Theater für den Blick über den vertrauten Tellerrand

Vom 27.10. bis 11.11.2017 findet in München zum 12. Mal das Spielart Festival statt. Spielart ist bekannt dafür, dass Theaterbegeisterte hier Entdeckungen machen können, die nachhaltige Kreise ziehen.

16 Tage langes Fest der künstlerischen Vielfalt

"Step-Memories - The Return of the Oppressed" von Hansol Yoon, Foto: Festival_Tokyo / Spielart Festival
"Step-Memories - The Return of the Oppressed"

Ausdrücklicher als jemals zuvor blickt das Festival diesmal über den vertrauten Tellerrand: In Produktionen aus Südafrika, Süd- und Ostasien, aus Europa und Südamerika geht es um das Fortwirken von Kolonialismus und Nationalismus, um die Auseinandersetzung mit Geschichte und Traditionen, um aktuelle Entwicklungen der performativen Künste im Kontext gesellschaftlicher Brennpunkte, um Theater als Katalysator - in Afrika ebenso wie in Asien und Europa. Mamela Nyamza und Aphiwe Livi suchen nach dem Gleichgewicht im Unbehagen. Ho Rui An erklärt, was die Sonneneinstrahlung mit Gleichberechtigung zu tun hat, und Lola Arias gibt Falkland-Veteranen eine Stimme. Milo Rau spielt mit Pasolini und de Sade, die Gruppe Motus nimmt eine queere Perspektive ein, und Claire Cunningham und Jess Curtis fragen sich und das Publikum: Wie sehen wir einander an? Vorträge und Diskurse vertiefen die Themen des Festivals. Das und viel mehr ist Spielart 2017: ein 16 Tage langes Fest der künstlerischen Vielfalt.

Das Programm haben Sophie Becker und Tilmann Broszat konzipiert und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus dem In- und Ausland realisiert. Verschiedene Projekte und Formate werden von den eingeladenen Künstlern speziell für Spielart entwickelt. Veranstaltet wird das Festival von Spielmotor München e.V. – einer Initiative der Stadt München und der BMW Group.

Programmhighlights im Überblick

"An Atypical Brain Damage" von Tianzhuo Chen, Foto: KaXiaoXi edit by Tianzhuo Chen / Spielart Festival
"An Atypical Brain Damage"

Das Spielart Festival findet an verschiedenen Orten der Stadt statt, darunter Gasteig, Muffathalle, Münchner Stadtmuseum, Münchner Kammerspiele und weitere. Das Festivalzentrum im Celibidache-Forum des Gasteigs hat täglich von 11:30 Uhr bis 1 Uhr geöffnet.

Viele Programm-Highlights stammen aus den Regionen Süd- und Ostasien sowie Südafrika: So befasst sich Hansol Yoon in seinem Stück "Step-Memories - The Return of the Oppressed" mit dem Koreakrieg. Sethembile Msezane beschäftigt sich in seiner installativen Performance "The Charter" mit der 1955 verfassten Freedom Charter, ein wichtiges Dokument der Anti-Apartheid-Bewegung. Gespannt sein darf man auch auf die Uraufführung des Stücks "Version 2020 - The Complete Futures of Malaysia Chapter 3" von Mark The aus Kuala Lumpur.

Das Festival bringt auch zahlreiche Deutsche Erstaufführungen auf die Bühne, etwa die Pop-Oper "An Atypical Brain Damage" von Tianzhuo Chen sowie die Tanzperformance "Those Ghels" von Chuma Sopotela und Buhlebezwe Siwani aus Kapstadt.

Das zweite Spielart Wochenende diskutiert unter dem Titel "Crossing Oceans", wie Diversität heute organisiert werden kann und ob es so etwas wie "globale Werte" gibt. Dazu gibt es Lectures, Gesprächsrunden und Performances.

Mehr Informationen zu den vielfältigen Stücken und Performances und den Spielplan gibt es auf der offiziellen Seite: Programm von Spielart

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