Maxvorstadt

Pinakothek der Moderne München Galerie

Die Maxvorstadt ist architektonisch und kulturell eines der sehenswertesten Stadtviertel Münchens. Das Ensemble Königsplatz, die Pinakotheken und das Siegestor gehören zu den baulichen Highlights der Stadt. Zudem befinden sich hier neben etlichen Museen die beiden großen Hochschulen, die Ludwig-Maximilians- und die Technische Universität. Diese Mischung trägt stark zum Lebensgefühl der Maxvorstadt bei.

Maxvorstadt: Weltoffen, tolerant und lebendig

Geschwister-Scholl-Platz an der Universität, Foto: Michael Nagy, Presse- und Informationsamt

Die Maxvorstadt ist eines der pulsierendsten Viertel Münchens. Es halten sich hier tagsüber oft viermal so viele Menschen auf, wie dort wohnen. Das liegt auch daran, dass es als Zentrum der Kunst das Münchner Museums-Viertel schlechthin ist und zudem mit gleich drei Hochschulen der Mittelpunkt der Wissenschaft. Die vielen Touristen, Akademiker und Studenten machen die Maxvorstadt zu einem kulturell vielfältigen, weltoffenen und toleranten, lebendigen und aktiven Stadtteil - dieses Lebensgefühl ist an jeder Ecke zu spüren. Etliche kleine Läden und Galerien haben sich dort angesiedelt, ebenso wie zahllose Cafés, Restaurants und Kneipen, die zum Verweilen einladen.

Shopping, Essen und Übernachten

Sehenswürdigkeiten in der Maxvorstadt

Staatliche Antikensammlungen auf dem Königsplatz in München, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, Foto: Renate Kühling

Die Sehenswürdigkeiten der Maxvorstadt sind oft städtebauliche Highlights des Klassizismus aus der Zeit Ludwigs I., wie etwa der Königsplatz mit den Propyläen, der Glyptothek und der Antikensammlung, das Siegestor oder - natürlich - die Ludwigstraße mit ihren Prachtbauten wie Staatsbibliothek oder dem Leuchtenberg-Palais.

Die Kirchen St. Ludwig und St. Bonifaz sind ebenfalls einen Besuch wert. St. Bonifaz war der letzte Bauauftrag des bayerischen Königs Ludwig I. Er ist im östlichen Seitenschiff in einem schlichten Steinsarkophag beigesetzt. Seine Gemahlin Therese ruht ebenfalls dort. Unter derart vielen Glanzlichtern bietet der Alte Botanische Garten, am Stachus gelegen, eine Oase der Ruhe und Erholung.

Insidertipps für die Maxvorstadt

Wohnen und Leben in der Maxvorstadt

Kunstareal junge Mädchen, Foto: Stefan G. König

Die vielen Arbeitsplätze und die zahlreichen Studenten (über 100.000) führen dazu, dass sich vor allem tagsüber hier sehr viele Menschen aufhalten. An den Hochschulen und der Kunstakademie herrscht die Atmosphäre eines typischen Akademiker- und Studentenviertels. Vieles von dem, was eigentlich typisch für das weitverbreitete „Schwabing-Bild“ ist, hat seinen Ursprung häufig in der Maxvorstadt. Die Bewohner der Maxvorstadt sind größtenteils zwischen 20 und 30 Jahre alt, während Kinder unter 15 Jahren und alte Menschen zahlenmäßig nicht so stark vertreten sind.

Nordbad

Nordbad, Foto: SWM

Wer gerne schwimmt, hat mit dem Nordbad in Schwabing-West eines der SWM-Bäder in der Nachbarschaft. Sport und Entspannung lassen sich im Nordbad hier sehr gut verbinden. Im Sportschwimmbecken mit den Sprungtürmen kann man sich so richtig auspowern, während das große warme Außenbecken, Whirlpool und Saunalandschaft eher der Entspannung dienen. Im 33 Meter langen Hauptbecken werden fast täglich Fitnessprogramme angeboten. Kleine Badegäste können währenddessen ihren Spaß beim Planschen haben.

Museen in der Maxvorstadt: Kulturelles Zentrum Münchens

Museum Brandhorst

Die Maxvorstadt war von Anfang an als Zentrum für Kunst, Kultur und Wissenschaft gedacht. Kennzeichnend ist die hohe Anzahl kultureller und künstlerischer Einrichtungen, bedeutender Museen und Sammlungen: Alte und Neue Pinakothek, Lenbachhaus mit Kunstbau, Grafische Sammlung, Glyptothek und die Staatlichen Antikensammlungen und das Museum kirchlicher Kunst im Georgianum gehören zur Maxvorstadt. Mit der Pinakothek der Moderne, dem Museum Brandhorst und der Ägyptischen Staatssammlung sind im Stadtteil weitere kulturelle und architektonische Highlights zu finden.

