Trudering

St. Peter und Paul Kirche in München Trudering Galerie

Trudering ist in erster Linie ein Wohnviertel. Mit dem Truderinger Wald befindet sich hier die größte zusammenhängende Waldfläche auf Münchner Stadtgebiet. Die dörflichen Strukturen sind beispielsweise rund um die Kirche St. Peter und Paul noch sehr gut zu erkennen. Ein beliebtes Wohngebiet ist die Siedlung Michaeliburg, die nach dem – mittlerweile abgerissenen – Gasthaus benannt ist.

Leben in Trudering: Waldnah und urban

Wohngegend in München Trudering, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Der Truderinger Wald ist ein sehr schönes Naherholungsgebiet im Münchner Südosten. Durch den weitläufigen, zusammenhängenden Baumbestand erfreut er sich vor allem bei Joggern und Spaziergängern großer Beliebtheit. Der Ortsteilname „Waldtrudering“ erinnert auch noch daran, dass die Häuser gegen Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich in den Wald gebaut wurden. Nach und nach wich der Wald hier aber der Bausubstanz. Dennoch hat Waldtrudering immer noch den Charakter einer Gartenstadt und ist deshalb ein sehr begehrtes Wohnviertel.

Wohngegend in München Trudering, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

In vielen Ecken Truderings sind noch die Spuren des einstigen Dorfes zu erkennen, vor allem in der Empelstraße lässt sich noch das ein oder andere stattliche Bauernhaus entdecken. Auch in der Kirchtruderinger Straße finden sich noch Relikte des früheren Dorfes. Dennoch herrscht in Trudering mittlerweile durchaus urbanes Flair, etwa in der Truderinger Straße. Das liegt natürlich ebenfalls an der Messestadt, die im zum Stadtbezirk gehörenden Riem liegt und ein internationales Publikum anlockt. Obwohl es immer noch viele Einfamilienhäuser mit Garten in Trudering gibt, wurden in den letzten Jahrzehnten größere Wohneinheiten wie etwa an der Bajuwarenstraße gebaut, um die steigende Nachfrage nach Wohnraum zu befriedigen.

Shopping, Essen und Übernachten

Kultur in Trudering: Von traditionell bis modern

Mit dem Kulturzentrum Trudering hat der Stadtteil eine Veranstaltungsstätte, in der oftmals spannende Events und Ausstellungen stattfinden. Von der Vernissage bis zum Konzert, vom Kabarettabend bis zum Workshop – das Kulturzentrum muss sich, was die Veranstaltungsvielfalt angeht, sicher nicht verstecken. Des Weiteren wird Tradition im Stadtteil groß geschrieben, denn es gibt hier eine lebendige Vereinsszene, vom Trachten- bis zum Burschenverein. Zudem haben mehrere Freiwillige Feuerwehren ihren Sitz in Trudering.

Insidertipps für Trudering

  • Im Familienzentrum Trudering am Dompfaffweg 10 gibt es häufig kostenlose Kurse, Filmabende und weitere interessante Veranstaltungen. Das Truderinger Familienzentrum war übrigens das erste seiner Art in Deutschland und hat seither zahlreiche Nachahmer gefunden.
  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.

Truderinger Sehenswürdigkeiten

St. Peter und Paul Kirche in München Trudering, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Wenn man im Stadtteil ist, sollte man sich auf jeden Fall einmal die Kirche St. Peter und Paul ansehen, deren Turm bereits im Mittelalter errichtet und die ansonsten in den 1930er Jahren von Hans Döllgast mit einem Neubau überarbeitet wurde. Ihr Altar wurde übrigens 1978 von Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., geweiht. Eine Gedenktafel erinnert bis heute an dieses Ereignis. Auch wenn sie nur klein ist, ist die Kriegergedächtniskappelle Michaeliburg in der Corinthstraße ein prägender Bau für Trudering, da sie mit-namensgebend für einen ganzen Ortsteil Truderings ist.

