Das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz wurde 1818 eröffnet. Ein Brand im Jahr 1823 zerstörte das Haus bis auf die Grundmauern, worauf es nach den Plänen von Leo von Klenze wieder aufgebaut und Anfang 1825 wiedereröffnet wurde. Die Bayerische Staatsoper und das Nationaltheater
Portrait der Bayerischen Staatsoper
Foto: Bayerische Staatsoper
Die Bayerische Staatsoper ist ein breit aufgestellter künstlerisch-musikalischer Betrieb - einer der größten weltweit. Der Erfolg bestätigt das Konzept der Oper: In den vergangenen Spielzeiten verbuchte die Bayerische Staatsoper jeweils mehr als eine halbe Million Besucher - bei 350 Vorstellungen. Die Bayerische Staatsoper ist damit nicht nur künstlerisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich.
Foto: Bayerische Staatsoper
Mit der Spielzeit 2008/2009 wurde Nikolaus Bachler (Foto rechts) neuer Intendant der Bayerischen Staatsoper. Der Österreicher leitete seit 1999 das Wiener Burgtheater als Nachfolger von Claus Peymann. Weitere Stationen in der Laufbahn des gelernten Schauspielers waren zuvor u.a. die Intendanz der Wiener Festwochen von 1991-1996 und die Leitung der Wiener Volksoper von 1996-1999.
Kent Nagano hat bereits mit Beginn der Spielzeit 2006/2007 das Amt des Bayerischen Generalmusikdirektors übernommen und wird in der Spielzeit 2012/13 u.a. die Uraufführung von Babylon, einer Oper aus der Feder des Münchner Komponisten Jörg Widmann und des deutschen Philosophen und Librettisten Peter Sloterdijk, dirigieren.
Zu den Neuproduktionen unter Kent Naganos musikalischer Leitung zählten u.a. Eugen Onegin, Idomeneo, Ariadne auf Naxos, Wozzeck, Lohengrin, Trouble in Tahiti, Don Giovanni, Dialogues des Carmélites, Die schweigsame Frau oder Saint François d’Assise. Er dirigierte er an der Bayerischen Staatsoper herausragende Werke und Inszenierungen wie den Parsifal, Tristan und Isolde, Tannhäuser, Elektra und leitet regelmäßig die Akademie- und Sonderkonzerte.
Saison 2012/2013
Das Programm der Spielzeit 2012/2013 beginnt am 23. September 2012. Auf dem Spielplan stehen bis zum 31. Juli 2013 wieder weit über 300 Vorstellungen. Gleich zu Beginn der Saison steht eine Uraufführung auf dem Spielplan: Jörg Widmanns Auftragswerk "Babylon", zu dem der Philosoph Peter Sloterdijk das Libretto schrieb.
Opernpremieren
- Simon Boccanegra (Giuseppe Verdi): Premiere am 03.06.2013
- Il trovatore (Giuseppe Verdi): Premiere am 27.06.2013
- Written on Skin (George Benjamin): Premiere am 23.07.2013
Bayerisches Staatsballett
Foto: Bayerische Staatsoper
Die Spielzeit des Bayerischen Staatsballetts beginnt im September 2012 mit der Wiederaufnahme von La Bayadère, eines der herausragendsten abendfüllenden Ballette der russischen Klassik, in einer Neufassung von Patrice Bart und dem japanischen Bühnen- und Kostümbildner Tomio Mohri.
Auf dem Spielsplan stehen in der Saison 2012/13 drei Ballettpremieren, davon mit "Helden" eine Uraufführung, die der australische Choreograph Terence Kohler zusammen mit der Bühnenkünstlerin rosalie (Kostüm und Bühne) inszeniert.
