Moosach

Alte Filialkirche St. Martin Galerie

Moosach ist ein Stadtteil, in dem es viel zu entdecken gibt: Mit der Borstei steht hier eine der interessantesten Wohnanlagen Münchens und das Olympia-Einkaufszentrum ist ein Tempel für Shoppingfreunde. Der St.-Martins-Platz mit dem Pelkovenschlössl ist das kulturelle Zentrum des Stadtteils, in dem sich mit dem Hochhaus „Uptown München“ das zweithöchste Gebäude der bayerischen Landeshauptstadt befindet.

Borstei: Das etwas andere Wohnen

Sie gehört sicher zu den spannendsten Wohnanlagen Münchens: Die Borstei. Benannt nach dem Architekten und Bauunternehmer Bernhard Borst beherbergen die 77 Reihenhäuser derzeit über 770 Wohnungen. Die Borstei erinnert von außen ein wenig an eine Trutzburg. Doch ihre Schönheit entfaltet sie erst, wenn man durch ihre Innenhöfe läuft. Hier gibt es Bäume, Gärten und ein Café. An die 2000 Bewohner hat die Borstei und wenn man sich umsieht, kann man erahnen, dass sie sich hier bestimmt wohlfühlen.

Denn die Borstei ist nicht nur ein Wohnbereich, sie hat auch einen künstlerischen Anspruch. Überall trifft man hier auf Statuen, Fresken, Skulpturen und kunstvoll verzierte Brunnen. Daneben hat die Borstei ein eigenes Botanikum in dem es zum Beispiel Palmen und Olivenbäume gibt. Auch einige Künstler haben dort ihre Ateliers eingerichtet. Den Bewohnern steht eine eigene Ladenstraße zur Verfügung, sodass man die Wohnanlage gar nicht verlassen muss, um seinen Tagesbedarf zu decken. Es überrascht somit nicht, dass die Borstei ein eigenes Museum hat, in dem man sich genau über die Geschichte der 1929 fertiggestellten Wohnanlage informieren kann.

Olympia-Einkauszentrum: Mekka für Shoppingfreunde

Olympia-Einkaufszentrum München, Foto: Katy Spichal

Von außen betrachtet ist es womöglich nicht das schönste Bauwerk Münchens, doch innen hat das Olympia-Einkaufszentrum (Anzeige) einiges zu bieten. An die 140 Geschäfte befinden sich hier – von der großen Modekette bis zum kleinen Kuriositätenladen. Vor allem bei schlechtem Wetter ist das OEZ, wie Einheimische das Gebäude nennen, ein heißer Tipp für alle Shoppingfreunde. Seinen Namen hat das Olympia-Einkaufszentrum übrigens von der angrenzenden Pressestadt, die 1972 anlässlich der Olympischen Spiele gemeinsam mit dem Einkaufszentrum errichtet wurde. Bei seiner Eröffnung war das OEZ das größte Einkaufszentrum Europas.

Shopping, Essen und Übernachten

Pelkovenschlössl: Kultur am St.-Martins-Platz

St. Martins-Platz, Foto: Katy Spichal

Eher traditionell geht es hingegen um den historischen Ortskern Moosachs rund um den St.-Martins-Platz zu. Das Pelkovenschlössl ist dabei das kulturelle Zentrum des Stadtteils. Hier finden unter anderem Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder Poetry Slams statt. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und war ursprünglich ein Hofmarkschloss. Auch das daneben liegende Hacklhaus ist eine beliebte Lokalität für Feiern aller Art. Hier steht zudem die Kirche St. Martin und das ehemalige Pfarrhaus. In diesem hat auch Papst Benedikt XVI. eine Zeit lang gewohnt, da er hier als Aushilfskaplan beschäftigt war. Heute erinnert ein Gedenkstein an den berühmten Bewohner.

Leben in Moosach: Zwischen Tradition und "Skyline"

Aussicht vom Olympiaturm, Foto: Katy Spichal

Moosach ist durch die Nähe zum Zentrum und die sehr gute Verkehrsanbindung ein beliebtes Wohnviertel. Das Erscheinungsbild der Gebäude ist dabei zweigeteilt. An den großen Ausfallstraßen wie der Dachauerstraße dominieren eher die größeren Bauwerke. Das markanteste Gebäude ist hierbei das weithin sichtbare Uptown München am Georg-Brauchle-Ring. Mit 146 Metern Höhe ist es nach dem Olympiaturm das zweithöchste Gebäude der bayerischen Landeshauptstadt. Das wird sich auf absehbare Zeit nicht mehr ändern, denn das Gebäude war einer der Mitauslöser der „Initiative unser München“. Diese setzte 2004 ein Bürgerbegehren durch, die den Bau von Gebäuden in dieser Höhe untersagt.

