Unterwegs auf der Ludwig- und Leopoldstraße

Ludwigstrasse mit Blick zum Odeonsplatz, LMU, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Shoppen, studieren und ausgehen auf einer Münchner Prachtmeile

Ob Uni, Stabi oder Demos, ob Fußballfeiern, Kaffeetrinken oder einkaufen: Die schnurgerade Verbindung zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit war schon immer eine wichtige Münchner Lebensader.

Geschichte: Wie die Ludwigstraße entstand

Ludwigstrasse: Bayerische Staatsbibliothek, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Vor gut 200 Jahren war die heutige Maxvorstadt lediglich die nördliche Stadterweiterung. Für sie gab es einen städtebaulichen Wettbewerb, in dem die vorhandene Straße nach Freising ausgebaut werden sollte. Es dauerte alles ein bisschen, aber 1816 wurde schließlich Leo von Klenze von Ludwig I., damals noch Kronprinz, mit der Leitung der Planung beauftragt. 1827 löste Friedrich von Gärtner ihn ab. Die Ludwigstraße sollte die Säulen des Königreichs repräsentieren: Wissenschaft, Kunst, römisch-katholisches Christentum sowie die Königliche Regierung.

Prachtbauten: Die Architektur der Ludwigstraße

Älteres Bild Ludwigstrasse mit Reitern auf Pferden, Rundbogenstil, Foto: gemeinfrei
Foto: gemeinfrei

Ludwig I. war ein König mit einem eigenen Baustil: dem Rundbogenstil. Er wurde auf der Ludwigstraße vollständig eingesetzt. Im Südteil, von Leo von Klenze entworfen, kann man Züge der Neurenaissance erkennen, im von Friedrich von Gärtner gestalteten Nordteil sieht man eher eine Neigung zur Neuromantik. Im Nationalsozialismus wurden übrigens einige Veränderungen vorgenommen: So ließ Hitler zum Beispiel Leo von Klenzes schönsten Prachtbau, das Herzog-Max-Palais, abreißen – wo 1837 Sissi, die spätere Kaiserin von Österreich, zur Welt kam. An seiner Stelle wurde ab 1938 mit dem Neubau der Reichsbank begonnen. Der aber erst 1950 fertig gestellt wurde. Heute befindet sich darin die Münchner Hauptverwaltung der Bundesbank.

Historie: Die Anfänge der Leopoldstraße

Blick auf die Leopoldstrasse, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Sie hieß früher im Südteil einfach „Schwabinger Weg“ – und im Nordteil „Schwabinger Landstraße“. Mit der Eingemeindung Schwabings im Jahr 1891 wurde sie nach Prinz Leopold von Bayern in Leopoldstraße umgetauft. Im südlichen Abschnitt, also in der Nähe des Siegestors, gibt es einige Prachtbauten zu bewundern, zum Beispiel die Villa der Lola Montez (das erste Haus auf der linken Seite) oder einen Palast von Martin Dülfer.

Sightseeing: Kunst-Highlights auf der Leo

Bäume der Leopoldstrasse mit walking man, Haus von Martin Dülfer, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Wer kennt ihn nicht, den „Walking Man“, 17 Meter hoch und 16 Tonnen schwer? Er wurde 1995 von Jonathan Borofsky im Rahmen der Kunstförderung der Münchner Rückversicherungsgesellschaft entworfen und ist seitdem ein beliebtes Fotomotiv, nicht nur für Touristen. Auf gewisse Weise passt die Tram- und Bushaltestelle an der Münchner Freiheit weiter nördlich zu ihm: 2010 wurde diese futuristische Konstruktion eingeweiht. Sie erinnert an eine Tropfsteinhöhle und ist in grün und weiß gehalten. Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, befindet sich das Haus Nr. 77, ebenfalls von Martin Dülfer entworfen, mit einer wunderschönen Jugendstilfassade. Hier wurde 1922 die bayerische Volkssängerin Bally Prell geboren – „Miss Schneizlreuth“ – und lebte dort bis zu ihrem frühen Tod 1982. Ein Brunnen vor dem Haus erinnert an sie.

Einkaufen: Shopping unter Pappeln

Flying Tiger Copenhagen, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Auf der Leopoldstraße kann man natürlich auch entspannt shoppen, vor allem unter der Woche. An der Münchner Freiheit gibt’s den großen Karstadt, früher das Hertie-Hochhaus. Weiter südlich findet man Kleidung und Schuhe, beispielsweise bei More & More, Hallhuber, Zara, Esprit, Tamaris, Intimissimi und Calzedonia. Es gibt ein Käfer-Outlet für Feinschmecker und eine der traditionsreichsten Buchhandlungen, Lehmkuhl (Leopoldstr. 45). Im Kontrast dazu findet man auch neue Geschäfte wie etwa „Flying Tiger“ aus Kopenhagen, wo man lauter schöne und lustige Dinge bekommt, die man nicht braucht, die aber Spaß machen. Und dann sind da noch leicht versteckte Schätze wie „Kunst und Spiel“ auf Höhe der Giselastraße (Leopoldstr. 48), ein Spielwarengeschäft mit wunderschönem Holzspielzeug für Kinder – und Erwachsene.

Ausgehen: Wo die Münchner feiern

Blick zur Ludwigstrasse mit Siegestor, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Der südliche Teil der Leopoldstraße ist bekannt für seine vielen Steakhäuser, Cafés und Wirtshäuser – und, etwas weiter nördlich, für die vielen Kneipen, Bars und Clubs. Sowohl direkt auf dem Boulevard als auch in den Seitenstraßen, und da vor allem rund um die Münchner Freiheit. Mindestens zweimal im Jahr gehört die breite Straße übrigens den Fußgängern: beim Streetlife Festival mit vielen Konzerten, Aktionen und kulinarischen und sportlichen Attraktionen zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit. Das nächste Mal am 8. und 9. September 2018! Auch für den München Marathon im Herbst wird ein Stück für die Läufer gesperrt. Und dann gibt’s natürlich noch die inoffiziellen Feiern zu Fußballereignissen, bei denen man mit dem Auto kaum durchkommt, außer, man ist Teil des ausgelassen feiernden Autocorsos…

 


Text: Anette Göttlicher
Fotos: Anette Göttlicher, gemeinfrei

Juli 2018

 

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