Schwabing-West

Habsburgerplatz in München Schwabing-West Galerie

Der Stadtteil der Plätze – vielleicht lässt sich Schwabing-West so am besten beschreiben. Denn mit dem Kurfürstenplatz, dem Hohenzollernplatz oder dem Elisabethplatz liegen einige der bekanntesten Münchner Plätze in diesem Stadtteil. Und mit dem Luitpoldpark hat der Bezirk auch noch eine echte grüne Oase. Seit Februar 2015 gibt es übrigens einen eigenen KulturGeschichtsPfad für den Stadtteil.

Schwabing-West: Die "adligen" Plätze

Elisabethmarkt München, Foto: Katy Spichal

Großer Beliebtheit – nicht nur bei West-Schwabingern – erfreut sich dabei der Elisabethplatz, vor allem wegen des dort stattfindenden, ständigen Marktes. Wie sein Pendant, der Viktualienmarkt, gehört auch der Elisabethmarkt zu den vier dauerhaften Märkten für Essen und Blumen. Viele Münchner bevorzugen dabei den Elisabethmarkt, denn er ist weniger stark frequentiert und daher gemütlicher als der Markt im Zentrum. Und wer sich das schon öfter gefragt hat: Der Platz ist tatsächlich nach Kaiserin Elisabeth von Österreich benannt – manchen vielleicht besser bekannt als „Sissi“.

Bamberger Haus im Luitpoldpark, Foto: Katy Spichal

Adlig sind auch andere Plätze im Stadtteil – zumindest dem Namen nach: Ob Kurfürstenplatz oder Hohenzollernplatz – königlich verweilen lässt es sich an allen. Zudem gibt es überall kleine Cafés und Bistros, die einen Spaziergang durch Schwabing-West auf jeden Fall empfehlenswert machen. Das liegt auch an den beeindruckenden Gebäuden mit den kunstvollen Jugendstilfassaden, die sich gebündelt beispielsweise in der Agnesstraße finden. Auch das neobarocke Bamberger Haus im Luitpoldpark ist ein schönes Ziel für einen kleinen Spaziergang durchs Viertel.

Shopping, Essen und Übernachten

Luitpoldpark: Grüne Oase mit Aussicht

Luitpoldpark, Foto: Katy Spichal

Nicht nur die Bewohner von Schwabing-West wissen ihn zu schätzen: In den Luitpoldpark kommen Besucher aus ganz München. Im Zentrum des Parks befindet sich ein Obelisk, der zu Ehren des Prinzregenten Luitpold errichtet wurde. Empfehlenswert ist es zudem, den etwa 37 Meter hohen Hügel im Park zu erklimmen, denn von hier aus hat man eine fantastische Aussicht über große Teile Münchens. Für Kinder gibt es einen Spielplatz mit einem Pumucklbrunnen und für die etwas Älteren finden in den Sommermonaten kostenlose Gymnastik- und Sportveranstaltungen statt, an denen jeder teilnehmen kann.

Barbarasiedlung: Leben mit militärischem Ursprung

Ein interessanter Teil von Schwabing-West ist die Barbarasiedlung, die zwischen Infanterie-, Schwere-Reiter- und Barbarastraße liegt. Sie wurde zwischen 1909 und 1918 für Mitarbeiter des militärischen Bekleidungsamts errichtet, weshalb sie auch „Militärsiedlung Barbara“ genannt wird. Die Wohnanlagen bestehen aus Ein- bis Vierfamilienhäusern mit kleinen Gärten. Man nennt diesen Stil auch Heimatschutzstil. Ab dem Ende der 1980er Jahre wurde die Häuser mit großem Aufwand renoviert und konnten dadurch 1993 beim Münchner Fassadenwettbewerb eine Auszeichnung erringen.

Wohnen im Jugendstil

Wohngegend in München Schwabing-West, Foto: Katy Spichal

Generell gibt es in Schwabing-West noch einen hohen Altbaustand, der das Bild des Stadtteils bis heute wesentlich prägt. Zwar wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auch größere Wohnanlagen errichtet, wie etwa in jüngster Zeit am Ackermannbogen, aber dennoch ist der Anteil der renovierten Altbauten auffallend hoch. Gut zu beobachten ist das noch in der Ainmillerstraße und der Apianstraße. Die Mansardendächer sind zudem ein weiteres signifikantes Merkmal Schwabing-Wests. Aufgrund der vielen schönen und dennoch modern hergerichteten Gebäude gehört Schwabing-West zu den bevorzugten Wohnvierteln der bayerischen Landeshauptstadt.

Insidertipps für Schwabing-West

  • Mit der Schauburg befindet sich in Schwabing-West eines der besten Kinder- und Jugendtheater Deutschlands.
  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, begibt sich auf den KulturGeschichtsPfad.
  • Der berühmte Schriftsteller Rainer Maria Rilke lebte einst in Schwabing-West. Eine Gedenktafel am Haus in der Ainmillerstraße 34 erinnert an den bekannten Bewohner.
  • Das Museum Witt in der Tengstraße besitzt die größte Nachtfaltersammlung der Welt. Eine Besichtigung ist nach telefonischer Vereinbarung möglich.