Ebenfalls in der Kirchtruderingerstraße steht ein Kriegerdenkmal mit einem Abbild der Mutter Gottes, das an die Gefallenen der Kriege erinnert. Zudem gibt es einige schöne Brunnen in Trudering, so etwa den Friedrich-Ebert-Brunnen in der Hochkönigstraße, den Schnitterinbrunnen in der Damaschkestraße und den Uta-Brunnen in der Waldtruderinger Straße. Am Lohnrößlerweg steht noch ein stattlicher Hochbunker, den Karl Meitinger 1941 nach dem Abbild spätmittelalterlicher-frühneuzeitlicher Wehrbauten errichtete.

Trudering kurios

Ein weithin bekanntes Viertel in Trudering ist Michaeliburg. Es ist benannt nach der mittlerweile abgerissenen, gleichnamigen Gastwirtschaft, die in der Nähe der Kriegergedächtniskappelle an der Kreuzung Zehntfeld- und Corinth-/Bajuwarenstraße stand. Rund um die Gaststätte wuchs schnell eine kleine Siedlung. Deren Bewohner nannten das Gebiet kurzerhand „Michaeliburg“. Die Behörden waren allerdings ob dieser Eigeninitiative wenig erfreut und verboten 1910 den Namen Michaeliburg. Die Bewohner interessierte dies allerdings herzlich wenig und so gründeten sie nach dem Ersten Weltkrieg die „Siedlervereinigung Michaeliburg“. Schließlich gaben die Behörden ihren Widerstand auf und die Bewohner durften den Namen für ihr Gebiet nun auch offiziell führen…

Michaelibad: Im Sommer und Winter ist Spaß garantiert

Michaelibad, Foto: Robert Goetzfried
Foto: Robert Goetzfried

Gut zu erreichen von Trudering ist das Michaelibad, das sich direkt am Ostpark befindet. Es ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein heißer Tipp, denn das Michaelibad vereint Hallen- und Freibad. Vor allem Kinder haben hier ihren Spaß, denn es gibt eine große Wasserspiel-Landschaft, in der sich die Kleinen nach Herzenslust austoben können. Die Erwachsenen finden hingegen Entspannung in der weitläufigen Saunalandschaft mit finnischer Sauna, Dampfbad und Sanarium. Ein Highlight ist sicherlich die unterirdische Erd-Loft-Sauna, in der es schweißtreibende 95 Grad hat.
Mehr Informationen zum Michaelibad

Abgrenzung Trudering

Trudering liegt im östlichen Randbereich Münchens. Im Norden schließt sich Riem an, im Westen Berg am Laim, im Süden Perlach und im Osten die Gemeinde Haar. Die S-Bahnen S6 und S4 Richtung Ebersberg und die U2 Richtung Messestadt-Ost führen nach Trudering.

Historisches: Das Dorf des "Truchtaro"

Das ehemalige Bauerndorf Trudering - das lange Zeit ein Doppeldorf Kirchtrudering und Straßtrudering war - kann auf eine über 1200-jährige Geschichte zurückblicken. Erstmals urkundlich erwähnt ist Trudering im Jahre 772 als "Truhtheringa". Die Bezeichnung geht wohl auf einen Sippenführer namens "Truchtaro" zurück, der sich um das Jahr 500 hier ansiedelte. Wie archäologische Bodenfunde beim Bau des Flughafens 1937 und später zeigen, war Trudering aber schon in der Hallstattzeit (700-400 v. Chr.) besiedelt. Grund hierfür dürfte der gut nutzbare Wasserreichtum an dieser Stelle gewesen sein. Gleichwohl war Trudering immer wieder durch Pest- und Kriegseinwirkungen stark gefährdet.

Trudering verlor schon vor seiner Eingemeindung am 1.4.1932 seine ausschließlich bäuerliche Prägung. Insbesondere die Lage an der Bahnlinie München - Rosenheim führte seit ca. 1890 zu einem verstärkten Zuzug städtisch geprägter Bevölkerungsschichten, wie insbesondere Haidhauser Geschäftsleute. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden die Siedlungen Michaeliburg und Waldtrudering. Im Not-Jahr 1917 wurde Weideland aufgeteilt, um die Eigenversorgung der städtischen Bevölkerung sicherzustellen: die Gartenstadt Trudering entstand.

Trudering in Zahlen

Trudering bildet mit Riem den Stadtbezirk 15. 

- Einwohner des Stadtbezirks: 71.448
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 32
- Fläche in Hektar: 2.245,05
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)
 

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