Alle Infos zum Programm der kostenlosen Veranstaltungsreihe

Tierpark Hellabrunn: Vorträge im Artenschutzzentrum

Das Artenschutzzentrum im Tierpark Hellabrunn lädt monatlich zu einer kostenlosen Vortragsreihe ein, die faszinierende Einblicke in die Vielfalt des Lebens und in den Einsatz für bedrohte Tierarten bietet. Expert*innen aus Zoologie, Fotografie und Naturschutz berichten von ihren Erfahrungen, Projekten und Entdeckungen. Die Veranstaltungen finden jeweils im Vortragsraum des Artenschutzzentrums statt und sind kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Biodiversität im Artenschutzzentrum im Tierpark Hellabrunn entdecken
Tierpark Hellabrunn

9.6.2026: „Naturschutz an den Hotspots der Artenvielfalt: Die Arbeit der Umweltschutzorganisation Jocotoco““

Die Naturschutzorganisation Jocotoco bewahrt einige der bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots unseres Planeten: Auf rund 500 km² schützt sie einen außergewöhnlich hohen Anteil der weltweiten Artenvielfalt – darunter z.B. zehn Prozent aller bekannten Vogelarten. Zusätzlich engagiert sich Jocotoco für den Schutz der Meeresgebiete rund um die Galapagosinseln, einem der sensibelsten Ökosysteme der Erde. 

Dank gezielter Schutzmaßnahmen konnten bereits mehrere Arten vor dem Aussterben gerettet werden. Besonders hervorzuheben ist der Erhalt von ca. 80 % der ecuadorianischen Unterart des Braunkopfklammeraffen sowie der Schutz von rund 10.000 weiteren Arten im hochbedrohten Chocó-Regenwald westlich der Anden.

Seit 2015 leitet der Biologe und Umweltschützer Martin Schaefer die ecuadorianische Umweltschutzorganisation. In seinem Vortrag gibt er Einblicke in die vielfältigen Projekte und Strategien von Jocotoco und zeigt, wie moderner Naturschutz global Wirkung entfalten kann.

  • 9.6.2026 · 19:00 Uhr 
    Vortragsraum des Artenschutzzentrums
    Referent: Martin Schaefer, Biologe & Umweltschützer, Leiter der Umweltschutzorganisation Fundación Jocotoco

Teilnahme und Anmeldung

Teilnahme: Der Einlass erfolgt ab 18:30 Uhr über den Sondereingang zum Artenschutzzentrum in der Siebenbrunner Straße (kleines Gittertor auf Höhe des Artenschutzzentrums auf halber Strecke zwischen den Toren 8 und 9). Es wird die Anfahrt mit dem Bus 52 bis zur Endstation „Tierpark (Alemannenstr.)“ empfohlen. Bei Anfahrt mit dem PKW bitte auf dem Parkplatz P2 parken. Der Zugang zum Artenschutzzentrum ist barrierefrei.

Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch wird um eine rechtzeitige Anmeldung unter artenschutz@hellabrunn.de gebeten. 

17.9.2026: „Invasiv, gebietsfremd oder was? Klimaerwärmung und Artenwandel in Bayern"

Was flattert, krabbelt oder schwimmt da Neues durch Bayern? Invasive Arten können einheimische Arten verdrängen, (wirtschaftliche) Schäden verursachen oder sogar unsere Gesundheit gefährden. Zugleich ist nicht jede neu auftauchende Tierart automatisch ein ökologischer Störenfried: Viele sogenannte Neozoen fügen sich eher unauffällig in bestehende Ökosysteme ein, besetzen freie Nischen und bereichern bisweilen sogar den Blick auf unsere heimische Natur.

Fest steht: Die Artenwelt ist in Bewegung. Bereits 319 neue Tierarten konnten sich in Deutschland etablieren, und ihre Zahl nimmt seit Jahren zu. Auch in der Vogelwelt Bayerns zeigt sich der immer deutlicher spürbare Klimawandel: Manche Arten geraten unter Druck, andere breiten sich aus. Gewinner und Verlierer des Wandels leben längst nebeneinander.

Der Vortrag von Manfred Siering, Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V.; Vizepräsident Freunde der Zoologischen Staatssammlung München e.V.; Vorstandsmitglied BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe München, beleuchtet dieses spannende Phänomen zwischen Sorge, Faszination und wissenschaftlicher Einordnung. Er fragt, welche neuen Arten tatsächlich problematisch sind, welche eher unauffällig bleiben und wie der Klimawandel auch unsere „alten Arten" in Bewegung bringt.

  • 17.9.2026 - 19:00 Uhr 
    Vortragsraum des Artenschutzzentrums
    Referent: Manfred Siering, Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V.

