Schwabing

Das Siegestor mit Autovekehr auf der Leopoldstraße, Foto: muenchen.de/Lukas Fleischmann

Für viele Münchner ist Schwabing nicht nur ein Stadtteil, sondern ein Lebensgefühl: Nachmittage im Café, Flanieren auf der Leopoldstraße, laue Abende im Englischen Garten. Und bis auf den Bereich rund um die Münchner Freiheit ist Schwabing eine eher ruhige Wohngegend.

Bilder: Schwabing, wie es leibt und lebt

Freizeit in Schwabing: Sommerfrische und Kinos

Seehaus-Biergarten

Schwabingern mangelt es nicht an Freizeitangeboten. Erholungssuchende, Sportler und Hundebesitzer zieht es in den Englischen Garten. Dort liegen mit dem Aumeister und der Hirschau auch zwei beliebte Biergärten. Näher der Innenstadt am Kleinhesseloher See liegt das Seehaus. Die Abkühlung an heißen Sommertagen holen sich Schwabinger am liebsten in einem der vielen Bäche im Englischen Garten oder im Freibad Ungererbad. Für die weniger warmen Tage gibt es an der Münchner Freiheit mehrere Kinos, die mit ihrem Programm zwischen Mainstream und Arthouse jeden Geschmack bedienen.

Fotos: Ungererbad in Schwabing

Schwabinger Sehenswürdigkeiten

Erste evangelische Kirche Schwabings - die Erlöserkirche, Foto: Katy Spichal

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Schwabings ist das Siegestor, an der Grenze zur Maxvorstadt. Etwas nördlich davon an der Leopoldstraße befindet sich die ungewöhnliche, 17 Meter hohe Skulptur „Walking Man“. Das Schloss Suresnes mitten in Altschwabing mit seinem kleinen Französischen Garten dient heute der Katholischen Akademie in Bayern als Tagungshaus. Mit Sankt Sylvester liegt eine der ältesten Kirchen Münchens in Schwabing. Die Erlöserkirche, die die Münchner Freiheit an der Nordseite abschließt, ist die älteste Evangelische Kirche Schwabings und für ihr lebendiges Gemeindeleben bekannt.

Ausgehen, Einkaufen und Übernachten

Schwabinger Kultur

Seidlvilla- ein herrschaftliches Wohnhaus in Schwabing, Foto: Katy Spichal

Schwabings Kulturprogramm wartet mit zwei Schwerpunkten auf: Einerseits dient die Seidlvilla als „Haus für Schwabing“ vielen gemeinnützigen Vereinen und der Volkshochschule als Veranstaltungsort. Andererseits ist die Kabarettszene in Altschwabing, unter anderem mit dem Lustspielhaus, der Lach- und Schiessgesellschaft und dem Vereinsheim - das frühere „Bei Gisela“ - schon seit Jahrzehnten weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

In einer Tour die kreative Energie Schwabings erleben

Walking Man in Schwabing, Foto: München Tourismus

Schwabing ist seit langer Zeit ein Treffpunkt der kulturellen Szene: So wurde etwa die Künstlergruppe des Blauen Reiter um Wassiky Kandinsky und Franz Marc hier gegründet - auch Paul Klee ließ sich 1911 in dem Viertel nieder. Dass Schwabing auch heute Anziehungspunkt für Kreative ist, können Gruppen bis zwölf Personen in einem zweistündigen Stadtteilspaziergang erleben. Unter anderem zeigt das Team des international bekannten Lichtdesigners Ingo Maurer beeindruckende Lichtkreationen. Teilnehmer dürfen bei einem Blick hinter die Kulissen zusehen, wie sich junge Tänzer auf das Rampenlicht des Bayerischen Staatsballetts vorbereiten. Auch bei der international renommierten Constantin Filmproduktion macht die Tour Halt - und es gibt noch vieles mehr zu entdecken.

Auskunft und Buchung:
München Tourismus, +49 (0)89 233 30 -234, -204 und -237
tourismus.guides@muenchen.de
Infos zur Tour "einfach Schwabing" von München Tourismus (PDF)

Münchner Freiheit und Altschwabing

Münchner Freiheit , Foto: Stefan Strasser

Altschwabing, das Viertel zwischen Münchner Freiheit und Englischem Garten ist allerdings nicht nur für bissige Satire bekannt. Es ist auch ein belebtes Kneipen-, Café- und Restaurantviertel. Das wusste schon Helmut Fischer - als Monaco Franze berühmt geworden - zu dessen Ehren vor dem Café an der Münchner Freiheit eine Bronzestatue aufgestellt wurde. Abgesehen vom Freizeitwert gibt es an der Münchner Freiheit viele Läden und Geschäfte für alle Einkäufe des täglichen Bedarfs. Im Winter schätzen viele Münchner den Weihnachtsmarkt an der „Freiheit“ wegen seiner heimeligen Atmosphäre.

