Maibaum: Feste, Aufstellen und Traditionen

Am 1.5.2017 erhielt der Viktualienmarkt einen neuen Maibaum

Zum 1. Mai in Bayern gehört ein Maibaum, um den getanzt und gefeiert wird. In München werden jedes Jahr neue Bäume aufgestellt...

Der Maibaum - symbolhafter Start in den Mai

Nach und nach geht es mit vereinten Kräften Richtung Vertikale., Foto: Immanuel Rahman

Jährlich wetteifern die Münchner Viertel und Gemeinden im Landkreis darum, wer von ihnen den größten und schönsten Maibaum besitzt. Dieser ist oft bemalt, in Bayern etwa mit einer von links unten nach rechts oben laufenden Spirale in den Farben Weiß und Blau - die dann wie die bayerischen Rauten aussehen. Diese Bemalung des abgeschliffenen, von der Rinde befreiten Baums, nennt man Schnüren. Außerdem werden die Maibäume mit Tafeln etwa von Zünften oder Vereinen geschmückt. Meist wird dann alle paar Jahre ein neuer Baum aufgestellt. Der Ursprung des Maibaumaufstellens ist nicht genau bekannt - sodass immer wieder darüber spekuliert worden ist, woher der Brauch kommt. In Bayern ist das Maibaumaufstellen seit dem 16. Jahrhundert überliefert - aus dieser Zeit gibt es hier auch schon Abbildungen, die wohl Maibäume zeigen.

Das Aufstellen eines neuen Baumes wird mit einem Maifest gefeiert. In der Stadt werden Maibäume meist mit Hilfe von Kränen aufgestellt, im Umland oft noch auf traditionelle Weise, also in Gemeinschaftsarbeit und mit langen Stangen, aufgerichtet. Dann gibt es oft Essen und Trinken - manchmal zur Stärkung auch schon vor dem Aufstellen ein Weißwurstfrühstück - anschließend Blasmusik und Tanz. Verknüpft ist der Maibaum mit weiteren Bräuchen wie dem Tanz in der sogenannten Walpurgisnacht, dem Vorabend zum 1. Mai, oder auch dem Maibaumstehlen durch eine benachbarte Gemeinde.

Welche Regeln gelten fürs Maibaumstehlen?

Das Stehlen eines (noch nicht aufgestellten!) Maibaumes ist ein beliebter Brauch. Gewitzte Diebe scheuen keine Mühen, den Maibaum einer anderen Gemeinde zu entführen und anschließend eine Auslösesumme zu fordern - zahlbar in der Regel in Bier und Brotzeit für alle Beteiligten. Daher muss ein Maibaum bis zu seiner Aufstellung stets gut bewacht werden.

Wirklich sicher ist der Baum nirgends, solange er noch nicht aufgestellt ist. Aber Vorsicht - beim Maibaumstehlen gibt es ungeschriebene Regeln, an die sich Diebe und Bestohlene zu halten haben:

  • Es gilt als Regel, dass nur derjenige Maibäume stehlen darf, der auch selbst einen aufgestellt hat.
  • Der Maibaum muss schon gefällt sein und muss sich bereits im Gebiet der Stadt oder Gemeinde befinden, wo er aufgestellt werden soll. Maibaumstehlen im Wald gilt als Holzdiebstahl. Auch aufgestellte Bäume dürfen nicht mehr gestohlen werden.
  • gelingt es einem der Wächter, während des Diebstahls die Hand auf den Stamm zu legen, ist der Raub misslungen.
  • Gestohlene Bäume müssen später wieder ausgelöst werden - sonst wird der Stamm als "Schandbaum" mit deftigen Sprüchen über die ehemaligen Besitzer in der Gemeinde der erfolgreichen Diebe aufgestellt.
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