Maibaum-Traditionen

Münchner Maibaum

Insbesondere drei Elemente dürfen in Bayern beim Feiern des 1. Mai nicht fehlen: der Maibaum, die Maiandacht und der Maitanz. Jährlich wetteifern die einzelnen Gemeinden darum, wer von ihnen den größten und schönsten Maibaum besitzt. Das Aufstellen eines neuen Baumes ist jedes Mal ein Fest für die ganze Bevölkerung. Verknüpft ist es mit weiteren Bräuchen wie dem Tanz um den Baum oder auch dem Maibaumstehlen durch eine benachbarte Gemeinde.

Termine:  Maibaumaufstellen, Tanz in den Mai und Maifeste...

 

Maitanz

Der Tanz um den zentral aufgestellten großen Maibaum gehört schon von jeher zur Maifeier, ebenso wie der Tanz am Vorabend des ersten Mai, in der Walpurgisnacht. Mit dem Maitanz wird der Frühling begrüßt; er ist Ausdruck der Fröhlichkeit und Lebensfreude.

Die Möglichkeit, an einem Maitanz teilzunehmen, bietet sich nicht nur am 30. April, sondern auch auf Maifesten am 1. Mai. Selbstverständlich gibt es auch in vielen Clubs und Discos Tanzmusik unter dem Motto "Tanz in den Mai".

 

Aufstellen des Maibaums auf dem Viktualienmarkt

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Maibaumaufstellen

Im Stadtgebiet München dürfen Maibäume aus Sicherheitsgründen nur noch mit dem Kran aufgestellt werden, doch im Umland werden sie oft noch auf traditionelle Weise, also in Gemeinschaftsarbeit und mit langen Stangen, aufgerichtet. In jedem Fall muss der Maibaum spätestens bis zum Mittag des 1. Mai aufgestellt sein.

Nach modernen Bestimmungen darf ein Maibaum heute längstens fünf Jahre auf seinem Platz stehen und muss zudem jährlich vom TÜV auf seine Standfestigkeit untersucht werden. Nach Ablauf der Frist, oder je nach Zustand eventuell auch früher, wird der alte Maibaum zersägt und versteigert. Gemäß der hiesigen Tradition steht sein Nachfolger zunächst ein Jahr lang unbemalt und ohne Schmuck auf dem Platz. Danach wird er in den Farben der bayerischen Fahne weiß und blau bemalt - in einer Spirale, die sich von unten links nach oben rechts dreht - und mit bemalten Tafeln aus Holz und Metall geschmückt.

 

Maibaumstehlen

Das Stehlen eines (noch nicht aufgestellten!) Maibaumes ist ein beliebter Brauch. Gewitzte Maibaumdiebe scheuen keine Mühen, den Maibaum eines anderen Ortes oder einer anderen Gemeinde zu entführen und anschließend eine hohe Auslösesumme zu fordern - zahlbar in der Regel in Bier und einer Brotzeit für alle Beteiligten. Daher muss ein Maibaum bis zu seiner Aufstellung stets gut bewacht werden.

Doch wirklich sicher ist der Baum nirgends, solange er noch nicht aufgestellt ist. In spektakulären Maibaumdiebstählen raubte beispielsweise 2004 die Polizeiwache am Münchner Flughafen selbst den Stamm des dortigen Airbräu Biergartens. Auch der bereits im Guinness Buch der Rekorde als höchster Maibaum eingetragene Maibaum von Eicherloh (50,35 m lang und ca. 14 Tonnen schwer), der am 1. Mai 2005 aufgestellt wurde, war bereits erfolgreich Ziel eines solchen "Anschlags".

Aber Vorsicht - beim Maibaumstehlen gibt es ungeschriebene Regeln, an die sich Diebe und Bestohlene zu halten haben:

  • Es gilt als Regel, dass nur derjenige Maibäume stehlen darf, der auch selbst einen aufgestellt hat.
  • Der Maibaum muss schon gefällt sein und muss sich bereits im Gebiet der Stadt oder Gemeinde befinden, wo er aufgestellt werden soll. Maibaumstehlen im Wald gilt als Holzdiebstahl. Auch aufgestellte Bäume dürfen nicht mehr gestohlen werden.
  • gelingt es einem der Wächter, während des Diebstahls die Hand auf den Stamm zu legen, ist der Raub misslungen.
  • Gestohlene Bäume müssen später wieder ausgelöst werden - sonst wird der Stamm als "Schandbaum" mit deftigen Sprüchen über die ehemaligen Besitzer in der Gemeinde der erfolgreichen Diebe aufgestellt.

Als Auslöse verlangen die Maibaumräuber üblicherweise viel Bier und eine Brotzeit, die mit den Bestohlenen gemeinsam verzehrt wird. Nichts für ungut also!

 

Maiandacht

Die ersten Andachten im Mai werden von den katholischen Pfarreien in Bayern besonders festlich begangen und sind in der Regel traditionell der Verehrung Marias gewidmet. In München wird der Mutter Gottes besonders im Liebfrauendom mit Festgottesdiensten und Kirchenmusik gedacht.

 

Freinacht

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird auch als Freinacht bezeichnet. In dieser Nacht ziehen vielerorts Jugendliche durch die Straßen und stellen allerlei Streiche an. Beliebt ist vor allem das Einwickeln von Autos oder anderen Dingen mit Toilettenpapier, das Besprühen von Türklinken mit Rasierschaum oder das Verändern von Ortsschildern. Aber auch vor Vandalismus muss gewarnt werden.

Über die Ursprünge dieses Brauches gibt es unterschiedliche Vermutungen. Da es in Oberbayern nicht schicklich war, an Feiertagen, an denen ja nicht gearbeitet wurde, Arbeitsgeräte herumstehen zu lassen, wurden diese von der Dorfjugend in der Nacht „aufgeräumt“. Die jungen Leute hängten beispielsweise offene Tore aus und versteckten sie oder hievten umherstehende Heuwagen auf die Scheunendächer.

Ein weiterer Grund für diese Bräuche  in der Freinacht war der Einzug der Jugendlichen zum Militär. Früher war der erste Mai der Musterungstermin für den Wehrdienst. Die Nacht des 30. April war somit die letzte Gelegenheit für die jungen Männer zu ausgelassenen Streichen bevor in den Kasernen der Ernst des Lebens begann. Seien Sie also vorsichtig, wo Sie Ihr Auto abstellen, wenn Sie zum Tanz in den Mai gehen...

 
 
 
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