Münchner Amoklauf am OEZ vom 22.7.2016 - Gedenken an die Opfer

Lichtermeer vor dem OEZ: Gedenken an die Opfer des Amoklaufs, Foto: picture alliance / Sven Simon
Foto: picture alliance / Sven Simon Im Anschluss an die Tat: ein Meer aus Kerzen und Blumen vor dem OEZ

Ein Jahr danach: Gedenkfeier für Opfer des Amoklaufs am OEZ

Gedenkfeier für Opfer des Amoklaufs am OEZ , Foto: LHM / Michael Nagy
Foto: LHM / Michael Nagy

Am 22.7.2017 jährte sich der Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Mit einer Gedenkfeier im Beisein von Angehörigen und Rettungskräften von damals wurde ein Denkmal für die Opfer am neu geschaffenen Erinnerungsort vor dem OEZ eingeweiht.

Ein Jahr danach: Die Gedenkfeier für Opfer des Amoklaufs am OEZ

Amoklauf am OEZ

Beim Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum am 22.7.2016 wurden zehn Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Die Untersuchungen zur Tat wurden im Frühjahr abgeschlossen, seit März 2017 liegt der Abschlussbericht der Ermittler vor.

Bilder: die Geschehnisse nach der Tat

Übersicht zur Schießerei

Wann und wo? Am Freitag, 22.7.2016, ab ca. 17:50 Uhr vor einem McDonald's in der Hanauer Straße beim OEZ in Moosach. Entwarnung konnte erst gegen 2 Uhr in der Nacht gegeben werden.

Opfer: Zehn Tote (Attentäter plus neun Opfer, davon sechs Jugendliche, drei Erwachsene). und über 30 Verletzte

Täter: Ein 18 Jahre alter Deutsch-Iraner aus München, der anschließend Selbstmord begangen hat

Waffe: Eine Glock 17, die sich der Täter offenbar über das sogenannte Darknet besorgt hat

Zahl der Einsatzkräfte der Polizei: bis zu 2.300 am 22.7., am 23.7. noch rund 800 Polizisten und Ermittler

Eingegangene Notrufe: 4.310 allein am 22.7.

Frühere Entwicklungen im Überblick

Der abgesperrte Tatort, Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Nach der Amoktat am OEZ war der Tatort rund um das Restaurant zunächst abgesperrt.

Gut elf Wochen nach der Amoktat am Olympia-Einkaufszentrum wurde am 9.10.2016 die dortige McDonald's-Filiale wieder geöffnet. In dem Schnellrestaurant hatte der 18-jährige Täter am 22.7. fünf Jugendliche erschossen. Insgesamt tötete der Amokschütze neun Menschen und nahm sich später selbst das Leben. Das Restaurant blieb nach der Tat zunächst geschlossen und wurde komplett umgebaut, wie ein Unternehmenssprecher am Sonntag sagte. Unter anderem wurde die Eingangstür zu dem Restaurant verlegt. Das Handyvideo eines Zeugen des Amoklaufes zeigte, wie der Schütze aus der Tür trat und auch auf Passanten schoss.

Das Personal in der Filiale bestand sowohl aus Mitarbeitern, die vor dem Amoklauf schon dort gearbeitet haben wie auch aus neuen Mitarbeitern, sagte der Sprecher. «Die psychologische Betreuung, die wir für unsere Mitarbeiter sofort nach dem Vorfall organisiert haben, ist im Übrigen zeitlich unbegrenzt und leistet individuell psychologische Unterstützung, solange Bedarf besteht.»

(muenchen.de/dpa)

Einschusslöcher und Projektile im Keller

Untersuchungen des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) hatten ergeben, dass der Täter des Amoklaufs am Olympiaeinkaufszentrum mit der späteren Tatwaffe bereits Schießübungen im Keller des Hausanwesens gemacht hatte. Zu diesem Zweck habe er 100 Patronen erworben. Einschusslöcher sowie gesicherte Projektile konnten dies bestätigen. Tests zufolge konnten diese Schüsse in den umgebenden Wohnungen darüber nicht wahrgenommen werden. Weiterhin fanden Ermittler heraus, dass der Täter seine Opfer nach ihrer Ähnlichkeit zu den Personen ausgewählt hatte, von denen er sich gemobbt fühlte.

Zugriff erfolgte bei einem Scheingeschäft

Die Ermittler hatten dem mutmaßlichen Waffenhändler, der Ware im Darknet angeboten hatte, Mitte August eine Falle gestellt. Bei der Anbahnung des Geschäfts habe der Mann gesagt, dem Amokschützen bei einem Treffen im Mai in Marburg die verwendete Pistole und vier Tage vor dem Amoklauf die Munition verkauft zu haben. Bei der Festnahme wurde die vereinbarte Maschinenpistole, eine Pistole und Munition von insgesamt 8.000 Euro sichergestellt. Diese Angaben würden durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts gestützt. Der gefasste 31-jährige wurde am 17.8. dem Haftrichter vorgeführt.

Durch Ermittlungen gegen einen 62 Jahre alten Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und gegen einen 17-jährigen Schüler aus Hessen sind die Strafverfolger auf die Spur des Beschuldigten gekommen. Beide sollen über das Darknet Schusswaffen und Munition bei dem Mann gekauft haben.

(dpa / muenchen.de)

Amokschütze wollte offenbar keine weiteren Menschen töten

Der Amokschütze von München hätte nach den tödlichen Schüssen am Olympia-Einkaufszentrum weitere Menschen umbringen können. "Aber offensichtlich wollte er niemanden mehr töten", sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts. Den Ermittlungen zufolge war der 18-Jährige am Tatabend unter anderem in ein Wohnhaus gegangen und hatte mehrere Anwohner getroffen. "Es hätte mehr Opfer geben können", sagte der Sprecher. Doch der Schütze habe seine Waffe zu dem Zeitpunkt nicht mehr in der Hand gehabt.

(dpa / muenchen.de)

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