Im Jahr 2010 hatten die Münchner laut einem Test das beste Nahverkehrssystem von insgesamt 23 geprüften europäischen Haupt- und Großstädten. Das war das Ergebnis einer Studie der Universität Stuttgart, die im Auftrag des ADAC durchgeführt wurde. Allen Grund zur Freude hatte damals MVG-Chef Herbert König: „Wenn uns ausgerechnet ein Automobilclub bescheinigt, dass wir in München einen hervorragenden Nahverkehr anbieten, freut uns das natürlich besonders“. Dass das Bus- und Bahnangebot des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds als einziges das Prädikat „sehr gut“ erhielt, zeigte laut König, dass es sich hier wirklich lohnt, das Auto öfters stehen zu lassen.
Neben München standen noch vier weitere deutsche Städte auf dem Prüfstand. Auch Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig und Köln schnitten überdurchschnittlich ab und belegten die vorderen Plätze. Die Ergebnisse wurden in den Kategorien Reisezeit, Umsteigen, Information und Tickets/Preise durch Tests vor Ort, Abfragen der Städte selbst und via Internet erhoben. Zu den besonderen Stärken des Münchner Nahverkehrs zählten laut dieser Studie vor allem die vergleichsweise kurzen Reisezeiten, das Fahrkartensortiment mit attraktiven Zeitkartenangeboten für Vielfahrer sowie die umfassende und freundliche Fahrgastinformation. Auch für die generelle Übersichtlichkeit der Haltestellen und die Ausstattung der U-Bahnhöfe mit Rolltreppen und Aufzügen gab es Pluspunkte.
Für den MVG-Chef war das gute Testergebnis nicht ganz überraschend, da es bereits durchgeführte eigene Untersuchungen bestätigte. In punkto Kundenzufriedenheit liegt der Münchner öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) schon seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt.
Der ADAC bemängelte in Städten wie Lissabon oder Madrid beispielsweise das Tarifchaos und fehlende Informationen an den Haltestellen beim Testverlierer Zagreb. Metropolen wie London, aber auch deutsche Testkandidaten, hatten in der Kategorie Ticketpreise ihre Schwachstellen. Während die Londoner für ein Monatsticket im Citybereich 111 Euro ausgeben, zahlen Fahrgäste in Prag oder Warschau jeweils nur etwa 20 Euro.



