Untergiesing

Mittlerer Ring in Giesing Galerie

Untergiesing ist Löwenrevier: Damit sind aber natürlich keine frei umherlaufenden Wildkatzen gemeint, sondern die Fußballmannschaft des TSV 1860 München. Mit dem Grünwalder Stadion befindet sich in diesem Viertel das Herz des Traditionsvereins. Prägend für Untergiesing ist sein langjähriger Status als Arbeiterviertel mit bezahlbaren Mieten, der sich aber im Laufe der letzten Jahre mehr und mehr geändert hat. Mit der Auenlandschaft an der Isar hat das Stadtviertel eine wuderschöne Naturoase.

Grünwalder Stadion: Der 1860-Mythos

Grünwalder Stadion, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Es gibt wenige Dinge, die man so sehr mit Giesing verbindet, wie den TSV 1860 München. Die meisten Sechzger-Fans würden diese Aussage unterschreiben, obwohl der Verein ja kurioserweise im Glockenbachviertel gegründet wurde. Dass Untergiesing dennoch als die Heimat des TSV gilt, liegt vor allem an einem Ort: Dem Grünwalder Stadion beziehungsweise dem „Städtischen Stadion an der Grünwalderstraße“, wie dieser beinahe schon mystische Fußballtempel eigentlich korrekt heißt. Seine größte Stunde erlebte das Stadion übrigens am 28.5.1966: Mit einem 1:1 gegen den Hamburger SV holten die Löwen die Deutsche Meisterschaft, zum ersten und – bislang – einzigen Mal. Seit der Saison 2017/2018 trägt auch die 1. Mannschaft der Löwen ihre Spiele wieder im Grünwalder Stadion aus.

Grünwalder Stadion, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Was nicht jeder weiß, ist, dass der bei 1860-Anhängern nicht gerade beliebte Stadtrivale FC Bayern München seine Europapokalspiele bis 1972 ebenfalls im Grünwalder Stadion ausgetragen hat. Gebaut wurde das Stadion im Jahr 1911 und im Laufe seiner Geschichte öfters renoviert, aus- und umgebaut. Bis heute ist es das drittgrößte Fußballstadion in der bayerischen Landeshauptstadt. Neben der ersten Mannschaft wird das Stadion auch von der zweiten Mannschaft des TSV 1860 genutzt und auch die FCB-Frauen tragen hier Spiele aus.

Shopping, Essen und Übernachten

Freizeit in Untergiesing: Isar und Rosengarten

Die Isarauen, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Im Gegensatz zu Obergiesing gibt es in Untergiesing zahlreiche Erholungsmöglichkeiten. Zunächst ist in diesem Zusammenhang die nahe Isar zu nennen mit ihrem großzügigen Grüngürtel und den lauschigen Kiesstränden, an denen man grillen, feiern oder einfach nur entspannen kann. Ein malerischer Ort, der zu einem ausgedehnten Spaziergang einlädt, sind die kleinen Schrebergärten an der Teutoburger Straße. Auch ein Besuch im Rosengarten, der sich zwischen Isar und Schyrenbad versteckt, ist für Erholungsbedürftige ein heißer Tipp.

Wohnen in Untergiesing: "Herbergen" und Sanierungen

Häuserblock mit Statue, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Überall in Untergiesing sind noch die Spuren der Arbeitervorstadt zu erkennen. Schlichte und dicht aneinander gereihte Mietshäuser prägen bis heute das Bild des Stadtteils. Beispiele für die ursprünglichen „Arbeiterherbergen“, die hauptsächlich im 19. Jahrhundert beziehungsweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden, finden sich zum Beispiel noch in der Pilgersheimer Straße. Schöne alte Häuser gibt es auch in der Mondstraße zu sehen, an der der Auer Mühlbach entlang läuft. Doch natürlich gibt es ebenso große Wohnblöcke, vor allem an den Hauptstraßen. Diese sind vorwiegend nach 1945 erbaut worden.

Häuserreihe in Untergiesing, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Untergiesing ist ein Stadtteil, der im Wandel ist. Durch die Nähe zum Zentrum und die gute Verkehrsanbindung ist das frühere „Glasscherbenviertel“ mittlerweile zu einem beliebten Wohnquartier geworden. Aufwändige Sanierungen und Neubauten, etwa in der Birkenau, locken anspruchsvollere Mieter in das Viertel. Auch für Kleinunternehmer ist Untergiesing interessant: In der Schyrenstraße haben sich viele Grafiker und Architekten Büros eingerichtet. Im Viertel finden sich zudem kultige Kneipen, Cafés und spezielle Restaurants, so etwa in der Sommerstraße.

