Denkmal für die Opfer des Olympia-Attentats offiziell eröffnet

Erinnerungsort für die Opfer des Olympia-Attentats im Olympiapark, Foto: Felix Hörhager / dpa
Foto: Felix Hörhager / dpa

Würdevolle Zeremonie bei der Eröffnung

(6.9.2017) Ein Einschnitt in den Olympiapark, der einen Einschnitt in Münchens Geschichte symbolisieren soll: Heute wurde ein Erinnerungsort für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste verfolgten die Zeremonie im Olympiapark, etwa Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Zwölf Tafeln mit Lebensläufen der Opfer

Gedenkstätte für die Opfer des Olympia-Attentats , Foto: Bayerische Staatskanzlei
Foto: Bayerische Staatskanzlei Die Lebensläufe der Opfer

Das Attentat auf die Olympischen Spiele 1972 war ein Einschnitt in der Münchner Stadtgeschichte und auf diese Art wurde auch das Denkmal gestaltet. Es wurde etwas aus dem Olympiapark herausgenommen, anstatt etwas hinzugefügt. Zwölf Stellen zeigen die zwölf Lebensläufe der Opfer - elf israelische Sportler und ein Polizist.

„Gerade auch für München ist die heutige Eröffnung dieses Erinnerungsortes deshalb ein besonders wichtiges und besonders bedeutsames Ereignis“, betonte Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Festakt in der BMW Welt. „Die Stadt München hat sich daher an der Errichtung dieses Erinnerungsortes beteiligt, um dem Olympia-Attentat dauerhaft und noch deutlicher, als das bisher geschah, zu gedenken und ihm einen sichtbaren Platz in der Münchner Erinnerungslandschaft zu geben.“

Zuvor wurde die Erinnerungsstätte symbolisch übergeben. Die Staatsgäste und Angehörigen hatten dabei die Möglichkeit zum persönlichen Gedenken. Neben den Lebensläufen ist in der Gedenkstätte auch ein ca. 30-minütiger Film zu sehen, der die schrecklichen Ereignisse während der Spiele 1972 dokumentiert. Ilana Romano bedankte sich in einer bewegenden Ansprache im Namen der Hinterbliebenen für den Erinnerungsort. Ihr Mann, der israelische Gewichtheber Josef Romano, war von den Terroristen des „Schwarzen September“ im Olympischen Dorf erschossen worden.

Festakt mit Staatsgästen in der BMW Welt

Eröffnungsfeier der Gedenkstätte für die Opfer des Olympia-Attentats, Foto: Bayerische Staatsregierung
Foto: Bayerische Staatsregierung Bundespräsident Steinmeier

Beim Festakt in der BMW Welt waren unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin, Oberbürgermeister Reiter und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer dabei.

Bundespräsident Steinmeier wandte sich an die Angehörigen: „Zum heutigen Tag gehört nicht nur die dringend notwendige Erinnerung, sondern auch das Versprechen: Nur wenn Juden in Deutschland sicher sind, dann ist dieses Deutschland vollkommen bei sich.“ Der Bundespräsident stellte fest: „Dieser Erinnerungsort ist ein wichtiger Ort für Israelis und uns Deutsche.“

Unter den Ehrengästen waren unter anderem auch Thomas Bach, Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Die Erinnerungsstätte befindet sich am Kolehmainenweg 11 und kann ab sofort ganztägig besucht werden. Die mediale Präsentation läuft täglich von 8 bis 22 Uhr, der Eintritt ist frei.

Das geschah beim Olympia-Attentat von 1972

Das Olympia-Attentat von 1972 gehört zu den schlimmsten Ereignissen in der Münchner Stadtgeschichte. Am 5.9.1972 stürmten acht bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation "Schwarzer September" das Quartier der israelischen Mannschaft im Olympiadorf. Sie nahmen elf Mannschaftsmitglieder als Geiseln, um unter anderem die Freilassung von mehreren Palästinensern aus israelischen Gefängnissen zu erzwingen. Bereits zu Beginn der Geiselnahme starben zwei Israelis, neun weitere später auf dem Flugfeld in Fürstenfeldbruck. Dort hatten deutsche Einsatzkräfte vergeblich versucht, die Geiseln zu befreien. Im Schusswechsel in der Nacht auf den 6.9. wurde auch ein bayerischer Polizist getötet. Insgesamt kamen 17 Menschen ums Leben, darunter fünf Terroristen.

Die Gedenkstätte im Olympiapark erinnert an die getöteten israelischen Mannschaftsmitglieder David Berger, Ze'ev Frieman, Yossef Gutfreund, Eliezer Halfin, Yossef Romano, Kehat Schor, Amitzur Shapira, Mark Slavin, Andrei Spitzer, Yakov Springer und Moshe Weinberg sowie an den Polizisten Anton Fliegerbauer.

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