Münchner Freiheit, Foto: MVG Christoph Stepan

Für alle, die sich schon einmal über das seltsame grün-weiße Gebilde an der Münchner Freiheit gewundert haben: hier handelt es sich um die im Jahr 2009 umfassend renovierte MVG-Haltestation Münchner Freiheit. Mit ihrem markanten Tram- und Busbahnhof an der Oberfläche und dem U-Bahnhof mit Zwischengeschoss in knalligem Neongelb und kräftigem Blau ist sie durchaus sehenswert. Für die Umgestaltung hat die MVG sogar einen Preis bekommen. Inzwischen ist die ungewöhnliche Dachkonstruktion zu einem besonderen Merkmal des Stadtteils Schwabing geworden.

Fotos: Die Münchner Freiheit in Bildern

Insidertipps für Schwabing

Schwabings Feiermeile: Die Leopoldstraße

Streetlife Festival Siegestor München, Foto: Tobias Hase

Die Leopoldstraße ist eine der lebhaftesten Straßen Münchens - nicht nur wegen des hohen Verkehrsaufkommens. Etliche Geschäfte, Restaurants, Kneipen und Cafés sind beiderseits des Fahrstreifens wie an einer Perlenkette aufgereiht. Und wenn zufällig gerade Fußball WM oder EM ist, oder die Anhänger des FC Bayern die nächste Meisterschaft oder einen Pokal feiern dürfen, herrscht Ausnahmezustand auf der Feiermeile: Mit Public Viewing an allen Ecken und Zehntausenden feiernden Fans. Auch der Corso Leopold und das Street Life Festival ziehen etliche Besucher an. Doch abgesehen davon ist Schwabing größtenteils eine eher ruhigere Wohngegend.

Historisches: vom Dorf zum Stadtteil

Schwabing wurde 782 unter dem Namen "Suuapinga" („Siedlung eines Schwaben“) erstmals erwähnt, ist also sogar fast 400 Jahre älter als München, das erst 1158 gegründet wurde. Im Schatten der mächtigen Residenzstadt jedoch blieb Schwabing bis ins 18. Jahrhundert ein kleines Dorf von Fischern und Milchbauern. Es wurde 1890 nach München eingemeindet, was zum großen Bauboom der Gründerzeit führte. Was heute als schicker Altbau gilt, wurde in Schwabing in der Zeit um 1900 errichtet. 

Schwabing Kurios

Der damals noch unbekannte Udo Jürgens spielte des Öfteren im Lokal „Bei Gisela“ (dem heutigen Vereinsheim) Klavier, um sich etwas Geld zu verdienen oder wenigstens kostenlos einen Teller Gulaschsuppe zu bekommen - gekocht vom damals ebenso noch unbekannten Gerd Käfer.

Schwabinger Bohème

Wassily Kandinsky, Improvisation 19, 1911, Foto: Städt. Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau

Schwabing wurde im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert durch seine Literaten und Künstler bekannt. Der Stadtteil genoss den Ruf eines Künstlerviertels. In den Künstlerkneipen verkehrten Maler wie Ernst Ludwig Kirchner und die Gruppe der "Blauen Reiter" um Wassily Kandinsky, Franz Marc und Paul Klee und Literaten wie Thomas Mann, Frank Wedekind und Joachim Ringelnatz. Das Satireblatt "Simplizissimus" wurde zum Symbol für beißende Kritik. Die Kulturzeitschrift "Die Jugend" gab einer ganzen Stilrichtung, dem Jugendstil, ihren Namen. Zahlreiche Gebäudefassaden in Schwabing zeugen noch heute von dieser Epoche.

Abgrenzung Schwabing

Die Strahlkraft der typisch Schwabinger Klischees ist so stark, dass das „gefühlte Schwabing“ sogar bis in die Türkenstraße und damit fast bis ins Museumsviertel in der Maxvorstadt und zum Elisabethmarkt in Schwabing-West reicht. Dabei sind die Stadtteilgrenzen viel enger gezogen: Das „offizielle“ Schwabing liegt zwischen der Isar und dem Englischen Garten im Osten und grenzt entlang der Friedrichstraße und Mainzer Straße an Schwabing-West. Im Süden markiert das Siegestor die Grenze zur Maxvorstadt und dem Univiertel, dort geht auch die Ludwigstraße in die Leopoldstraße über. Nördlich von Schwabing schließlich liegt der Stadtteil Freimann.

Schwabing in Zahlen

Die Stadtteile Schwabing und das nördlich gelegene Freimann bilden zusammen den Stadtbezirk 12.

- Einwohner des Stadtbezirks: 75.020
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 29
- Fläche in Hektar: 2.567,22
(Zahlen: Statistisches Amt 2016)

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