Die Schäffler tanzen wieder 2033 auf Münchner Plätzen

Der historische Schäfflertanz in München: Bilder, Videos

Nur alle sieben Jahre zeigen die Schäffler ihren historischen Tanz. Das nächste Mal tanzen sie im Jahr 2033! Vom 6. Januar bis 17. Februar 2026 war der Schäfflertanz auf öffentlichen Plätzen in München zu sehen: Was es mit der über 500 Jahre alten Tradition auf sich hat sowie Bilder und Videos - u.a. vom letzten Tanz in der Fußgängerzone.

Datum und Veranstaltungsort

Neuhauser Straße Fußgängerzone

Schäffler 2026
Gunnar Jans

Traditioneller Abschluss - der letzte Tanz

"Der Reifen hat gekracht, der letzte Tanz ist vollbracht" - mit diesen Worten endete am 17. Februar 2026 traditionell die Saison der Schäffler vor St. Michael in der Neuhauserstraße. Dabei wurde u.a. der symbolische Fass-Reifen zerbrochen, der bei jedem Schäfflertanz geschwungen wird. 

Schäfflertanz – Die Tradition im Überblick

  • Den Schäfflertanz gibt es seit über 500 Jahren. Ursprünglich diente der Tanz als Aufheiterung in Zeiten der Pest.
  • Heutzutage findet die Tanztradition alle 7 Jahre statt. Nach der Saison 2026 ist 2033 der nächste reguläre Termin.
  • In München organisiert der Fachverein der Schäffler den Tanz.
  • Bei ihren Auftritten tragen die Schäffler rot-grüne Kostüme.
  • Getanzt wird eine Abfolge von bestimmten Figuren und Formationen.
  • Der letzte Tanz der Saison findet vor der Herberge der Münchner Schäffler statt – mit traditionellem Reifenbrechen und „Kasperlderschießen".

Seit über 500 Jahren: Wissenswertes zum Schäfflertanz

Schäfflertanz 2017 in der Münchner Staatskanzlei
Mde / Dan Vauelle

Wie viele Auftritte hatten die Schäffler 2026?

  • Vom 6. Januar (Heilig-Drei-König) bis zum Faschingsdienstag am 17. Februar 2026 zogen die Münchner Schäffler per Reisebus durch die Stadt und zeigten ihren traditionellen Tanz – auf Straßen und Plätzen, in Schulen, bei Firmen, Jubiläen und auf Faschingsbällen - über 450 Auftritte!  Während der erste Tanz einst dem Landesfürsten vorbehalten war, eröffnet heutzutage eigentlich der Oberbürgermeister die Schäffler-Saison - der war allerdings heuer verhindert. 

Was ist eigentlich ein Schäffler?

  • Der Name stammt vom Handwerksberuf der Fassmacher, dessen Angehörige sich mit Holzfässern beschäftigen.

Wie läuft der Tanz ab?

  • Die Tanzabfolge wird am Anfang wie Ende stets mit dem Bayrischen Defiliermarsch eingeläutet. Der Mittelteil besteht aus einer Vielzahl an Figuren, zu denen sich die Schäffler der Gruppe im Kreis drehen und kreative Formationen wie Laube, Kreuz, Schlange und Krone präsentieren. Chargen und Kasperl unterhalten die Gäste mit Einlagen. Ein Auftritt dauert etwa 25-30 Minuten mit 25 Schäfflern und Live-Blasmusik von 10 Musikanten. 

Welche Kostüme tragen die Schäffler?

  • Die Tänzer tragen rote Jacke, grüne Schlegelkappe, weißen Westenlook und den typischen Lederschurz, dazu Pestschleife, Pestband und eine Schärpe mit Wappen. Chargen (Vortänzer, Reifenschwinger, Fähnrich) erkennt man an der zusätzlichen Silberborte sowie an ihren Zeptern in Stadt- oder Landesfarben. Die Kasperl treten im traditionellen Rautenkostüm auf und tragen die kleine „Gretl mit der Buttn“ am Gürtel – mit der schwarzen Schminke darunter schwärzen sie den Zuschauern die Nasen als Erinnerung an die Pest und als Glücksbringer.