Daneben gibt es aber auch etwas abseits kleinere Reihen- oder Einfamilienhäuser wie in der sogenannten Mondscheinsiedlung und Hartmannshofen, das immer noch den Charakter einer Gartenstadt hat. Überhaupt ist Moosach nicht arm an Grünflächen: Es gibt den Hartmannshofer Wald oder das Landschaftsschutzgebiet Kapuzinerhölzl. An Moosach grenzen zudem der Olympiapark (Anzeige), der Nymphenburger Schlosspark oder der Allacher Forst. Für die Naherholung der Moosacher ist also bestens gesorgt.

Moosach kurios

Sie ist nicht ganz so hoch wie das Uptown München, aber dennoch schon von weitem zu erkennen: Naturfreunde sollten unbedingt in der Nederlinger Straße vorbeigehen. Hier befindet sich mit der Röth-Linde laut einigen Quellen der älteste Baum Münchens (ca. 350 Jahre). Ungefähr 23 Meter misst das beeindruckende „Naturwunder“. Um ihn in seiner derzeitigen Form zu erhalten, waren übrigens große Anstrengungen nötig. In seiner Krone befinden sich acht Sicherungen aus Metall. Aber bei einem Stammumfang von beinahe 6,30 Meter ist das womöglich gar nicht so viel…

Moosacher Sehenswürdigkeiten

Westfriedhof, Foto: Städtische Friedhöfe München, Mirjam Lund

Wenn man im Stadtteil ist, sollte man unbedingt einen Spaziergang über den Westfriedhof machen. Allein der monumentale Kuppelbau lohnt schon den Besuch. Hier liegen außerdem einige Berühmtheiten begraben wie etwa die frühere iranische Kaiserin Soraya, der frühere bayerische Ministerpräsident Hanns Seidel oder der Malerfürst Franz von Lenbach. Einen Besuch lohnt ebenfalls die neue St.-Martins-Pfarrkirche in der Leipziger Straße, die St. Raphael Kirche in der Lechelstraße oder der Wasserturm in der Emmy-Noether-Straße.

Historisches: Einer der ältesten Orte Münchens

Moosach gehört zu den ältesten Orten in München, bereits im Jahre 807 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt. Eine fast nahtlose Kette von Fossilienfunden lässt die Behauptung zu, dass das Gebiet seit dieser Zeit nahezu ununterbrochen besiedelt war. Im Jahre 1892 wurde Moosach an das Eisenbahnnetz angeschlossen, Industriebetriebe siedelten sich an und die Zahl der Wohnsiedlungen stieg. Schließlich wurde die selbstständige Gemeinde Moosach 1913 nach München eingemeindet. Sie bildete zunächst mit Neuhausen einen Stadtteil. Im Zuge der Neugliederung der Stadtteile 1996 wurde Moosach ein eigener Stadtbezirk und umfasst heute wieder im Wesentlichen das Gebiet der historischen Gemeinde Moosach.

Insidertipps für Moosach

  • Normalerweise verbindet man einen Rangierbahnhof nicht mit Erholung, doch in Moosach ist das anders: Rund um den Rangierbahnhof Nord wurden zahlreiche Wander- und Fahrradwege angelegt. Sogar einen künstlichen See gibt es hier. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall.
  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.

Olympia Schwimmhalle: Wettkampf, Freizeit und Events

Olympia-Schwimmhalle, Foto: Olympiapark München

Gut zu erreichen von Moosach ist die Olympia Schwimmhalle. Die einstige Wettkampf-Stätte der Olympischen Spiele ist heute für die Öffentlichkeit zugänglich. Nicht nur wegen des Namens erfreut sie sich bei Sportlern großer Beliebtheit, denn hier gibt es angeblich das „schnellste Wasser der Welt“. Wer es hingegen gemütlicher angehen will, hat in der Saunalandschaft und im Whirlpool die perfekte Gelegenheit dazu. Auch zahlreiche Wettbewerbe und Wassersportevents finden in der Halle statt.
Mehr Informationen zur Olympia Schwimmhalle

Abgrenzung Moosach

Im Nordwesten der Stadt erstreckt sich der Stadtteil Moosach vom Mittleren Ring im Osten über das Rangierbahnhofgelände im Norden und der Waldhornstraße im Westen bis zum Westfriedhof im Süden. Mit der U3 Moosach und der U1 ist der Stadtteil mit zwei U-Bahnlinien erreichbar. Eine S-Bahn, Straßenbahn und zahlreiche Buslinien fahren ebenfalls nach beziehungsweise durch Moosach.

Moosach in Zahlen

Moosach ist Münchens Stadtbezirk 10.

- Einwohner des Stadtbezirks: 53.859
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 49
- Fläche in Hektar: 1.109,36
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)
 

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