Laim

Der Laimer Anger ist der Mittelpunkt Laims Galerie

Laim hat viele Gesichter: Die großen Gebäude an der Landsberger Straße, die idyllischen Einfamilienhäuser in der Villenkolonie Schlosspark Laim oder der dörfliche Charakter rund um den Laimer Anger mit der St. Ulrich Kirche – in Laim lässt es sich gut leben. Früher war der Stadtteil vor allem als „Eisenbahnerviertel“ bekannt, nach der Schließung des Rangierbahnhofs ist Laim heute überwiegend ein Wohngebiet.

Laimer Anger: Das Veranstaltungszentrum

Maibaum auf dem Laimer Anger, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Das Zentrum Laims ist der Laimer Anger. Obwohl man hier nicht zwangsläufig von einem historischen Ortskern sprechen kann, denn den Platz mit Wiese und Sitzbänken gibt es in seiner heutigen Form erst seit dem Jahr 2000. Mittlerweile ist er dennoch der wichtigste Ort für kulturelle und gesellige Veranstaltungen in Laim. Der Adventsmarkt, das Maibaumfest oder das Faschingstreiben, um nur einige zu nennen, finden hier statt. Zudem steht am Laimer Anger das beliebte Interim, in dem Theateraufführungen, Ausstellungen und Konzerte veranstaltet werden. Der Laimer Anger eignet sich aber auch, wenn man bei schönem Wetter einfach mal ein paar Stunden im Freien verbringen will.

Landsberger Straße: Reges Treiben

Der Laimer Würfel vor dem S-Bahnhof Laim, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Ein ganz anderes Gesicht hat hingegen die Landsberger Straße, mit über 6,5 Kilometern eine der längsten Straßen Münchens. Zahlreiche Hochhäuser, in denen sich größtenteils Büroräume finden, prägen hier das Bild. Besonders signifikant ist etwa der von Heinz Musil entworfene Central Tower mit 23 Stockwerken an der Donnerbergerbrücke. Beinahe schon ein Wahrzeichen Laims ist das würfelförmige Gebäude an der Landsberger Straße Ecke Wotanstraße, in dem eine Bank ihren Sitz hat. Augustiner Bräu, vielleicht der beliebteste Bierhersteller der bayerischen Landeshauptstadt, hat in dieser Straße seinen Hauptsitz, auch wenn die Gebäude bereits zur Schwanthalerhöhe gehören.

Wohnen mit idyllischem Charakter

Front einer Kleinhausanlage in Laim, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

So turbulent Landsberger oder auch Fürstenrieder Straße sein mögen, wenn man sich in die Villenkolonie Schlosspark Laim begibt, kommt man sich fast wie in einer anderen Welt vor. Wobei der Name „Villenkolonie“ etwas missverständlich ist, denn die Häuser haben nicht viel gemeinsam mit den Bauten, die man etwa aus Grünwald kennt. Vielmehr stehen hier nette, oftmals kleine Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhäuser mit schmucken Gärten, die sich vor allem bei Familien mit Kindern großer Beliebtheit erfreuen. Der Name Villenkolonie sollte bei der Errichtung der Siedlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts eher auf den Gartenstadt-Charakter verweisen, den man noch immer sehr gut erkennen kann.

Kleingartenanlage in Laim, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Ebenso idyllisch ist die Bauhandwerker-Siedlung in der Gunzenlehstraße, die mit ihren aneinandergereihten, bunten Häusern einen ganz besonderen Charme besitzt. Auch in der Vohburger Straße oder der Von-der-Pfordten-Straße gibt es viele schöne Häuser, die erklären, warum sich Laim als Wohnort so großer Beliebtheit erfreut. Das liegt sicherlich einerseits an den großzügigen Kleingartenanlagen und andererseits den schnell zu erreichenden Grünoasen. Denn Laim ist schließlich eingerahmt vom Nymphenburger Schlosspark, dem Hirschgarten und dem Westpark – drei der schönsten Parks in der bayerischen Landeshauptstadt.

Shopping, Essen und Übernachten

Laim: Das "Eisenbahnerviertel"

Man kann die Geschichte Laims nicht erzählen, ohne auf die Eisenbahn einzugehen. Laim war – wie die meisten heutigen Stadtteile Münchens – ein Dorf, bis man Ende des 19. Jahrhunderts hier den damals größten Rangierbahnhof Europas errichtete. Mit den Zügen kamen die Arbeitsplätze und damit die Menschen. Zwar wurde der Rangierbahnhof Mitte der 1990er Jahre stillgelegt, doch die Spuren der „Eisenbahner“ lassen sich noch überall im Stadtteil finden. Wenn man beispielsweise die Camerloherstraße entlangläuft, wird man an so manchem Wohnhaus ein Zugrelief entdecken – ein Zeichen dafür, dass hier früher die Mitarbeiter der Bahn wohnten.

