Beschreibung
Geschichte
Das ehemalige Bauerndorf Trudering - das lange Zeit ein Doppeldorf Kirchtruderung und Straßtrudering war - kann auf eine über 1200-jährige Geschichte zurückblicken. Erstmals urkundlich erwähnt ist Trudering im Jahre 772 als "Truhtheringa". Wie archäologische Bodenfunde beim Bau des Flughafens 1937 und später zeigen, war Trudering aber schon in der Hallstattzeit (700-400 v.Chr.) besiedelt. Grund hierfür dürfte der gut nutzbare Wasserreichtum an dieser Stelle gewesen sein. Gleichwohl war Trudering immer wieder durch Pest- und Kriegseinwirkungen stark gefährdet. Trudering verlor schon lange vor seiner Eingemeindung am 1.4.1932 seine bäuerliche Prägung. Insbesondere die Lage an der Bahnlinie München - Rosenheim führte seit ca. 1890 zu einem verstärkten Zuzug städtisch geprägter Bevölkerungsschichten, wie insbesondere Haidhauser Geschäftsleute. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden die Siedlungen Michaeliburg und Waldtrudering. Im Not-Jahr 1917 wurde Weideland aufgeteilt, um die Eigenversorgung der städtischen Bevölkerung sicherzustellen: die Gartenstadt Trudering entstand. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Trudering im Wesentlichen sein heutiges Aussehen: Knapp 90 Prozent des gegenwärtigen Wohnungsbestandes stammen aus der Nachkriegszeit.
Stadtteilbild
Der Stadtteil Trudering besteht aus mehreren kleinen oder größeren Vierteln: Waldtrudering, Michaeliburg, Gartenstadt, Straßtrudering, Kirchtrudering, Neutrudering, Truderinger Grenzkolonie, Kolonie Waldfrieden. Zwar herrscht der Gartenstadtcharakter in Trudering noch weitgehend vor. Doch ist die Wandlung im Siedlungsstil von ehedem weiträumig angelegten, mit großzügigen Grünanlagen versehenen Ein- und Zweifamilienhäusern hin zu verdichteten Nutzungsformen unverkennbar. Im Zuge der "Nachverdichtung" entstehen daher typischerweise kleineren Wohnanlagen an Stelle der kleine Siedlerhäuser. Die Bau- und Einwohnerdichte ist daher kontinuierlich anwachsend.
Leben in Trudering
In Trudering herrscht eine fruchtbare Symbiose zwischen eher stadttypischen mit eher dörflichen Lebensweisen vor. So gibt es eine lebendige, traditionelle Vereinsszene mit Sportvereinen, mit Trachten-, Burschen- und mit Musikverein. Von den 21 Münchner Freiwilligen Feuerwehren haben immerhin vier ihren Sitz in Trudering-Riem, obwohl der Stadtbezirk nur 5 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung hat. Daneben entstand in Trudering in den 1970er Jahren das erste Familienzentrum in Deutschland, das seither als Anlaufpunkt für Neubürger und jungen Familien unverzichtbar geworden ist und bundesweit Nachahmer gefunden hat. Bürgerschaftliches Engagement wird in Trudering seit jeher groß geschrieben, was sich auch beim Betrieb des neuen Kulturzentrums täglich zeigt.