Dank des schönen Wetters fiel die Entscheidung Vielen nicht leicht. Fahrradtour, Spazierengehen, Spielplatz oder auf eine der angebotenen Veranstaltungen gehen? Ob das Kulturfest auf dem Marienplatz, das Maifest im Tierpark, das Maibaum aufstellen auf dem Wiener Platz, Floßfahren auf der Isar oder die Saisoneröffnung von Spiel und Sport im Luitpoldpark...Die Münchner haben diesen freien Tag sichtlich genossen!
Erster Mai
Am 1. Mai ist immer frei! Und das haben die Münchner auch dieses Jahr in vollen Zügen genossen. Ob beim Maibaumaufstellen, auf einer Fahrradtour, beim Maifest im Tierpark, beim Kulturfest auf dem Marienplatz, mit einer Floßfahrt auf der Isar oder bei der Saison- eröffnung von Spiel und Sport im Luitpoldpark... Fotos vom 1. Mai in München:
Traditionen zum Ersten Mai - Infos für Zugezogene und Besucher
Insbesondere drei Elemente dürfen in Bayern beim Feiern des 1. Mai nicht fehlen: der Maibaum, die Maiandacht und der Maitanz. Jährlich wetteifern die Münchner Viertel und Gemeinden im Landkreis darum, wer von ihnen den größten und schönsten Maibaum besitzt. Das Aufstellen eines neuen Baumes ist jedes Mal ein Fest für die ganze Bevölkerung. Verknüpft ist es mit weiteren Bräuchen wie dem Tanz um den Baum oder auch dem Maibaumstehlen durch eine benachbarte Gemeinde.
Video vom Maibaumaufstellen auf dem Viktualienmarkt 2012
Maibaumaufstellen
Im Stadtgebiet München dürfen Maibäume aus Sicherheitsgründen nur noch mit dem Kran aufgestellt werden, doch im Umland werden sie oft noch auf traditionelle Weise, also in Gemeinschaftsarbeit und mit langen Stangen, aufgerichtet. In jedem Fall muss der Maibaum spätestens bis zum Mittag des 1. Mai aufgestellt sein. Dort darf er dann maximal fünf Jahre stehen und muss jährlich vom TÜV auf seine Standfestigkeit geprüft werden.
Maibaumstehlen
Das Stehlen eines (noch nicht aufgestellten!) Maibaumes ist ein beliebter Brauch. Gewitzte Maibaumdiebe scheuen keine Mühen, den Maibaum eines anderen Ortes oder einer anderen Gemeinde zu entführen und anschließend eine hohe Auslösesumme zu fordern - zahlbar in der Regel in Bier und einer Brotzeit für alle Beteiligten. Daher muss ein Maibaum bis zu seiner Aufstellung stets gut bewacht werden.
Doch wirklich sicher ist der Baum nirgends, solange er noch nicht aufgestellt ist. Aber Vorsicht - beim Maibaumstehlen gibt es ungeschriebene Regeln, an die sich Diebe und Bestohlene zu halten haben:
- Es gilt als Regel, dass nur derjenige Maibäume stehlen darf, der auch selbst einen aufgestellt hat.
- Der Maibaum muss schon gefällt sein und muss sich bereits im Gebiet der Stadt oder Gemeinde befinden, wo er aufgestellt werden soll. Maibaumstehlen im Wald gilt als Holzdiebstahl. Auch aufgestellte Bäume dürfen nicht mehr gestohlen werden.
- gelingt es einem der Wächter, während des Diebstahls die Hand auf den Stamm zu legen, ist der Raub misslungen.
- Gestohlene Bäume müssen später wieder ausgelöst werden - sonst wird der Stamm als "Schandbaum" mit deftigen Sprüchen über die ehemaligen Besitzer in der Gemeinde der erfolgreichen Diebe aufgestellt.
Als Auslöse verlangen die Maibaumräuber üblicherweise viel Bier und eine Brotzeit, die mit den Bestohlenen gemeinsam verzehrt wird. Nichts für ungut also!
Freinacht
Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird auch als Freinacht bezeichnet. In dieser Nacht ziehen vielerorts Jugendliche durch die Straßen und stellen allerlei Streiche an.
Beliebt ist vor allem das Einwickeln von Autos oder anderen Dingen mit Toilettenpapier, das Besprühen von Türklinken mit Rasierschaum oder das Verändern von Ortsschildern. Aber auch vor Vandalismus muss gewarnt werden.
Über die Ursprünge dieses Brauches gibt es unterschiedliche Vermutungen. Da es in Oberbayern nicht schicklich war, an Feiertagen, an denen ja nicht gearbeitet wurde, Arbeitsgeräte herumstehen zu lassen, wurden diese von der Dorfjugend in der Nacht „aufgeräumt“. Die jungen Leute hängten beispielsweise offene Tore aus und versteckten sie oder hievten umherstehende Heuwagen auf die Scheunendächer.
Ein weiterer Grund für diese Bräuche in der Freinacht war der Einzug der Jugendlichen zum Militär. Früher war der erste Mai der Musterungstermin für den Wehrdienst. Die Nacht des 30. April war somit die letzte Gelegenheit für die jungen Männer zu ausgelassenen Streichen bevor in den Kasernen der Ernst des Lebens begann. Seien Sie also vorsichtig, wo Sie Ihr Auto abstellen, wenn Sie zum Maitanz gehen...
Maiandacht
Die ersten Andachten im Mai werden von den katholischen Pfarreien in Bayern besonders festlich begangen und sind in der Regel traditionell der Verehrung Marias gewidmet. In München wird der Mutter Gottes besonders im Liebfrauendom mit Festgottesdiensten und Kirchenmusik gedacht.
Maifeiertag
Der 1. Mai ist gesetzlicher Feiertag in ganz Deutschland und Tag der Arbeit. In München feiert der Deutsche Gewerkschaftsbund nach der traditionellen Demonstration und einer Kundgebung gemeinsam mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt alljährlich ein Kulturfest auf dem Marienplatz. Auf dem dazugehörigen Infomarkt stellen sich Parteien, Verbände, Gewerkschaften und weitere Organisationen vor.
Tag der Arbeit
Der Maifeiertag geht ursprünglich zurück auf die blutige Niederschlagung eines Streiks im Mai 1886 in Chicago. Die Sozialistische Internationale rief 1889 in Erinnerung an dieses Ereignis den 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterbewegung aus und organisierte in Folge Massenstreiks und Demonstrationen. Allerdings war während der Kaiserzeit in Deutschland an einen offiziellen Feiertag nicht zu denken.
Deshalb wurde der 1. Mai in Deutschland erst 1919 zum Feiertag - aber auch nur in diesem einen Jahr, da sich die Parteien auf eine weitere Durchführung nicht verständigen konnten. Ab 1933 nutzten die Nationalsozialisten den Tag der Arbeit alljährlich für ihre Propagandazwecke aus und ernannten ihn zum offiziellen Feiertag. Nach dem Krieg erlaubten die Alliierten 1946 der Arbeiterschaft (in beschränktem Rahmen) den 1. Mai zu begehen. 1949 wurde der 1. Mai dann endgültig ein gesetzlicher Feiertag in der Bundesrepublik und der DDR.
