Gruselig schön: Der Krampuslauf

Schauriges Spektakel rund um den Marienplatz beim Krampuslauf. Tom Bierbaumer, Obmann der Gruppe Sparifankerl-Pass, erklärt im Video die Tradition und was den Krampuslauf in München so besonders macht...

Sie schauen gruselig aus - aber sind doch eigentlich recht harmlos: Gestalten in archaischen Masken erschrecken beim Krampuslauf auf dem Christkindlmarkt rund um den Marienplatz die Passanten. Die unheimlichen Gesellen mit den zotteligen Fellkostümen haben dieses Jahr zwei Mal ihr Unwesen getrieben. Wer's verpasst hat: Wir haben ein Video und Bilder mitgebracht.

Bilder: Nervenkitzel beim ersten Krampuslauf 2016

37 Krampusgruppen aus Bayern, Österreich und Südtirol

Tom Bierbaumer, Gründer und Chef der 1. Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl Pass“, organisierte den großen Krampuslauf am Sonntag, den die „Schlierseer Goaßlschnalzer“ lautstark anführen. Eingeladen wurden Gruppen wie die „Altgnigler Krampus Perchten Pass“ aus dem Salzburger Land. Der Krampusverein „D'Bommera“ aus dem Kleinwalsertal etablierte sich 2014 und benannte sich nach den großen Schellen, den „Bommera“, welche die Karmpusse tragen. Die „Hëllntol Tuifl Partschins“ sind ebenfalls eine junge Gruppe, die erst 2012 zusammenfand und ihren Namen vom oberhalb der Südtiroler Gemeinde Partschins gelegenen Höllental ableiten.

Die Mitglieder der „Sparifankerl Pass“ aus München kamen wieder in neuem Gewand. Diese Saison trugen sie Masken von Rupert Kreuzer, dem „Astei“ aus dem Großarltal, mit der Bemalung eines Südtiroler Kirchenmalers und Kostüme vom Gink aus Uttendorf, die an die 1960er Jahre erinnern.

Video: Der Krampuslauf im Re-Live

Die Krampus-Tradition

Krampuslauf auf dem Marienplatz

Der Krampus ist der unheimliche Geselle an der Seite des gütigen Nikolaus. Während letzterer bei unartigen Kindern gerne mal ein Auge zudrückt, rasselt der Krampus lieber furchteinflößend mit seiner Kette, um sich den nötigen Respekt zu verschaffen und unliebsame Zeitgenossen zurechtzuweisen. Das Krampuslaufen geht auf eine 500 Jahre alte Tradition aus dem alpenländischen Raum zurück. Bereits im 16. Jahrhundert zogen die sogenannten „Klabaufs“ aus: Schüler, Kantoren und Schulmeister der Frauenkirche und von St. Peter verkleideten sich als Bischöfe und verursachten angeblich derartige Unruhen, dass die Polizei ausrücken musste. Der Brauch des Krampuslaufs erfreut sich besonders bei jungen Leuten wieder großer Beliebtheit.

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Aufwändige und teure Kostüme

Masken der Krampus-Gruppe Sparifankerl-Pass
Wertvoll und detailreich - eine aktuelle Maske der Münchner Gruppe "Sparifankerl Pass".

Die aufwändig gestalteten Kostüme werden jedes Jahr neu geordert und unterscheiden sich je nach Figur. Die Perchten, die ursprünglich den Winter austreiben sollten, tragen 4 bis 10 Hörner, während die Krampusse eine Zweihornmaske kennzeichnet. Die Kosten eines Kostüms liegen zwischen 1800 und 2500 Euro. Aber nicht nur kostspielig ist so ein Krampus-Outfit, sondern noch dazu ganz schön schwer. Eine Maske kann gut und gerne 10 Kilogramm auf die Waage bringen - kein Wunder, dass die Läufer nach dem Krampuslauf ganz schön außer Puste sind...

Die erste Münchner Krampusgruppe: Sparifankerl-Pass

Die Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl-Pass“ läuft seit 2004 alljährlich über den Christkindlmarkt. Der Gründer der 20 Männer umfassenden Gruppe, Tom Bierbaumer, möchte das alpine Brauchtum wieder in die bayerische Landeshauptstadt bringen und organisiert den großen Krampuslauf. Er betont, dass der Münchner Krampus ein lustiger Teufel sei, der auf dem Schaulauf hautnah zum Anfassen und Bestaunen zu sehen ist und nicht, um unartige Kinder zu rügen. Meistens fürchten sich laut Bierbaumer ohnehin nur die Erwachsenen und nicht die Kinder.

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