Wer darf bei den Schäfflern mitmachen?

  • Seit Beginn des Brauchs eigentlich nur „echten“ Fassmachern vorbehalten, dürfen seit einigen Jahren auch Tänzer aus anderen Berufsgruppen teilnehmen. Denn die klassischen Handwerksberufe nehmen immer mehr ab und so fanden sich im Lauf der Zeit nicht mehr ausreichend Schäffler. In München organisiert der Fachverein der Schäffler seit 1871 den Tanz.
Leuchtende Schäfflerfiguren in der Altstadt
Michael Hofmann

Woher kommt der Schäfflertanz? 

  • Der Ursprung des heiteren Tanzes geht angeblich auf das Jahr 1517 zurück. Als zum wiederholten Male die Pest in der Stadt wütete, beschloss ein Schäffler, dessen Name nicht bekannt ist, dem Leid der noch lebenden Bewohner ein Ende zu setzen und sie mit einem Tanz zu erheitern. Weitere Schäffler schlossen sich ihm an und schon bald erfreuten sich die Münchner wieder ihres Lebens, anstatt vor der Pest in die Knie zu fallen. Mit der Zeit hielt der Tanz auch im restlichen Bayern Einzug.
  • Den ersten wirklichen Beleg für den Schäfflertanz gibt es allerdings erst für das Jahr 1702. Dennoch feierten die Schäffler 2017 zum 500. Jubiläum ihren Tanz mit mehreren Auftritten in München.

Warum gibts den Schäfflertanz nur alle sieben Jahre? 

  • Dass der beliebte Tanz nur alle sieben Jahre aufgeführt wird, wird durch eine Vielzahl an Vermutungen erklärt. Neben einer angeblichen Wiederkehr der Pest alle sieben Jahre, der Glückszahl "7" und einer Anordnung von Herzog Wilhelm IV gehören auch ein Zeitplan der Zünfte für ihre Bräuche zu den möglichen Gründen für den Turnus.

Wo kann man die Schäffler noch sehen? 

  • Die Schäffler zeigen sich öffentlich nicht nur bei ihrem eigenen Tanz, tatsächlich sind sie jedes Jahr mehrmals unterwegs: Sie laufen regelmäßig beim Münchner Trachten- und Schützenzug am ersten Oktoberfestsonntag mit, beim irischen St. Patrick's Day, dem Faschingsumzug der Damischen Ritter und beteiligen sich an weiteren Münchner Traditionen.
  • Im Turm des Neuen Rathauses erklingt täglich das berühmte Glockenspiel mit 43 Glocken, das um 11 und 12 Uhr – von Mai bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr – Touristen wie Einheimische anzieht. Zu den Figuren gehören auch Schäfflertänzer, die sich um ihre buchsumbundenen Bögen drehen, während der „Kasperl“ auf dem Fass dirigiert.
Schäfflergruppe beim Trachten- und Schützenzug
Michael Hofmann

Tanz der Schäffler - die Corona-Sonderedition 2022

Eigentlich wären die Schäffler mit ihrem Tanzreigen erst 2026 wieder an der Reihe gewesen, doch für die Corona-Pandemie, die wie einst die Pest das öffentliche Leben lahmlegte, machten sie eine Ausnahme. Die Original Münchner Schäfflertanzgruppe gab vom 5. bis 8. Mai 2022 in einer „Sonderedition" über 20 öffentliche Aufführungen für Münchner*innen. Mit ihrem Tanz außer der Reihe wollten die Schäffler ein positives Zeichen für das Leben setzen, das (vorsichtig) wieder begonnen hatte. 

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