Münchner U-Bahn
Foto: SWM/MVG
Es ist die größte Fahrzeugbeschaffung in der Geschichte der Münchner U-Bahn: In ihrem Wiener Werk der stellte Siemens-Division Rail Systems den Stadtwerken München den ersten lackierten Wagenkasten der neuen U-Bahn für die MVG vor. Insgesamt 21 Gliederzüge mit je sechs Teilen werden folgen. Die Kosten dafür: 185 Millionen Euro. Ausgeliefert werden die neuen Züge zwischen 2013 und 2015.
Teilweise handelt es sich bei den schnittigen Neuanschaffungen um Ersatz für ältere Züge, teils sind es zusätzliche U-Bahnen. 14 alte U-Bahnen werden ausgemustert. Grund: Ihr Weiterbetrieb wäre zu kostenintensiv. Sieben Züge werden für den ersten Teil der MVG-Angebotsoffensive 2010-2020 gebraucht. In diesem Rahmen soll die U-Bahn ab 2014 auf Teilabschnitten im Zentrum erstmals im Zwei-Minuten-Takt fahren (bisher maximal 2,5-Minuten-Takt).
Mehr Platz in den neuen Zügen
Foto: SWM/MVG
Der Entwurf der neuen Züge stammt vom international rennommierten Fahrzeugdesigner Alexander Neumeister. Die Bahnen sind nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch ökologischer. So ist der Zug zu mehr als 95 Prozent recycelbar, bis zu 50 Prozent der Bremsenergie wird wieder ins System eingespeist.
Die Fahrgäste können sich über mehr Platz freuen. Ein Zug der C2-Serie wird 940 Menschen befördern, statt bisher 912. Das Grundkonzept für Sitzplätze bleibt unverändert. Nach wie vor werden Fahrgäste vis-a-vis sitzen - die meisten Kunden bevorzugen dies. Dazu kommt das schicke Raumkonzept mit breiten Türen und Beleuchtung in moderner LED-Technik.
SWM und MVG sicherten über die 21 fixen U-Bahnen noch zwei Optionen auf jeweils 23 weitere Züge mit insgesamt 276 Wagen. Diese können bis 2016 beziehungsweise 2020 in feste Bestellungen umgewandelt werden. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich dann auf rund 550 Millionen Euro.
Weitere Highlights der neuen U-Bahnen
- Höhere Kapazität durch größere Stehplatzbereiche an den Übergängen zwischen den Waggons. Dadurch gibt es mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle.
- Die Öffnungs- und Schließung der Türen ist besser erkennbar - mittels farbiger LED-Leuchtbänder in den Türkanten.
- Die Züge haben eine veränderte Frontpartie mit LED-Beleuchtungstechnik.
- Alle Plätze sind gepolstert.
- Weniger Energieverbrauch, geringere Instandhaltungskosten und verbesserte Diagnosemöglichkeiten. Dadurch können Störungen schneller behoben werden.
- Höhere maximale Geschwindigkeit: 90 km/h (bisher fuhren die Zuüge maximal 80 km/h)
- Ausstattung mit Videokameras, Fahrgast-TV und Brandschutzeinrichtungen.
- Die Züge sind für fahrerlosen Betrieb vorgerüstet.
Strecken der sieben Münchner U-Bahn-Linien
- U1 verkehrt zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Mangfallplatz
- U2 verkehrt zwischen Messestadt Ost und Feldmoching
- U3 verkehrt zwischen Fürstenried West und Moosach
- U4 verkehrt zwischen Westendstraße und Arabellapark
- U5 verkehrt zwischen Laimer Platz und Neuperlach Süd
- U6 verkehrt zwischen Klinikum Großhadern und Garching-Forschungszentrum
- U7 verkehrt als Verstärkerlinie zwischen Westfriedhof und Neuperlach Zentrum über Sendlinger Tor und Innsbrucker Ring
Foto: Kerstin Groh
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) befördert auf sechs verschiedenen Linien im Schnitt täglich eine Million Menschen mit der U-Bahn durch das Stadtgebiet – Tendenz steigend.
Mit dem neuen C-Wagen, der durch die gesamte Länge begehbar ist, können mehr als 900 Fahrgäste gleichzeitig in einer U-Bahn fahren. Auch an breite Gänge und Türen für Kinderwagen und Rollstühle wurde gedacht. Die Münchner U-Bist somit ein entscheidender Faktor für die große Mobilität der Menschen in München.
- Allgemeine Infos zu den Münchner U-Bahnen
- Technische Daten zu den Münchner U-Bahn-Typen
- Streckennetz für die Münchner U- und S-Bahn (PDF)