Ballettpremieren
Forever Young (Russell Maliphant / José Limón / Léonide Massine): Premiere am 17.11.2012
Helden (Terence Kohler): Premiere am 21.04.2013
Exits and Entrances (Merce Cunningham/ Richard Siegal): Premiere am 25.06.2013
Bayerisches Staatsorchester
Konzertfreunde dürfen sich auch in der Spielzeit 2012/13 über ein vielfältiges Programm des Bayerischen Staatsorchester freuen: Im Rahmen ihrer Akademiekonzerte werden unter der Leitung von Generalmusikdirektor Kent Nagano und anderen hochkarätigen Dirigenten wieder Stücke von großen und spannenden Komponisten gespielt. Ein weiteres Highlight folgt gleich zu Beginn der Spielzeit, wenn das Bayerische Staatsorchester im Rahmen des OktoberMusikFests im Max-Planck-Haus, in der Allerheiligen Hofkirche, der Pinakothek oder im Cuvilliés-Theater ausgewählte Kammermusik zum Thema "Chaos - Ordnung" spielt.
Opernfestspiele
Höhepunkt der Saison bilden jeweils die Münchner Opernfestspiele. Vom 27. Juni bis 31. Juli 2013 werden die Highlights der Saison gezeigt.
350 Jahre Operntradition
Foto: Bayerische Staatsoper
Die Bayerische Staatsoper kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der Kurfürst Ferdinand Maria (der auch Schloss Nymphenburg und die Theatinerkirche bauen ließ) errichtete im 17. Jahrhundert im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Operndarstellungen inszeniert wurden. Kurfürst Max III. Joseph ließ 1750 von Francois Cuvilliés das prachtvolle Rokokotheater "teatro nuovo pressa la residenza", das Residenztheater erbauen - auch heute noch als "Cuvilliés-Theater" Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. In seinem Auftrag komponierte Mozart mit 19 Jahren seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera. Sein Gesuch um eine feste Anstellung wurde allerdings vom kurfürstlichen Hof abgelehnt.
1818 erhielt das Opern-Ensemble mit dem neu errichteten Nationaltheater am Max-Joseph-Platz ein neues Zuhause, bis heute das größte Opernhaus Deutschlands.
Die Regierungszeit des kunstbegeisterten bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. (1864-86) ist eng mit dem Namen Richard Wagner verbunden. Schon kurz nach seiner Thronbesteigung holte der neunzehnjährige König den völlig verschuldeten Komponisten, dessen Lohengrin ihn zwei Jahre zuvor bezaubert hatte, nach München. Eine umstrittene und im politischen Bereich tragisch endende Freundschaft zwischen Fürst und Musiker führte eine neue Glanzzeit in der Geschichte der Münchner Oper und des Musikdramas überhaupt herauf. Marksteine dieser Entwicklung sind die Uraufführungen von vier Meisterwerken Richard Wagners: 1865 Tristan und Isolde und drei Jahre später Die Meistersinger von Nürnberg. Es folgten 1869 und 1870 die Uraufführungen von Das Rheingold und Die Walküre. Das Königliche Hof- und Nationaltheater stand im Blickpunkt der europäischen Musikwelt.
Unter dem Generalintendanten Karl von Perfall (1867-93) begannen die Festspiele. Er veranstaltete erstmalig im Jahre 1875 einen Festsommer mit Opern von Mozart und Musikdramen von Wagner. Die Festspielidee drängte mit der Zeit auch nach einem eigenen Festspielhaus - so entstand um die Jahrhundertwende innerhalb einer Jahresfrist das Prinzregententheater, erwachsen aus dem Wunsch der Bürger und gefördert von dem kunstsinnigen Prinzregenten Luitpold. Die Eröffnung am 21. August 1901 mit den Meistersingern war ein wirkliches Fest des Volkes und leitete eine Glanzzeit der Münchner Opern-Festspiele ein.
Die Liste bedeutender Dirigenten an der Spitze des Bayerischen Staatsorchesters, das seine Tradition bis ins Jahr 1523 zurückführen kann, ist Legende: Bruno Walter, Hans Knappertsbusch, Clemens Krauss, Georg Solti, Ferenc Fricsay, Joseph Keilberth, Wolfgang Sawallisch bis hin zu Zubin Mehta in unseren Tagen, dem 2006 Kent Nagano nachgefolgt ist. Carlos Kleiber war keinem Haus so eng verbunden wie der Bayerischen Staatsoper.