8.10.2026 - „Öko-Tatort Kalahari – Auf den Spuren des geheimnisvollen Erdferkels"

Ein Krimi über Forschung, Artenschutz und das vielleicht merkwürdigste Tier Afrikas: Erdferkel gehören zu den ungewöhnlichsten Säugetieren der Welt: nachtaktiv, einzelgängerisch, verborgen lebend und spezialisiert auf Ameisen und Termiten. Weil sie schwer zu beobachten sind, ist über ihre Lebensweise bis heute erstaunlich wenig bekannt.

Im April 2013 reist die junge Forscherin Nora Weyer in die Kalahari, um ein Forschungsprojekt zu wild lebenden Erdferkeln zu übernehmen. Doch vor Ort erwartet sie ein rätselhaftes Bild: Tiere sind verschwunden oder tot aufgefunden worden, die Landschaft ist karg, auch andere Arten scheinen betroffen. Was ist passiert?

In den folgenden fünf Jahren geht Nora Weyer dem Fall mit wissenschaftlicher Detektivarbeit nach: mit Spurensicherung, forensische Analysen, nächtlichen Beobachtungen, Biologgern, Kamerafallen und sogar Satellitendaten der NASA. In ihrem Vortrag nimmt die Zoologin das Publikum mit an den „Tatort Kalahari", lüftet ein faszinierendes Öko-Rätsel und zeigt, was Erdferkel-Forschung mit Artenschutz zu tun hat.

  • 8.10.2026 - 19:00 Uhr 
    Vortragsraum des Artenschutzzentrums
    Referentin: Dr. Nora M. Weyer, Artenschutz-Koordinatorin, Alpenzoo Innsbruck-Tirol 

 

17.11.2026: „Das Gold der Anden: Wie das Vikunja den Extremen trotzt und Zoos es vor dem Aussterben bewahren"

Sie besitzen das feinste und teuerste Vlies der Tierwelt, galten den Inkas als heilig und trotzen der extremen Dünnluft der Anden auf über 4.000 Metern Höhe: die Vikunjas. Doch die grazilen Wildkamele Südamerikas waren einst fast vollständig ausgerottet. Wie steht es heute um ihren Schutz – und welche Rolle spielen europäische Zoos bei ihrem Überleben?

Lena Bockreiß ist zoologische Kuratorin in Hellabrunn und führt das Internationale (ISB) und das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Vikunjas. Sie möchte euch für diese faszinierende Tierart begeistern und schaut mit euch hinter die Kulissen in die Arbeit eines wissenschaftlich geführten Zoos. Lena Bockreiß erklärt, wie moderne Zoos in hochspezialisierten Zuchtprogrammen Hand in Hand arbeiten, um wertvolle Genpools zu erhalten, das Überleben der Art zu sichern und erfolgreichen Artenschutz in der Natur zu betreiben.

  • 17.11.2026 - 19:00 Uhr 
    Vortragsraum des Artenschutzzentrums
    Referentin: Lena Bockreiß, ISB- & EEP-Koordinatorin für Vikunjas und zoologische Kuratorin in Hellabrunn

8.12.2026: „Bayerns wilde Moore"

Moore zählen zu den faszinierendsten und zugleich stark unterschätzten Lebensräumen Europas. Wasser, Moose und viel Zeit – diese drei Komponenten ermöglichen durch ihr fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel die Entstehung des vielfältigen Ökosystems. Moore speichern große Mengen Kohlenstoff, puffern Hochwasser, sichern die Wasserversorgung und bieten einer Vielzahl hochspezialisierter Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Doch diese uralten Landschaften sind stark bedroht – in Bayern sind nur noch wenige Prozent der ursprünglichen Moorflächen intakt.

Zwei der Autoren, Niklas Banowski, Biologe und Fotograf, und Christopher Meyer, Landschaftsökologe und Fotograf, nehmen euch mit auf eine eindrucksvolle Reise durch das Moorland Bayern: von den artenreichen Niedermooren bis zu den geheimnisvollen Hochmooren. Im Fokus stehen aber vor allem die vielen Menschen, die unsere Streuwiesen bewirtschaften, Wiesenbrüter schützen und Moore renaturieren.

  • 8.12.2026 - 19:00 Uhr 
    Vortragsraum des Artenschutzzentrums
    Multivisionshow und Buchvorstellung mit Niklas Banowski & Christopher Meyer (Autoren und Fotografen)

Mehr zum Tierpark Hellabrunn

Dates

  • Thu , 17. September 2026

    19:00

    Tierpark Hellabrunn

  • Thu , 08. October 2026

    19:00

    Tierpark Hellabrunn

  • Tue , 17. November 2026

    19:00

    Tierpark Hellabrunn

  • Tue , 08. December 2026

    19:00

    Tierpark Hellabrunn