Foto: Christian POGO Zach

Das Gärtnerplatztheater ist nach fünf Jahren Renovierung wiedereröffnet. Mit Schwung ging es los: Die Premiere der ewig jungen Operette "Die Lustige Witwe" im Oktober 2017 war der perfekte Auftakt für das Gärtnerplatztheater nach dem Umbau.

Bilder: Eindrücke von der Eröffnungsgala im Gärtnerplatztheater

Standing Ovations bei der Eröffnungsgala

Es ist soweit  - Ensemble, Foto: Christian POGO Zach

Im heimischen Wohnzimmer klingt es doch einfach am Besten: Das Gärtnerplatztheater in München hat am Samstagabend mit einer ausverkauften "Es ist soweit"-Gala nach fünf langen Jahren Renovierungszeit den heiß ersehnten Wiedereinzug in sein Stammhaus gefeiert. "Sie können sich gar nicht vorstellen, wie man sich da fühlt", sagte Staatsintendant Josef E. Köpplinger in seiner Begrüßungsrede. Anschließend zeigten das Orchester, das 32-köpfige Solistenensemble, der Chor, der Kinderchor und das Ballett unter der musikalischen Leitung von Anthony Bramall, Michael Brandstätter und Andreas Kowalewitz ein buntes Potpourri aus dem Repertoire. Am Ende der Vorstellung gab es Standing Ovations.

Die Familie des Gärtnerplatztheaters hatte sich diesen Tag lange herbeigesehnt. Auch am Sonntagabend gibt es Vorführungen im Rahmen der Eröffnungsgala. Bis auf eventuell verfügbare Restkarten ist die Veranstaltung ausgebucht.

Die offizielle Spielzeit am Gärtnerplatztheater begann nach der umjubelten Premiere von Franz Lehárs Operette "Die lustige Witwe" am 19.10. Die Musikalische Leitung hatte der neue Chefdirigent Anthony Bramall.

(dpa/muenchen.de)

Das geschah bei der Sanierung von 2012 bis 2017

Rundgang durch das sanierte Gärtnerplatztheater, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Das Staatstheater am Gärtnerplatz war zuletzt in den 1970er-Jahren instandgesetzt worden. Im Mai 2012 begannen die Sanierungsarbeiten. Die Sanitär-, Lüftungs- und Heizanlangen wurden erneuert und die Wärmedämmung verbessert. Mit der Optimierung der elektrischen Anlagen und der Brandschutzvorrichtungen wurde der Sicherheitsaspekt ausgebaut. Aufwändig saniert wurden nicht nur der zum Gärtnerplatz hin gelegene Zuschauerhaus mitsamt des Bühnenturms, sondern auch auf dem rückwärtigen Grundstück zwischen Klenze- und Reichenbachstraße ist viel geschehen. Dort wurde ein älteres Gebäude abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.

Hier befindet sich nun unter anderem die neue Probebühne des Theaters, welche zuvor nach Harlaching ausgelagert war. Verbessert wurde auch die Barrierefreiheit im gesamten Gebäude - nicht zuletzt weil nun alle Ebenen über Aufzüge verfügen. Insgesamt investierte der Freistaat rund 121 Millionen Euro.

Ensemble: Orchester, Chor, Ballett

Das Orchester des Gärtnerplatztheaters., Foto: Christian Zach

Das Orchester des Gärtnerplatztheaters umfasst 77 Musiker und gehört zu den bedeutendsten Ensembles Münchens. Neuer Chefdirigent ab der Spielzeit 2017/18 ist Anthony Bramall.

Das Repertoire des Orchesters deckt von barocker bis zeitgenössischer Musik ein breites Spektrum ab. Mit Oper, Operette, Musical und Ballett beherrscht es sämtlich Genres des Musiktheaters. Der Chor des Gärtnerplatztheaters besteht aktuell aus 44 Sängerinnen und Sängern. Er steht unter der Leitung von Felix Meybier. Der dritte integrale Bestandteil des Ensembles ist die Ballettgruppe. Seine Mitglieder haben sich vor allem dem zeitgenössischen Tanz verschrieben. Seit 2012/2013 ist Karl Alfred Schreiner für das Ballett im Gärtnerplatztheater verantwortlich.

Geschichte: 1945 zerstört, ab 1955 Staatstheater

Das sanierte Gärtnerplatztheater von außen, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Im Jahr 1864 wurde der Grundstein für das Theater gelegt, nachdem die Finanzierung durch eine private Aktiengesellschaft geklärt war. Entworfen hat das Gebäude Franz Michael Reiffenstuel, der einen klassizistischen Baustil wählte. Doch bereits in den Jahren nach der Eröffnung 1865 geriet das "Actien-Volkstheater" in eine finanzielle Schieflage. Die Zwangsversteigerung konnte nur durch das Eingreifen König Ludwigs II. verhindert werden, der das Gärtnerplatztheater zur dritten bayerischen Hofbühne machte.

1937 ging das Theater in den Besitz des Freistaats Bayern über und wurde als „Bayerische Staatsoperette“ wiedereröffnet. Bei einem Bombenangriff wurde es am 21.4.1945 so schwer beschädigt, dass bis 1948 kein Spielbetrieb mehr möglich war. Von 1952 bis 1955 leitete Rudolf Hartmann das Theater, der auch für die Bayerische Staatsoper verantwortlich war. Dies hatte zur Folge, dass im Gärtnerplatztheater verstärkt Opern aufgeführt wurden. 1955 wurde die Spielstätte dann offiziell in „Staatstheater am Gärtnerplatz“ umbenannt. Seit 2012/2013 zeichnet Josef E. Köpplinger als Staatsintendant für den Betrieb verantwortlich.

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7 Bewertungen zu Staatstheater am Gärtnerplatz

5
7 Bewertungen
  • von am

    Since the leading team has changed, the performances are very entertaining. The reception is friendly and the staff and orchestra are excellent. Will surely come again!

  • von am

    Ich besuche das Gärtnerplatztheater immer wieder gerne. Beweist dieses Haus doch, dass auch ohne große Stars sehr gute Aufführungen möglich sind. Die besten Wünsche zum Geburtstag und für die Zukunft allen Mitarbeiterinnen.

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