 

Sehenswürdigkeiten in Schwabing-West

Städtisches Klinikum München Schwabing, Foto: Städtisches Klinikum München

Die Liste von architektonisch relevanten Gebäuden in Schwabing-West ist ziemlich lang, aber es gibt dennoch ein paar, die daraus hervorstechen. Zum Beispiel das Klinikum Schwabing am Kölner Platz, das nicht nur optisch das wahrscheinlich schönste Krankenhaus Münchens ist, sondern ebenfalls zu den modernsten Rettungshäusern Europas gehört. Das Giselagymnasium in der Arcisstraße beindruckt durch seinen Schweifgiebel und die Reiterfigur auf dem Dach. Auch das bereits erwähnte Bamberger Haus im Luitpoldpark ist in diesem Zusammenhang zu nennen, das – nebenbei bemerkt – in seiner Funktion als Gaststätte ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Wenn man im Luitpoldpark ist, sollte man sich neben dem Obelisken auch das Wilhelm-Götz-Denkmal mit Relief ansehen. In der Lothstraße steht ein weiterer Obelisk. Er ist aus Muschelkalkquadern gefertigt und ist als Kriegerdenkmal für das 2. Bayerische Infanterieregiment errichtet worden. Die Kirche St. Ursula ist eines der schönstens Gotteshäuser Münchens. Der „Dom von Schwabing“ ist architektonisch an die Florentiner Renaissance angelehnt und ist nicht zuletzt wegen der Majolikareliefs von Balthasar Schmidt eine absolute Sehenswürdigkeit.

Nordbad und Freibad Georgenschwaige

Nordbad, Foto: Robert Goetzfried

Im Schwabing-West gibt es gleich zwei sehr schöne Schwimmbäder: Im Nordbad lassen sich Sport und Entspannung wunderbar kombinieren. Im Sportschwimmbecken warten Sprungtürme und das große Außenbecken hat einen Whirlpool.
Das Freibad Georgenschwaige bietet alles, was man braucht, um heiße Sommertage zu genießen. Für Sport- und Nichtschwimmer gibt es Becken. Familien mit Kindern hingegen finden auf der großen Liegewiese genug Platz zum Verweilen und auf dem Spielplatz die Möglichkeit, sich auszutoben.

Schwabing-West kurios

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog ein gewisser Wladimir Iljitsch Uljanow nach Schwabing-West. Er lebte hier unter anderem in der Kaiserstraße und der Schleißheimer Straße. Der Russe wurde wegen seiner politischen Ansichten verfolgt und auch in München hatte er Angst, dass ihm der russische Geheimdienst auf die Spur kommen könnte. Er benutzte aus diesem Grund zahlreiche Tarnidentitäten und erfand dafür ständig neue Namen. In Schwabing-West kam er auf die Idee, dass er sich doch vielleicht „Lenin“ nennen könnte…

Historisches: Aus einem Schwabing werden zwei

Die Geschichte Schwabing-Wests ist natürlich zunächst einmal die gleiche wie die des bekannteren Schwesternstadtteils Schwabing, denn Schwabing-West und Schwabing gehörten früher zusammen. Schwabing wurde 782 erstmals erwähnt, unter dem Namen "Suuapinga". Der Name kommt von "Swapo" und bedeutet "Siedlung eines Schwaben". Bis zum 18. Jahrhundert war Schwabing ein Dorf von Fischern und Milchbauern, wuchs danach jedoch durch die Nähe zur sich ausbreitenden Stadt München beständig an. Im Jahre 1890 wurde die ehemals eigenständige Stadt nach München eingemeindet. Bereits im Jahr 1909 wurde Schwabing-West von Schwabing getrennt und zu einem eigenen Stadtteil. Im Zuge der Stadtteilreform 1996 wurde das Gebiet um nördliche Teile Schwabings, den Luitpoldpark und den südöstlichen Abschnitt des Oberwiesenfelds erweitert. Dadurch wurde Schwabing-West flächenmäßig dreimal größer und hatte eine doppelt so hohe Einwohnerzahl wie der Nachbar im Osten.

Lage Schwabing-West

Schwabing-West ist der nördliche Nachbar der Maxvorstadt, die Grenze verläuft entlang der Loth- und Georgenstraße. Nördlich des Stadtteils liegt Milbertshofen und westlich Neuhausen. Die Grenze zu Schwabing im Osten läuft entlang der Isolden-, Simmern-, Viktoria- und Friedrichstraße. Der Stadtteil Schwabing-West ist mit den Haltestellen Hohenzollernplatz und Scheidplatz an die U2 Richtung Feldmoching sowie mit den Haltestellen Bonner Platz und Petuelring an die U3 Richtung Moosach angebunden. Darüber hinaus gibt es mehrere Haltestellen für Straßenbahn- und Buslinien.

Schwabing-West in Zahlen

Schwabing-West ist Münchens Stadtbezirk 4.

- Einwohner des Stadtbezirks: 69.407
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 159
- Fläche in Hektar: 436,30
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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