Laimer Sehenswürdigkeiten

St.Ulrich in München Laim, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Sehenswert ist das Laimer Schlössl, das dem bedeutenden Münchner Architekten Theodor Fischer früher als Wohnhaus diente. Es ist nicht zugänglich, aber ein Besuch lohnt sich dennoch, schließlich besagt die Legende, dass die berühmte Herzogsgeliebte Agnes Bernauer hier gelebt hat – obwohl die Wissenschaft das anzweifelt. Am Laimer Anger steht die Kirche St. Ulrich, die bereits 1315 erstmals urkundlich erwähnt wird. Ihr Turm ist wohl in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet worden. Ein ebenfalls interessanter Sakralbau ist die Paul-Gerhardt-Kirche in der Valpichlerstraße, deren Sichtziegelmauerwerk beinahe wie eine Burg aussieht.

Fachwerkvilla direkt am Laimer Anger., Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Ebenfalls sehr bekannt und in direkter Nähe zum Laimer Schlössl steht die Villa Ballauf. Der barockisierende Bau wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und befand sich damals noch auf freiem Feld. Einen imposanten Eindruck macht das Schulgebäude in der Fürstenrieder Straße 1. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte es sogar kurzzeitig die größte Schule Bayerns dar. Ein schöner Brunnen befindet sich in der Reindlstraße. Die Figurengruppe zeigt Mutter und Kinder und wurde von Emil Epple gestaltet.

Westbad: Spaß für Jung und Alt

Westbad, Foto: Robert Goetzfried
Foto: Robert Goetzfried

Gut zu erreichen von Laim ist das Westbad im benachbarten Pasing. Das Westbad ist sowohl Frei- als auch Hallenbad. Es verbindet unter seiner großen Glaskuppel sportlichen Anspruch mit Badespaß für die ganze Familie und verwöhnt seine Gäste in der offenen Saunalandschaft mit verschiedenen Aufgüssen, Dampfbad und Sanarium. Ein Highlight sind die beiden großen Whirlpools, in denen sich herrlich entspannen lässt.
Mehr Informationen zum Westbad

Laim kurios

Man lehnt sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass er der berühmteste Bewohner, der jemals in Laim gelebt hat, ist. Jedenfalls wohnte er damals in der Fürstenrieder Straße und war gerade dabei, sich als Radiomoderator einen Namen zu machen. Später sollte er in seiner Fernsehshow die meisten Fragen mit den gleichen beiden Wörtern einleiten. Die Fernsehshow hieß natürlich „Wetten, dass…?“ und der frühere Laimer ist selbstverständlich Thomas Gottschalk…

Historisches: Vom Lehmboden zur Schiene

"Loco Leima" - "im Ort Leim" hieß der Münchner Stadtteil Laim ursprünglich. Der Name "Laim" bedeutet Lehm, Lehmboden. Zum ersten Mal wurde das Dorf zwischen 1047 und 1053 urkundlich erwähnt. Jahrhunderte hindurch war es eine ländliche Ortschaft, von der Landwirtschaft und reichen Waldbeständen geprägt.

Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich Laim vom Dorf zum Großstadtviertel, bedingt durch den bereits erwähnten Bau des Rangierbahnhofs. Viele Bauern aus dem Dorf wurden reich, und viele Eisenbahner erhielten einen Arbeitsplatz. Die dörfliche Gemeinde Laim erlebte einen Strukturwandel. Zwischen 1890 und 1895 hat sich die Laimer Bevölkerung verdreifacht, bis Ende 1900 verneunfacht.

Diese Entwicklungen führten schließlich dazu, dass das Dorf zum 1. Januar 1900 eingemeindet wurde und seitdem ein Stadtteil Münchens ist. Die Straßenbahnverbindung vom Stachus nach Laim und Pasing im Jahre 1908 war schließlich eine weitere Voraussetzung dafür, dass sich Laim städtisch entwickeln konnte. 

Insidertipps für Laim

  • Im Interim am Laimer Anger 2 finden des Öfteren kostenlose Veranstaltungen wie zum Beispiel Jazz-Jamsessions, bei denen Gastmusiker einfach mal spontan mit auf die Bühne kommen können, statt.
  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, begibt sich auf den KulturGeschichtsPfad.
  • Münchner Momente: Laim im muenchen.de Blog

Abgrenzung Laim

Der Stadtteil Laim liegt zwischen der Schwanthalerhöhe im Osten sowie Pasing im Westen und erstreckt sich in seiner Nord-Süd-Ausdehnung von den Bahnanlagen Hauptbahnhof-Pasing bis zur Autobahn A 96 München-Lindau. Im Norden liegen somit die Stadtteile Neuhausen und Nymphenburg, im Süden grenzt Laim an Sendling-Westpark und an Hadern. Neben dem S-Bahnhof Laim ist der Stadtteil durch drei U-Bahnhaltepunkte und die Trambahnlinie 19 an das öffentliche Nahverkehrsnetz und das übrige Stadtgebiet angebunden.

Laim in Zahlen

Laim ist Münchens Stadtbezirk 25.

- Einwohner des Stadtbezirks: 56.335
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 107
- Fläche in Hektar: 528,59
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

Das könnte Sie auch interessieren

X
Event-Highlights und Freizeit-Tipps

muenchen.de als Newsletter!

Mit aktuellen Event-Highlights und Freizeit-Tipps:
Die Einwilligung zum Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen
Top