Gelegenheit vielleicht einmal fragen sollen, warum jemand, der angeblich selbst Gold herstellen kann, überhaupt Geld braucht…

Aubinger Sehenswürdigkeiten

Kriegerdenkmal in Alt-Aubing, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

In der Ehrenbürgstraße befindet sich eine Erinnerungsstätte auf dem Gebiet des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers. Es sind hier auch noch Baracken im Originalzustand zu sehen. Vom Umfang her ist das „Barackenlager Neuaubing“ das größte seiner Art, das auf Münchner Stadtgebiet noch erhalten ist. Schautafeln informieren Besucher dabei über die Geschichte des Lagers. Der Opfer des Krieges wird ebenfalls mit dem Kriegerdenkmal in der Altostraße gedacht, das allerdings bereits im Jahr 1900 errichtet wurde. Auf einem Steinsockel mit Inschrift steht eine Soldatenfigur.

Kirche St. Quirin in Aubing, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Aubing wurde früher das „kirchliche Zentrum im Westen Münchens“ genannt, was hauptsächlich mit der Kirche St. Quirin im Ortskern zusammenhängt. Der romanische Turm wurde bei wissenschaftlichen Untersuchungen auf das Ende des 13. Jahrhunderts datiert. In der Papinstraße stehen einige sehenswerte Industriebauwerke, vorwiegend aus der Zeit um 1900. Hier befinden sich unter anderem ein Kesselhaus, eine Schlosserei und eine Holzbearbeitungs- werkstätte, die teilweise auch heute noch betrieben werden. Wer sich für Industriedenkmäler interessiert, sollte sich das ehemalige Aubinger Heizkraftwerk in der Rupert-Bodner-Straße ansehen.

Historisches: Vom Industriedorf zum Stadtteil

bemalter Stein des Geschichtspfads Aubing, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Im Jahre 1010 wurde Aubing erstmals als "Ubingen" erwähnt. Der Name ist vom Männernamen "Ubo" abgeleitet, der allerdings nirgendwo belegt ist. Aubing war jahrhundertelang die einwohnerstärkste Gemeinde westlich von München, bis sich Pasing diesen Status eroberte. Um die Jahrhundertwende setzte die Industrialisierung in Aubing verstärkt ein, unter anderem mit der Chemischen Fabrik und der Ziegelei.

Anschließend entstanden Eisenbahner- und Arbeitersiedlungen in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts in Neuaubing. Die Wagenreparaturwerkstätte der königlich-bayerischen Staatsbahnen in Aubing-Süd, später Reichsbahnausbesserungswerk Neuaubing, und die Dornier-Werke brachten viele Arbeitsplätze. Das Dorf Aubing wurde während des Zweiten Weltkriegs, im Jahre 1942, nach München zwangseingemeindet.

Insidertipps für Aubing

  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.
  • Im Aubinger Wasserturm ist heute in den unteren Stockwerken eine Kunstgalerie mit dem Namen „wasserturm39“. Hier finden des Öfteren kostenlose Vernissagen statt.

Lage Aubing

Der Stadtteil Aubing befindet sich in westlicher Stadtrandlage. Im Osten grenzt der Stadtteil an Pasing und Obermenzing, im Norden an Lochhausen. Im Westen befindet sich die Stadtgrenze Münchens. Die S4 in Richtung Geltendorf führt nach Aubing, die S8 in Richtung Herrsching nach Neuaubing und zum Westkreuz.

Aubing in Zahlen

Aubing bildet zusammen mit Langwied und Lochhausen den Münchner Stadtbezirk 22.

- Einwohner des Stadtbezirks: 45.571
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 13
- Fläche in Hektar: 3.406,02
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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