Der Schäfflertanz

Schäffler tanzen am Dienstag ein letztes Mal

Die Münchner Schäffler tanzen zum 500. Jubiläum ihrer Tradition. Letzte Gelegenheit sie zu sehen ist am Dienstag: Die Schäffler treten fünf Mal in München auf. Wo man sie tanzen sehen kann - bevor sie eine zweijährige Pause einlegen...

Die letzten fünf Termine der Jubiläumsauftritte

Dienstag, 28.2.2017 (Faschingsdienstag)
12:00 Uhr - Einkaufs-Center Neuperlach - pep
Thomas-Dehler-Straße 14, 81737 München
13:30 Uhr - Riem Arcaden
Willy-Brandt-Platz 5, 81829 München
14:30 Uhr - Hallbergmoos Faschingstreiben
Rathausplatz 1, 85399 Hallbergmoos
16:00 Uhr - Karlsfeld Faschingstreiben
Rathausstraße, 85757 Karlsfeld
19:00 Uhr - Zum Augustiner - vor der Herberge der Schäffler
Neuhauser Straße, 80331 München

Regulär treten die Schäffler nur alle sieben Jahre auf - das nächste Mal eigentlich erst 2019. Doch dieses Jahr feierte die große Münchner Tradition ihr 500. Jubiläum. Aus diesem Anlass zeigten die Schäffler seit dem 21.2.2017 außerhalb der Reihe ihre Darbietungen - nach den Auftritten am Dienstag muss man also zwei Jahre warten, bis sie wieder live auftreten.

Bilder vom Schäfflertanz auf dem Marienplatz

Viel Sonnenschein und gute Stimmung auf dem Marienplatz

Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Tanz der Schäffler auf dem Münchner Marienplatz., Foto: muenchen.de/Dan Vauelle
Oberbürgermeister Dieter Reiter begrüßte gut gelaunt die vielen Münchner am Marienplatz

Beim Auftritt der Schäffler auf dem Marienplatz herrschte tolle Stimmung bei viel Sonnenschein. Oberbürgermeister Dieter Reiter bekam - wie erst kürzlich Ministerpräsident Horst Seehofer - auch eine schwarze Nase angemalt. Er war begeistert von den Darbietungen und begrüßte gut gelaunt die vielen Münchner am Marienplatz. Oberbürgermeister Dieter Reiter war mit Ehefrau Petra vor Ort. Ebenfalls anwesend war Stadtrat Alexander Reissl.

Die Schäffler tanzten heuer bereits in der Staatskanzlei

Schäfflertanz 2017 in der Münchner Staatskanzlei, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle
Ministerpräsident Horst Seehofer begrüßte die Schäffler stilecht in der Staatskanzlei

Zum Auftakt ging es am 21.2. in die Staatskanzlei. Weder die Schäffler noch die versammelten Zuschauer, darunter der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, ließen sich vom Regenwetter die Laune verderben. Der Ministerpräsident ließ sich sogar bereitwillig eine "schwarze Nase" verpassen. Auch die Staatsminister Ilse Aigner und Joachim Herrmann verfolgten die Aufführung mit großem Spaß.

Video: Die Schäffler zu Besuch in der Staatskanzlei

Ursprung der Tradition im Jahr 1517

Der Ursprung des heiteren Tanzes geht auf weniger freudige Münchner Zeiten zurück. Als im Jahr 1517 zum wiederholten Male die Pest in der Stadt wütete und zahlreiche Menschen das Leben kostete, beschloss ein Schäffler, dessen Name nicht bekannt ist, dem mentalen Leid der noch lebenden Bewohner ein Ende zu setzen und sie mit einem Tanz zu erheitern. Weitere Schäffler –  der Name stammt vom Handwerksberuf der Fassmacher, dessen Angehörige sich mit Holzfässern beschäftigen – schlossen sich ihm an und schon bald erfreuten sich die Münchner wieder ihres Lebens, anstatt vor der Pest in die Knie zu fallen. Mit der Zeit hielt der Tanz auch im restlichen Bayern Einzug

Warum nur alle sieben Jahre?

Dass der beliebte Tanz nur alle sieben Jahre aufgeführt wird, wird durch eine Vielzahl an Vermutungen erklärt. So heißt es in den Überlieferungen etwa, dass die Pest im siebenjährigen Turnus besonders schwer über die Stadt hereinbrach und man versuchte, durch eben denselben Rhythmus an Aufführungen dem Elend entgegenzuhalten. Doch auch der aus der Mythologie überlieferte Glückscharakter der Zahl sieben wird als Erklärung herangezogen. Weit verlässlicher als die Gründe für den Aufführungsrhythmus sind die Angaben zur Tanzabfolge, deren Anfang wie Ende stets mit dem Bayrischen Defiliermarsch eingeläutet werden. Der Mittelteil besteht aus einer Vielzahl an Figuren, zu denen sich die 33 Schäffler der Gruppe im Kreis drehen und viele kreative Formationen wie Laube, Kreuz, Schlange und Krone präsentieren.

Die Kostümierung bleibt dabei immer die gleiche – die Schäffler-Tänzer treten mit grünen Kappen, roten Jacken, einem Lederschurz und schwarzen Kniebundhosen vor ihr staunendes Publikum. Seit Beginn des Brauchs eigentlich nur „echten“ Fassmachern vorbehalten, dürfen seit einigen Jahren auch Tänzer aus anderen Berufsgruppen teilnehmen. Denn leider nehmen klassischen Handwerksberufe immer ab und so fanden sich im Lauf der Zeit nicht mehr ausreichend Schäffler. Doch keine Bange, die Tradition bleibt gewiss erhalten und wer die Schäffler öfter als alle sieben Jahre bewundern will, hat dazu auch während dem Einzug der Wiesn-Wirte in jedem Jahr die Gelegenheit oder begibt sich zum Glockenspiel auf den Marienplatz. Denn da grüßen die Schäffler täglich vom Turm des neuen Rathauses herab.

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