Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus Foto: Katy Spichal

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Fr, 27.01.17, 10:00 Uhr | Weitere Termine

NS-Dokumentationszentrum

Brienner Str. 34
80333 München

Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.1.2017 erinnern mehrere Veranstaltungen in München an die Getöteten und Verfolgten in der Zeit des Dritten Reichs. Das Jüdische Museum München und das NS-Dokumentationszentrum München laden zu einem Zeitzeugengespräch und szenischen Lesungen ein. Der Eintritt ist jeweils frei. Das Münchner Volkstheater greift in der Reihe „Gespräche gegen das Vergessen“ und mit der Aufführung des Theaterstücks „Ghetto“ den Holocaust auf.

Szenische Lesung: „Ich hab‘ immer Angst g‘habt“

Platz der Opfer des Nationalsozialismus
Am Platz der Opfer des Nationalsozialismus wird im Namen der Stadt München im Laufe des Gedenktages ein Kranz niederlegt.

Traditionell gedenken zahlreiche Münchner an diesem Tag den Opfern der NS-Diktatur mit einem kurzen Innehalten am Platz der Opfer des Nationalsozialismus. Dort wird im Namen der Stadt München im Laufe des Tages ein Kranz niederlegt.

Im NS-Dokumentationszentrum München, Brienner Straße 34, findet am 27.1. um 10 Uhr und zudem bereits am 25.1. um 19 Uhr die szenische Lesung „Ich hab‘ immer Angst g‘habt“ statt. Schülerinnen und Schüler des Luisengymnasiums München haben sich intensiv mit der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma während der nationalsozialistischen Herrschaft auseinandergesetzt. Entstanden ist eine szenische Lesung, die auf eindrückliche Weise die Perspektive der Verfolgten in den Mittelpunkt stellt, und auch an die erinnert, von denen nur der Name geblieben ist. Erinnerungstexten von Sinti und Roma werden Dokumente der Täter gegenübergestellt. Unter den nach Schätzungen etwa 500.000 Opfern waren auch zirka 200 Sinti und Roma aus München. Die Lesung bildet den Abschluss des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933– 1945“. Die Ausstellung ist noch bis 12. Februar zu sehen.

Zeitzeugengespräch „Leben nach dem Überleben“

Jüdisches Museum
Das Jüdische Museum München veranstaltet das Zeitzeugengespräch „Leben nach dem Überleben“

Am 26.1., am Vorabend des Gedenktags, veranstaltet das Jüdische Museum München, St.-Jakobs-Platz 16, um 19:30 Uhr das Zeitzeugengespräch „Leben nach dem Überleben“ mit Roman Haller. Roman Haller ist ein sogenannter „child survivor“. Er wurde im Mai 1944 in einem Versteck im Wald in der heutigen Ukraine geboren. Das Leben seiner Eltern und die Umstände seiner Geburt wurden in einem Theaterstück verarbeitet, das 2009 mit dem Titel „Irena’s Vow“ am Broadway in New York uraufgeführt wurde. Roman Haller war Präsident diverser gemeinnütziger Organisationen. Er verfasste verschiedene Bücher zur Nachkriegsgeschichte der Juden in Deutschland. Heute leitet er die Claims Conference Nachfolge-Organisation für Deutschland.

Zahlreiche Gedenkveranstaltungen über den 27.1. hinaus

NS-Dokumentationszentrum in München - Ansicht von Südwesten
Das NS-Dokumentationszentrum München stellt die Opfer der NS-„Euthanasie“ und ihre Familienangehörigen in den Mittelpunkt.

Am 5.2. um 17 Uhr stellt das NS-Dokumentationszentrum München mit der Gedenkveranstaltung: „Meine Mutter, meine Großmutter, mein Cousin, meine Tante ...“ die Opfer der NS-„Euthanasie“ und ihre Familienangehörigen in den Mittelpunkt.

Im Münchner Volkstheater, Brienner Straße 50, berichten am 2.2. um 20 Uhr bei der Veranstaltung „Gespräche gegen das Vergessen“, die Sinti Philomena Franz, Romani Rose und Dotschy Reinhardt über ihre Erlebnisse während der NS-Diktatur, über den langen Kampf um Anerkennung und über den Umgang mit jüngst wieder aufkochenden Ressentiments.

Am 14.2. um 19:30 Uhr, ist im Volkstheater zum letzten Mal die Vorstellung „Ghetto“ von Joshua Sobol zu sehen. Während des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1941 ist Wilna in Litauen von den Deutschen besetzt und die jüdische Bevölkerung gezwungen, unter der Willkür des ebenso jungen wie fanatischen Nazioffiziers Kittel in der Enge und Bedrohlichkeit des Ghettos zu leben. Das Stück zeigt die lebensbedrohliche Situation und den Überlebenskampf in den Ghettos auf.

Der Gedenktag am 27. Januar

Der bundesweite Gedenktag erinnert seit 1996 in Deutschland alljährlich an alle Opfer in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Initiative zur Einführung geht auf den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zurück. Der 27. Januar ist ein symbolträchtiges Datum: Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau. 2005 erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts.

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