Kultiges Spektakel: So schön schaurig ist der Krampuslauf

Krampuslauf durch München, Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle
Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle

Zweiter Krampuslauf bei winterlichen Verhältnissen

Gruselig, aber völlig harmlos: Der zweite Krampuslauf am 17.12.2017 erschreckte und erfreute gleichermaßen die Besucher auf dem Christkindlmarkt rund um den Marienplatz. Bei passend winterlichen Verhältnissen trieben die unheimlichen Gesellen in ihren zotteligen Fellkostümen ihr Unwesen - im Re-Live könnt Ihr Euch den Krampuslauf noch einmal ansehen.

Eindrücke vom zweiten Krampuslauf im Re-Live

Das war der Zugweg vom 2. Krampuslauf

Gruppenbild mit Krampussen, Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle
Foto: muenchen.de/ Dan Vauelle

Wer die schaurigen Gesellen bei ihrem ersten Auftritt 2017 verpasst hatte, konnte sie am 17.12. noch einmal sehen - zwischen 16 und 17 Uhr waren auf dem Münchner Christkindlmarkt noch einmal die Krampusse los. Die erste Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl Pass“ lief mit befreundeten Gruppen über den traditionsreichen Weihnachtsmarkt. Und zwar wie folgt:

Aufstellung: Neuhauser Straße/ Ecke Ettstraße
Laufweg: Neuhauser Straße – Kaufingerstraße – Marienplatz – Rinder-markt – Rosenstraße – Marienplatz

Schaurige Masken und Kostüme: Bilder vom Krampuslauf 2017

Die Krampus-Tradition

Krampuslauf auf dem Marienplatz, Foto: Immanuel Rahman
Foto: Immanuel Rahman

Der Krampus ist der unheimliche Geselle an der Seite des gütigen Nikolaus. Während letzterer bei unartigen Kindern gerne mal ein Auge zudrückt, rasselt der Krampus lieber furchteinflößend mit seiner Kette, um sich den nötigen Respekt zu verschaffen und unliebsame Zeitgenossen zurechtzuweisen. Das Krampuslaufen geht auf eine 500 Jahre alte Tradition aus dem alpenländischen Raum zurück. Bereits im 16. Jahrhundert zogen die sogenannten „Klabaufs“ aus: Schüler, Kantoren und Schulmeister der Frauenkirche und von St. Peter verkleideten sich als Bischöfe und verursachten angeblich derartige Unruhen, dass die Polizei ausrücken musste. Der Brauch des Krampuslaufs erfreut sich besonders bei jungen Leuten wieder großer Beliebtheit.

Video vom ersten Krampuslauf

Im Video: Das schaurig-schöne Spektakel rund um den Marienplatz beim ersten Krampuslauf 2017.

Aufwändige und teure Kostüme

Masken der Krampus-Gruppe Sparifankerl-Pass, Foto: Sparifankerl-Pass
Foto: Sparifankerl-Pass

Die aufwändig gestalteten Kostüme werden jedes Jahr neu geordert und unterscheiden sich je nach Figur. Die Perchten, die ursprünglich den Winter austreiben sollten, tragen 4 bis 10 Hörner, während die Krampusse eine Zweihornmaske kennzeichnet. Die Kosten eines Kostüms liegen zwischen 1800 und 2500 Euro. Aber nicht nur kostspielig ist so ein Krampus-Outfit, sondern noch dazu ganz schön schwer. Eine Maske kann gut und gerne 10 Kilogramm auf die Waage bringen - kein Wunder, dass die Läufer nach dem Krampuslauf ganz schön außer Puste sind...

Die erste Münchner Krampusgruppe: Sparifankerl-Pass

Die Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl-Pass“ läuft seit 2004 alljährlich über den Christkindlmarkt. Der Gründer der 20 Männer umfassenden Gruppe, Tom Bierbaumer, möchte das alpine Brauchtum wieder in die bayerische Landeshauptstadt bringen und organisiert den großen Krampuslauf. Er betont, dass der Münchner Krampus ein lustiger Teufel sei, der auf dem Schaulauf hautnah zum Anfassen und Bestaunen zu sehen ist und nicht, um unartige Kinder zu rügen. Meistens fürchten sich laut Bierbaumer ohnehin nur die Erwachsenen und nicht die Kinder.

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