Untergiesing kurios

Bis zum Jahr 1909, als die Stadtbezirke neu gegliedert wurden, gab es Untergiesing nicht. Bis dahin existierte nur die Landgemeinde Giesing. Oder etwa nicht? Tatsächlich gab es Untergiesing auch damals schon. So bezeichnete man nämlich die Siedlung unterhalb des Nockherbergs, die heute zur Au gehört. Untergiesing existierte also bereits – nur war es ein ganz anderes Gebiet als sein heutiger „Namenszwilling“…

Untergiesinger Sehenswürdigkeiten

Archiconvent der Templer, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein kurioses Gebäude im Stadtteil ist die Templer-Komturei im Birkenleiten oder Archivconvent der Templer, wie das Gebäude mit dem markanten Zwiebelturm richtig heißt. 1880 als Villa im romantischen Stil erbaut, wurde das Gebäude 1968 vom Templerorden erworben und um neugotische Elemente erweitert. Heute dient es dem Orden als Kloster. Ein sehr beeindruckender Neubarockbau ist die Pfarrkirche St. Franziskus aus den 1920er Jahren in der Hans-Mielich-Straße. Auch ein Besuch am Agilofingerplatz lohnt sich, nicht zuletzt wegen dem imposanten barockisierenden Gruppenbau, in dem sich eine Grundschule befindet.

Kraemer'sche Kunstmühle, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Das kleine Schlösschen Birkenleiten in der gleichnamigen Straße ist ein schöner Barockbau aus dem 19. Jahrhundert. Nicht weit davon entfernt liegt die Kraemer’sche Kunstmühle, in der bis 2007 Getreide gemahlen wurde. Nach Stilllegung und Umbau dient sie heute vorwiegend als Bürogebäude, aber auch kulturelle Veranstaltungen finden hier statt. Um dem historischen Giesing ein wenig näher zu kommen, sollte man die Birkenau entlangwandern. Hier finden sich noch viele der meist erd- oder zweigeschossigen Satteldachbauten, die überwiegend in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden.

Insidertipps für Untergiesing

 

Historisches: Das wachsende Arbeiterquartier

Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich Untergiesing in der Vorgründerzeit zu einer bedeutenden Arbeitersiedlung. Das Quartier beschränkte sich zunächst auf das Gebiet zwischen der Humboldtstraße und der Candid-Auffahrt unterhalb der Isarhangkante. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine rege Bautätigkeit ein, um die im Krieg zerstörten Gebäude wieder aufzubauen. Diese Neubau-Siedlungen dehnten sich auf die bis dahin noch dünn besiedelten Bereiche südlich der Candid- und Schönstraße aus.

Schyrenbad und Bad Giesing-Harlaching

Menschenleeres Schwimmbecken im Hallenbad Giesing-Harlaching, Foto: SWM, Robert Götzfried
Foto: SWM, Robert Götzfried

In Untergiesing hat man gleich zwei nahe Bäder, die einen erlebnisreichen Besuch versprechen: Da ist zum einen das Freibad Schyrenbad. Das älteste Bad Münchens von 1847 ist heute ein Bad für Jung und Alt, das nicht nur Familien, sondern auch Singles und Flirtfreudige begeistert. Das Bad Giesing-Harlaching ist ebenfalls gut von Untergiesing aus zu erreichen. Es hat im April 2013 nach einer umfangreichen Modernisierung wiedereröffnet. Ein besonderes Schmankerl für Fußballfreunde ist, dass man von hier aus einen guten Blick auf das FC-Bayern-Trainingsgelände an der Säbener Straße hat.

 

 

Abgrenzung Untergiesing

Untergiesing ist von Erholungsflächen und Hauptverkehrslinien umgeben. Im Westen ist das östliche Isarufer die natürliche Grenze. Im Osten verläuft die Grenze teilweise entlang der Tegernseer Landstraße. Im Norden bildet die Humboldtstraße den Abschluss zum Stadtbezirk Au-Haidhausen. Untergiesing ist über die U1 Richtung Mangfallplatz gut erreichbar.

Untergiesing in Zahlen

Untergiesing bildet zusammen mit Harlaching den Münchner Stadtbezirk 18.

- Einwohner des Stadtbezirks: 54.050
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 67
- Fläche in Hektar: 805,67
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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