Bildung und Verwaltung in der Maxvorstadt

Ludwig-Maximilians-Universität München, Foto: Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Ludwig-Maximilians-Universität, die Technische Universität, die Hochschulen für Politik und Philosophie, die Fachhochschule München, das Historische Kolleg, das Orff-Zentrum, die Staats- und Universitätsbibliothek, die Staatsarchive und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte machen die Maxvorstadt zu einem Zentrum der Wissenschaft. Hinzu kommen die Akademie der Bildenden Künste und die Hochschule für Musik und Theater. Aber auch wichtige Hauptverwaltungen von großen Unternehmen haben hier ihren Sitz. Ebenso der Bayerische Rundfunk, das Landeskriminalamt, einige Finanzämter und Gerichte, zwei Brauereien und einige Landesministerien.

Maxvorstadt kurios

Die wohl bekannteste Gaststätte der Maxvorstadt, den Schelling-Salon, gibt es seit 1872. Er war schon oft Gegenstand literarischer Werke - was nicht zuletzt an den schreibenden Besuchern wie Bertolt Brecht, Rainer Maria Rilke und Ödön von Horvath lag. Auch Adolf Hitler und Lenin waren öfter zu Gast; Stammgast Hitler allerdings wurde wegen nicht beglichener Rechnungen mit einem Hausverbot belegt. Franz Josef Strauß, später Ministerpräsident in Bayern, der in der Schellingstraße aufwuchs, kannte die Gaststätte ebenfalls gut: Er wurde hierher geschickt, um für seinen Vater Bier zu holen.

Historisches: Das Isar-Athen Ludwigs I.

Die Maxvorstadt, urkundlich erwähnt 1812, ist nach dem ersten bayerischen König Max I. Joseph benannt, der das Viertel als erste planmäßige Erweiterung der Stadt in Auftrag gab. Entstanden ist sie jedoch größtenteils unter seinem Sohn, Ludwig I., nach 1825. Ludwig I. ließ seine Vorstellungen von einem "Isar-Athen" verwirklichen: Die beiden Architekten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner übernahmen diese Aufgabe. Ludwigstraße mit Staatsbibliothek, Universität und Siegestor, der Königsplatz mit Glyptothek und Propyläen, die Basilika St. Bonifaz und die Alte Pinakothek entstanden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen verstärkt Wohn- und Geschäftshäuser hinzu, und um 1900 war die Maxvorstadt bereits fast lückenlos bebaut. Schon damals prägten Kunst, Kultur und Bildung das Viertel. Die wichtigsten Lokale der sogenannten Schwabinger Szene in den 1920er Jahren lagen in der Maxvorstadt: Das Kabarett "Die elf Scharfrichter", das Lokal "Simplicissimus" und das "Cafe Stefanie". Die Maler Friedrich August von Kaulbach und Franz von Stuck, die Dichter Frank Wedekind und Joachim Ringelnatz waren in diesem Stadtteil zu Hause. Man sieht: Die Maxvorstadt war seit jeher ein pulsierendes Fleckchen Münchens.

Zeit des Nationalsozialismus

Münchner Polizei Nationalsozialismus Ausstellung, Foto: Polizeipräsidium München

In der Maxvorstadt befinden sich viele Orte im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus, weshalb genau dort, zwischen Königs- und Karolinenplatz, auf dem ehemaligen Grundstück des Braunen Hauses das 2015 eröffnete NS-Dokumentationszentrum steht. Das Braune Haus war die Parteizentrale der NSDAP. Nachdem es im Krieg nahezu vollständig zerstört wurde, wurden auch die Überreste von den Amerikanern gesprengt. In unmittelbarer Nähe liegen noch heute zwei große neoklassizistische Bauten aus der NS-Zeit. Heute sind in ihnen die Musikhochschule und Einrichtungen des Münchner Hauses der Kulturinstitute untergebracht.

Zwischen den Gebäuden befanden sich die Ehrentempel für die Gefallenen des Hitler-Putsches von 1923. Auch diese wurden auf Anweisung der amerikanischen Militärregierung gesprengt. Der Königsplatz gleich daneben war einer der Orte der Bücherverbrennung und diente zudem für Parteiaufmärsche.

Abgrenzung Maxvorstadt

Die Maxvorstadt schließt sich zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an den nordwestlichen Teil der Altstadt an. Im Osten reicht der Stadtteil bis zum Englischen Garten und wird durch die Königinstraße begrenzt. Im Norden liegt Schwabing, die Grenze wird durch Siegestor, die Georgen- und die Winzererstraße markiert. Im Westen erstreckt sich die Maxvorstadt bis nach Neuhausen mit Loth- und Mailingerstraße als Grenze. Im Süden reicht das Viertel bis zum Bahngelände an der Arnulfstraße. 

Anbindung an den ÖPNV

Die Maxvorstadt ist im öffentlichen Nahverkehr durch die U-Bahn-Linie U2 mit den U-Bahnhöfen Königsplatz, Theresienstraße und Josephsplatz, durch die U-Bahn-Linien U3 und U6 mit dem U-Bahnhof Universität und durch die U-Bahn-Linie U1 mit dem U-Bahnhof Stiglmaierplatz erschlossen. Ebenso verkehren hier einige Trambahnlinien sowie mehrere Buslinien, darunter die bekannte Museumslinie 100.

Die Maxvorstadt in Zahlen

Die Maxvorstadt ist Münchens Stadtbezirk 3.

- Einwohner des Stadtbezirks: 53.443
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 124
- Fläche in Hektar: 429,79
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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